Soziales Kompetenztraining (SKT)
Was ist soziale Kompetenz?
Soziale Kompetenz ist der Oberbegriff für Fähigkeiten wie Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen, Kontaktfähigkeit, um nur einige zu nennen.
Welche Verhaltensweisen sind das konkret?
Beispiele für sozial kompetentes Verhalten wären das Beherrschen folgender Verhaltensweisen:
:: Nein sagen
:: Versuchungen zurückweisen
:: auf Kritik reagieren
:: Änderungen bei störendem Verhalten verlangen
:: Widerspruch äußern
:: Unterbrechungen im Gespräch unterbinden
:: sich entschuldigen
:: Schwächen eingestehen
:: auf Kontaktangebote reagieren
:: erwünschte Kontakte arrangieren
:: unerwünschte Kontakte beenden
:: Komplimente akzeptieren
:: Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden
:: um Gefallen bitten
:: Komplimente machen
:: Gefühle offen zeigen
Diese Fähigkeiten sind notwendig, um bestimmte Ziele zu erreichen und soziale Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Voraussetzungen zur Ausübung sozial kompetenten Verhaltens sind die Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- u. Ausdrucksfähigkeit verbaler und nonverbaler Inhalte.
Nach unserem SKT-Konzept liegt sozial inkompetentes Verhalten vor, wenn eines dieser o.g. Verhaltensmuster in entsprechenden Situationen nicht oder nur unvollkommen verwirklicht wird.
Defizite sozialer Kompetenzen gehören oft mit zu den primär u./o. sekundär krankheitsbedingten Verhaltensauffälligkeiten unserer Patienten, welche zu sozialer Isolation und interpersonellen Konflikten führen können.
Ziele des SKT:
:: Abbau sozialer Ängste und Hemmungen
:: Abbau sozialen Vermeidungsverhaltens
:: Aufbau „angemessener“ sozialer Verhaltensweisen
:: Verbesserung der eigenen und sozialen Wahrnehmung
:: Verbesserung der Selbstbehauptungsfähigkeit
Unser SKT-Konzept:
Jede unserer Gruppensitzung besteht aus 4 Bausteinen:
:: Eingangsrunde/Kurzentspannung nach Jakobson
:: Theorie
:: Rollenspiel (eigene oder vorgegebene Situationen)
:: Hausaufgaben
Wir arbeiten mit einer geschlossenen Gruppe (8-10 Patienten), die Teilnahme ist verbindlich, die Sitzungen bauen aufeinander auf.
Das Training wird unsererseits 3-4 mal im Jahr angeboten. Ein Durchgang dauert 6 Wochen mit zwei wöchentlichen Termin a` 90 Minuten.
Indikationen:
:: Patienten haben gravierende Schwierigkeiten bei der Bewältigung von sozialen Alltagssituationen, die für
sie wichtig sind
:: soziale Kompetenzprobleme erweisen sich als eine (Mit)Ursache für andere ernsthafte psychische Be-
einträchtigungen oder Störungen
:: Patient ist ausreichend motiviert und sieht die Notwendigkeit bzw. hat die Bereitschaft, sich mit konkreten
Interaktionsproblemen auseinander zu setzen und daran zu arbeiten
:: Patient hat zum Trainingsbeginn ein Mindestmaß an Gruppenfähigkeit und kann sich auf die Gruppen-
situation einstellen
Kontraindikationen:
:: florides psychotisches Erleben
:: schwergradige emotional instabile Persönlichkeitsstörungen
:: Demenz
Die Patienten sollten die deutsche Sprache ausreichend verstehen und sprechen können.
Vor der ersten Teilnahme führen wir mit den interessierten Patienten ein Vorgespräch durch.
Wir benötigen einen Überweisungsschein mit Diagnose vom niedergelassenen Psychiater bzw. Hausarzt.
Ansprechpartner in der PIA Altona: Dipl. Soz.päd. Silke Niendorf