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Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie - Behandlungsphilosophie


Unsere therapeutische Haltung

Auf der Basis unseres sozialpsychiatrischen Ansatzes betrachten und behandeln wir den Einzelnen im Kontext seines sozialen Umfeldes. Das bedeutet, dass - zusätzlich zur psychopathologischen Diagnostik - Informationen zum sozialen Kontext und der Einbettung der Störung in die Funktionalität des sozialen Netzes unserer Patienten von hoher Wichtigkeit sind. Aus diesen Erkenntnissen versuchen wir durch ein an den Be-dürfnissen der Patienten ausgerichtetes medikamentös-psychosoziales Behandlungsangebot, die Selbständigkeit unserer Patienten in allen Lebensbereichen zu fördern.
Unsere therapeutische Haltung ist daher gekennzeichnet durch Interventionen, die sich auf die Vermittlung von Wissen um die Zusammenhänge möglicher Ursachen der Störung (Psychoedukation), Stärkung der Ressourcen (Planung und Hilfen bei Wiedereingliederung in den sozialen Kontext, z.B. Arbeit) und den Neu-erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen (z.B. Soziales Kompetenz-training) beziehen. Wir arbeiten eng und vernetzt mit ambulanten Behandlern und sozial-psychiatrischen Einrichtungen in unserem Stadtteil zusammen.

Strukturell unterscheidet sich unsere Behandlung in drei Hauptstrategien:

1. SCHUTZ: vor selbst- oder Fremdgefährdung

Phase 1:
Deeskalation der erhöhten Anspannung und psychopathologisch bedingten Gereiztheit überwiegend zu-nächst durch Medikamente und entsprechend gestaltetes strukturiertes Stationsmilieu mit Mitarbeitern, die in deeskalierenden Kommunikationsstrukturen und Handlungsahnweisungen geschult wurden (Deeska-lationstraining).

Phase 2:
Überzeugung zur  Annahme und Erarbeitung eines Krankheitskonzeptes, in unserem Fall des Vulnera-bilitäts-Belastungskonzeptes / Energiefasskonzeptes durch psychoedukative Maßnahmen im Einzelkontakt und/ oder in der Gruppe (Psychoedukation), dazu gehört auch Vermittlung von Medikamentenwissen im Sinne der Aufklärung über Wirkungs- und Nebenwirkungsprofile.

Phase 3:
Überzeugung zur Annahme und dann Erarbeitung einer Präventionshaltung.
Frühwarnzeichen, soziale und familiäre Belastungsfaktoren werden herausgearbeitet im Einzelkontakt wie in der Gruppe. Individuelle Handlungslisten werden erarbeitet, im Einzelfall werden Behandlungsvereinbarung-en abgeschlossen, in denen für eventuell zukünftige stationäre Behandlungen die individuell abgestimmte Vorgehensweise zusammen schriftlich niedergelegt werden.

Phase 4:
Die Entlassungsplanung beinhaltet Überzeugungsarbeit zur Annahme weiterer Hilfestellungen gestaffelt nach Betreuungsintensitätsbedarf. Bei der Vorplanung wird auf die Vernetzung mit den außerstationären Hilfeeinrichtungen geachtet.

2. ENTLASTUNG: aus psycho-sozialer Konfliktsituationen

Rot 1. Phase:
Vermittlung des Rot - Gelb - Grün - Behandlungsphasenkonzeptes, d.h. Entlastung annehmen, Tages-struktur annehmen, auf Entspannung achten, dabei die Körperwahrnehmung schulen, um Anspannungs-zeichen lesen zu lernen.

Gelb 2. Phase:
Erarbeitung eines Störungskonzeptes, z.B. Energiefasskonzept mit Psychoedukation im Einzelkontakt und in der Gruppe, Kommunikationsregeln miteinander im Stationsalltag und in der Gruppentherapiesituation werden erarbeitet.
Eine individuell abgestimmte Veränderungsstrategie/-planung, die soziale und familiäre und eigene psycho-dynamische Belastungsfaktoren berücksichtigt, wird geplant.

Grün 3. Phase:
Die Entlassungsplanung beinhaltet die Konkretisierung der Veränderungsplanung. Planung und erste Kontaktaufnahme für eine weiterführende Psychotherapie. Ambulante oder weiterführende stationäre Therapie, soziale Hilfe, oder gegebenenfalls ein fachpsychiatrischer Pflegedienst und oder arbeitsreha-bilitative Maßnahmen werden erarbeitet und organisiert.

3. THERAPIE: Hilfe zur Selbsthilfe

Die therapeutische Grundhaltung beinhaltet Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, indivi-du-elle Ressourcen der Patienten zu identifizieren und aufzubauen und im Einzelfall Motivation für eine intensive weiterführende ambulante Psychotherapie zu schaffen.
In der Regel findet eine kombinierte Behandlung statt, die schwerpunktmäßig aus Gruppentherapeutischen Angeboten besteht sowie aus Pharmakotherapie, Bezugspflege, sozialtherapeutischen Maßnahmen und bei Bedarf Einzeltherapien.

Das therapeutische Angebot im Detail:

  :: Multimodale Verhaltenstherapie
  :: Psychoedukation
  :: Gruppentherapie (Angstbewältigung, Depressionsbewältigung)
  :: Ergotherapie
  :: Kunsttherapie
  :: Psychopharmakologische Behandlung
  :: Qualifizierte Entzugsbehandlung
  :: Akupunktur
  :: Entspannungsverfahren
  :: Krankengymnastik
  :: Physikalische Therapie
  :: Beratung durch den Psychosozialen Fachdienst
  :: Psychologische Testverfahren
  :: Angehörigengespräche

In der Regel findet eine kombinierte Behandlung statt, die schwerpunktmäßig aus Gruppentherapeutischen Angeboten besteht sowie aus Pharmakotherapie, Bezugspflege, sozialtherapeutischen Maßnahmen und bei Bedarf Einzeltherapien.

Behandlungsmöglichkeiten bestehen als:

  :: Stationäre Behandlung
     Station 7   Suchmedizinischer Schwerpunkt
     Station 9   Neuropsychiatrischer Schwerpunkt
     Station 10   Verhaltenstherapeutischer Schwerpunkt
     Station 11   geschützte Akutstation (östliche Stadtteile Altona und Bahrenfeld)
     Station 12   geschützte Akutstation (westliche Stadtteile)

  :: Tagesklinische Behandlung
     Tagesklinik Rissen
     Tagesklinik Altona

  :: Ambulante Behandlung
     Psychiatrische Institutsambulanz Rissen
     Psychiatrische Institutsambulanz Altona
 

Weitere Informationen
 
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Prof. Dr. med. Dr. h. c.
Michael Sadre Chirazi-Stark
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychothera-
peutische Medizin
Telefon: (040) 81 91 - 28 65
Telefax: (040) 81 91 - 28 20
eMail: m.stark@asklepios.com
psychiatrie.hh-rissen
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