Asklepios Kliniken  
               Hamburg GmbH
   
Asklepios | Asklepios Kliniken Hamburg GmbH | Kliniken | Patienteninfo | Medizin | Aktuelles | Presse | Übersicht | Suche |  Impressum |        
Diese Seite Drucken

26. Januar 2006
 
Terror-Übung in der Asklepios Klinik St. Georg
 

Was tun bei radioaktiver Verstrahlung?
Mehr als 50 Verletzte nach zwei Bombenanschlägen auf Busse in Hamburg, dazu noch eine Hubschrauber-Notlandung mit einem Verbrennungsopfer - mit diesem Szenario wurde gestern abend die Asklepios Klinik St. Georg konfrontiert. Die anspruchsvolle Krankenhaus-Notfallübung sollte testen, wie das Klinikpersonal den Massenandrang von Verletzten in den Griff bekommt.
Das Besondere: Eine der beiden von Terroristen gezündeten Bomben sollte eine so genannte schmutzige Bombe sein, die radioaktives Material (Cobalt-60) enthielt.Die Nuklearmedizin-Spezialisten im für Norddeutschland zuständigen regionalen Strahlenschutzzentrum St. Georg mussten während der rund zweistündigen Übung sechs radioaktiv verseuchte "Patienten" versorgen. Fakten zum Strahlenschutz
 
Wie ist der Strahlenschutz in Deutschland organisiert?Es gibt in Deutschland ein Netzwert regionaler Strahlenschutzzentren. Das sind Einrichtungen der Berufsgenossenschaft für Elektrotechnik, Feinmechanik und chemische Industrie, die flächendeckend für Unfälle mit Radioaktivität vorgehalten werden. Diese Zentren bieten Mess-Know-how und Vorhaltungen für Dekontamination und Behandlung von zwei bis drei strahlenverletzten Patienten an. Das ist ein typisches Arbeitsteam, das bei einem Unfall versorgt werden könnte. In der Asklepios Klinik St. Georg sitzt das regionale Strahlenschutzzentrum Nord. Die nächsten Zentren im norddeutschen Raum sind in Hannover, Greifswald und Berlin. Was sollten Betroffene tun?Im Strahlenschutz gibt es Grundprinzipien, die alle mit „A“ anfangen: 
  • Aufenthaltszeit verkürzen
  • Abstand halten
  • Abschirmen
  • Abschalten
 
Betroffene sollten sich also schnell von der Strahlenquelle entfernen und Abstand halten. Bei Verdacht einer radioaktiven Kontamination sollten sie sich an die Rettungskräfte vor Ort wenden. Die wissen in der Regel am besten Bescheid und können schon vor Ort Dekontaminationsmaßnahmen einleiten. Das ist oft das Wichtigste. Betroffene, die sich  selbst auf den Weg ins Krankenhaus machen, bedenken oft nicht, dass die radioaktive Substanz auf der Kleidung so lange strahlt, wie sie am Körper ist. Wer sich nicht gleich der Kleidung entledigt, ist also viel länger der Strahlung ausgesetzt als nötig. Die Rettungskräfte weisen Betroffene bereits vor Ort darauf hin und stellen zum Beispiel Decken zur Verfügung. Alles weitere läuft dann organisiert ab und die Patienten laufen nicht aus Unkenntnis ins falsche Krankenhaus. Wer von einem Unfall oder Anschlag mit radioaktivem Material betroffen ist, sollte schnellst möglich an einer fachkundigen Stelle betreut werden. Das ist zum Beispiel ein Krankenhaus mit einer nuklearmedizinischen Abteilung. Hier besteht die Möglichkeit, Strahlung zu messen und zu identifizieren.
 Wie läuft eine Messung ab?1. Grobmessung: Ist eine Kontamination auf der Haut nachweisbar?
2. In den meisten Fällen ist die Substanz bekannt, dann ist es relativ einfach, die richtige Messmethode zu finden. Es gibt unterschiedliche Strahlungsarten, Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung, und dafür braucht man unterschiedliche Messapparaturen und geht auch unterschiedlich bei der Messung vor. In Einzelfällen, wenn Radioaktivität in den Körper aufgenommen sein könnte, sind auch Blutproben nötig, Stuhluntersuchungen oder eine Ganzkörpermessung.
 
Was passiert im Krankenhaus?
Bei einem Strahlenalarm kümmern sich die Nuklearmediziner des Krankenhauses umgehend um die Betroffenen. Kümmern heißt dabei zunächst messen. Ist die strahlende Substanz, das Nuklid, nicht bekannt, muss es zunächst identifiziert werden. Außerdem leitet die Klinik sofort Dekontaminationsmaßnahmen ein, um die weitere Strahlenbelastung des Patienten zu mindern. Überschreitet die Strahlenexposition gesundheitsbedenkliche Grenzwerte, werden weitere medizinische Maßnahmen abhängig von der Art der Strahlung eingeleitet. Was sind Dekontaminationsmaßnahmen?Teil der Dekontamination ist, sich der Kleidung zu entledigen. Bei normaler Kleidung und Kontamination durch staubförmige oder flüssige Radioaktivität bleiben unbedeckte Teile wie Gesicht, Kopf und Hände übrig. Lässt sich an diesen Teilen eine Kontamination nachweisen, werden sie mit Spezialreinigungsmitteln gereinigt. Diese Präparate sind zum Teil abgestimmt auf die verschiedenen radioaktiven Substanzen und binden die Nuklide, die sich so wesentlich besser von der Haut entfernen lassen als mit normalen Waschmitteln. In einigen Fällen müssen auch die Haare entfernt werden. Welche radioaktiven Substanzen könnten auftreten?Bei Unfällen auf der Straße wären medizinische Nuklide wie Technetium, Molybdän, Jod-131, Cobalt-60 oder Cäsium-137, Indium, Ytrium, Strontium am wahrscheinlichsten. Die in kerntechnischen Anlagen vorkommenden Nuklide Uran und Plutonium träten aufgrund der extremen Sicherheitsvorkehrungen eher nicht auf. Auch bei terroristischen Anschlägen (Schmutzige Bombe) wären eher medizinische Nuklide zu erwarten, da sie trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen leichter verfügbar sind als Uran oder Plutonium.  Wie gefährlich sind diese Substanzen?Die meisten Nuklide sind, was die biologische Schädigung angeht, eher unbedenklich. Sie würden sicherlich Panik in der Bevölkerung auslösen aber kaum relevante Gesundheitsschäden auslösen. Jod-131 zum Beispiel oder Technetium. Allerdings gibt es auch im medizinischen Bereich so genannte Problem-Nuklide wie Cobalt-60 oder Cäsium-137, die aufgrund ihrer sehr langen Halbwertszeiten und ihrer hochenergetischen Strahlung Probleme begleiten könnten. So dauert es bei Cobalt-60 fünf Jahre, bis die Strahlung zur Hälfte abgeklungen ist (Halbwertszeit), bei Cäsium-137 sind es sogar 30,1 Jahre.
 
 
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Jens O. Bonnet
LBK Hamburg GmbH
Pressestelle
Tel. 040/1818-84 2008
Tel. 040/1818-84 2046
presse@lbk-hh.de 
 
Organisation
Geschäftsführung
Aufsichtsrat
Organigramm
Krankenhäuser
Medizinische Dienstleistungen
Tochtergesellschaften
Ausbildung
Stellenmarkt