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24. Juni 2005
 AK Harburg: Ein Atelier im Krankenhaus
Kunstverein verleiht Stipendium an Wlodek Bzowka

Ein Künstler zieht ins Krankenhaus: Erstmals hat der Kunstverein am AK Harburg ein Atelier-Stipendium vergeben. Wlodek Bzowka (26) wird einen Raum der Klinik bis zum Oktober 2005 für seine Arbeiten nutzen. „Der Kunstverein des AK Harburg geht mit der Verleihung des Atelier-Stipendiums neue Wege in der Kunstförderung. In einer Stadt wie Hamburg, wo gerade für junge Künstler Atelierräume zu erschwinglichen Preisen Mangelware sind, bietet der Kunstverein einem Künstler hervorragende Arbeitsbedingungen in einem ungewohnten Umfeld. Und ein Krankenhaus ist ja nicht nur für den Körper da, sondern auch für den Geist“, sagte Prof. Dr. Nicolaus Dahlmann, der 1. Vorsitzende des Vereins „Kunst und Kultur im AK Harburg e.V.“.
 
Der Kunstverein am AK Harburg will zeitgenössische bildende Kunst fördern; 2004 hatte er neue Räume im ehemaligen Labor der Klinischen Chemie gefunden. Diese Räume werden seither für wechselnde Ausstellungen genutzt. Da manche  Räume sich hervorragend auch als Atelier eignen, hatte der Kunstverein im Jahr 2004 beschlossen, einen Teil der Räume einem Künstler als Atelier-Stipendium zur Verfügung zu stellen. Das erste Atelier-Stipendium wurde nun an den aus Ostrowo in Polen stammenden Wlodek Bzowka vergeben. Der ärztliche Direktor des AK Harburg, Prof. Dr. Eberhard Schneider, übergab in Anwesenheit von Prof. Dahlmann und Prof. Dr. Rudolf Friedrich Töpper, 2. Vorsitzender des Kunstvereins, das Stipendium.
 
Die Veranstaltung wurde unterstützt durch Ulrich Hajek, Geschäftsführer der „Gastrokanne“ am AK Harburg.
Wlodek Bzowka studierte bei Prof. Franz-Erhardt Walther an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg Freie Kunst und schloss das Studium im Februar 2005 mit dem Diplom ab. Eine erste, viel beachtete Einzelausstellung fand in der galerie Xprssns, Hamburg, Anfang des Jahres statt. Bzowka beschäftigte sich intensiv mit Medientheorie und Medienpraxis, was großen Einfluss auf seine bildnerischen Arbeiten hat. Der Künstler entwickelt eine neue Sichtweise auf das klassische Genre der Portraitmalerei. Als Vorlage seiner auf den ersten Blick monochrom erscheinenden Bilder dienen Portraitphotos und Motive aus Filmen, so z. B. aus Alfred Hitchcock's Filmklassiker "Fenster zum Hof". Bzowka versteht sich als „Forscher im Feld der visuellen Wahrnehmung". In seinen Bildern lädt er den Betrachter ein, den Prozess der visuellen Wahrnehmung zu reflektieren. Eine Ausstellung der Werke von Wlodek Bzowka in den Räumen des Kunstvereins des AK Harburg ist für den Herbst 2005 geplant.
 
Wie spannungsreich der Dialog zwischen Kunst und Krankenhaus sein kann, hat der Kunstverein am AK Harburg in den letzten Jahren durch seine zahlreichen Ausstellungen bewiesen. Die Klinik erscheint Prof. Töpper gut geeignet für einen interdisziplinären Gedankenaustausch: „Unsere Ausstellungen bilden eine kulturelle Plattform für Kommunikation und fachlichen Austausch. Kunstinteressierte, Patienten, Personal, niedergelassene Ärzte und Selbsthilfegruppen kommen hier beim Betrachten miteinander ins Gespräch. Wir freuen uns, dass Wlodek Bzowka nun für einige Monate hier unser Gast ist - und  wir freuen uns auf die Ergebnisse seines künstlerischen Schaffens. “
 
 
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