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10. November 2005
 Weiterbildung zum Facharzt im Umbruch
LBK Hamburg GmbH startet einzigartiges Programm

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Nachwuchsärztemangels in Deutschland und steigenden qualitativen Anforderungen wird die LBK Hamburg GmbH die ärztliche Weiterbildung in ihren Krankenhäusern umfassend neu strukturieren und verbessern.
 
In den vergangenen Jahren häuften sich Meldungen über einen beginnenden Ärztemangel in Deutschland. Auch Studien belegen, dass - in regional unterschiedlicher Ausprägung - mit einem Rückgang der Ärztezahl zu rechnen ist. Gleichzeitig werden die demographische Entwick­lung sowie der medizinische Fortschritt zu einem erhöhten Behandlungs- und somit auch Ärztebedarf führen. Die Geschäftsführung der LBK Hamburg GmbH beschloss deshalb, den Unklarheiten und Vermutungen in dieser drohenden Entwicklung mit einer wissenschaftlichen Untersuchung über „Subjektive Hintergründe von Berufsverbleib und Berufsausstieg bei Ärztinnen und Ärzten des LBK Hamburg“ (sog. MEDICUS-Studie) auf den Grund zu gehen. Dabei wurden vier erfolgversprechende Ansätze identifiziert, wie die ärztliche Personalentwicklung dem drohenden Nachwuchsmangel vorbeugen könnte: Personalmarketing für ärztliche Nach­wuchskräfte, Laufbahnplanung für Fachärzte, Kommunikation zwischen Management und ärztlichem Dienst und, besonders dringend, eine transparente und verlässliche Organisation der Weiterbildung.
 
Die Geschäftsführung beauftragte daraufhin den Bereich Personalentwicklung des Personal-Management-Centers (PMC) mit der Konzeption einer strukturierten Weiterbildung mittels Rotation im ärztlichen Bereich der LBK Hamburg GmbH. „Ein umfassendes Weiterbildungskonzept bedeutet für das gesamte Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung sowie Bindung qualifizierter Ärzte und wird neben einer Attraktivitäts- auch eine Qualitätssteigerung bewirken,“ sagt Dr. Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer für Medizin und Qualitätsmanagement der LBK Hamburg GmbH. Das Modell ermögliche neuen ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Facharztausbildung anstreben, eine strukturierte und gesicherte Weiterbildung nach der neuen  Weiterbildungsordnung der Hamburger Ärzte vom 21.02.2005. „Die Kliniken profitieren auf der anderen Seite von einem unternehmens­weiten Wissenstransfer, Synergieeffekte in der Organisation werden ausgeschöpft und die Vielfalt unserer medizinischen Angebote genutzt“, so Weidenhammer.
 
„Darüber hinaus sichert die Neustrukturierung auch künftig die Durchführung ärztlicher Weiterbildung in der LBK Hamburg GmbH und sorgt zum anderen für eine ausreichende Anzahl weiterzubildender ärztlicher Nachwuchskräfte für die Fachabteilungen“, ergänzt Dr. Christoph Gries, Abteilungsleiter  der Procon/Geschäftsfeldentwicklung im Klinikum Nord. Die klare Struktur der Weiterbildung macht sowohl eine transparente und systematische Planung wie auch eine flexible Steuerung der Weiterbildungs­kapazitäten möglich.
 
Projektziel, - inhalte und -entwicklung
Die Etablierung von Steuerungselementen, jährliche Ge­spräche und die Dokumentation von Leistungen in der Weiterbildungsmappe garantieren Nachwuchsärzten die Erlangung der Facharztbezeichnung in einer ver­einbarten Zeit. Eine einheitliche arbeitsvertragliche Regelung sieht ein zusätzliches, über die eigentliche Weiterbil­dungszeit hinausgehendes Zeitfenster von 12 Monaten vor, erklärt Joachim Floren, Projektleiter „Neustrukturierung der Weiterbildung der Ärzte“. Für bestehende Verträge werde ein alternatives Verfahren erarbeitet, das diesem Modell angelehnt ist. Die strukturierte ärztliche Weiterbildung in der LBK Hamburg GmbH umfasst nach einem transparenten Bewerbungs- und Einstellungsverfahren einen verbindlichen Weiterbildungs­plan und abschließend die Empfehlung zur Facharztprüfung bei der Ärzte­kammer. Darüber hinaus kann sich auch das Angebot der Weiterbeschäftigung ergeben.
 
Das Angebot zur strukturierten Weiterbildung wird flankiert von Rahmenbedingungen und Instrumenten. Die Rahmenbedingungen umfassen Betriebsvereinbarungen, die jeweils geltende Weiterbildungsordnung, unterschiedlich ausgeprägte Weiterbildungsberechti­gungen, Vorgaben der Ärztekammer und ein Gesetz zur Befristung von Arbeitsverträgen mit Ärzten in der Weiterbildung. Zu den Instrumenten, die diese Form von Weiterbildung erst ermöglichen, gehören ein festgelegtes Bewerber- und Auswahlverfahren, ein auf die Weiterbildung bezo­gener Arbeitsvertrag, der Weiterbildungsplan mit Curriculum, Steuerungsinstrumente wie Weiterbil­dungskonferenz und Weiterbildungskoordinator, ein individueller  Rotationsplan und ab­schließend der Weiterbildungsnachweis, der über die Dauer sowie den Erwerb von fachlicher und überfachlicher Kompetenz Auskunft gibt.
 
Das Modellkonzept wird zunächst in je zwei ausgewählten Abteilungen der Inneren Medizin und der Anästhesie erprobt. Eine erste Evaluation ist nach einem Jahr vorgesehen.
 
Projektauftrag und -struktur
Die Projektorganisation besteht aus einem Kernteam, zwei Fachberatern, die auch über ihre Mitgliedschaft in den Weiterbildungsgremien der Hamburger Ärztekammer vertreten sind, zwei erweiterten Projektgruppen mit Leitenden Ärzten, Oberärzten und Assistenzärzten und einem Beratergremium, das die Geschäftsführung der LBK Hamburg GmbH direkt berät Das Kernteam setzt sich zusammen aus Mitarbeitern des Bereiches Arbeitsrecht, Personal­entwicklung und Personalmanagement des PMC, Ärzten aus den Fachbereichen Innere Medizin und Anästhesie und einem Vertreter aus dem Gesamtbetriebsrat.
 
 
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