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08. November 2005
  Der ältere Mensch im Krankenhaus - kein einfacher Fall
5. Hamburger Symposium „Aktuelle Konzepte der Altersmedizin“
Die meisten Senioren führen ein weitgehend selbständiges Leben bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit, fern von Hilfsbedürftigkeit und Gebrechlichkeit. Leider ändert sich dieses positive Bild oft dramatisch, wenn ein älterer Mensch aufgrund eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung in die Klinik muss.
 
Nicht selten treten hier unerwartete Doppel- und Mehrfacherkrankungen zu Tage, sowohl körperliche Leiden als auch psychische. Die Palette reicht dabei von leichten Demenzen bis zu schweren Depressionen, die oft nicht richtig erkannt werden. Viele Akutkrankenhäuser sind nicht darauf eingerichtet, dass ältere Menschen auf die eingeleitete Therapie, unzureichende Transparenz der geplanten Maßnahmen und schlechte räumliche Orientierungshilfen besonders sensibel reagieren. Die Betroffenen bleiben so häufiger pflegebedürftig und versterben eher. „Gerade in der fremden Umgebung im Krankenhaus ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die verunsicherten älteren Menschen einfühlen, dass sie sich auch mit Angehörigen kurzschließen und darauf achten, dass diese Patienten genug essen und trinken, sagte Dr. Claus Wächtler, Chefarzt der Gerontopsychiatrie im Zentrum für Ältere am Klinikum Nord, auf der heutigen Pressekonferenz: „Ältere Patienten leiden oft auch unter seelischen Problemen, die in der Klinik plötzlich zu Problemen führen.“ „Deshalb ist es wichtig, sich diesen Patienten besonders zuzuwenden und sie auch mal in den Arm zu nehmen", ergänzte Leonie Mertens, Abteilungsleitung Pflege im Zentrum für Ältere. Um die Diagnostik, Therapie und Pflege älterer Menschen im Krankenhaus zu verbessern, machten die Initiatoren des 5. Hamburger Symposiums das Thema zum besonderen Schwerpunkt der Fachtagung am 11. und 12. November.
 
Ein weiteres wichtiges Thema des Kongresses sind Depressionen im Alter. „Die Depression ist die häufigste psychische Störung im Alter“, erklärte Wächtler. In vielen Fällen werde sie aber lange übersehen, weil sie sich hinter körperlichen Beschwerden oder Symptomen einer Demenz verberge. Dabei ist die Depression im Alter sehr gefährlich, sie gilt als häufigste Ursache für Selbsttötungsversuche bei Senioren. Werde eine Depression dagegen rechtzeitig erkannt, sei sie mit Gesprächstherapie und Medikamenten gut behandelbar, betonte der Gerontopsychiater.
 
Daneben beschäftigen sich die Experten auf der Fachtagung mit der Prävention von Stürzen. Ältere Menschen erleiden häufig Knochenbrüche an Schenkelhals, Handgelenk oder gar an der  Wirbelsäule. Häufig sind Muskelschwäche und Koordinationsprobleme dafür verantwortlich. Die Experten empfehlen zur Vorbeugung von Stürzen, regelmäßig Kraft und Gleichgewicht zu trainieren. So lässt sich zum Beispiel durch Tai Chi und Qi Gong die Sturzgefahr um fast ein Drittel senken, berichtete Privatdozent Dr. Werner Hofmann, Chefarzt der Geriatrie im Zentrum für Ältere. Als Ansprechpartner kommen Seniorengruppen, Sportvereine oder auch Fitness-Center in Frage, das Training kann z. B. unter Einzelanleitung begonnen und in der Gruppe fortgeführt werden. Wichtig sind aber auch Vorsichtsmaßnahmen im häuslichen Umfeld: Stolperfallen wie lose Teppichkanten, Telefon- oder Elektrokabel haben in einem Seniorenhaushalt nichts zu suchen.
 
Das 5. Hamburger Symposium „Aktuelle Konzepte der Altersmedizin“ findet statt am 11. und 12. November 2005 im Sozialtherapiezentrum (STZ) des Klinikum Nord/Ochsenzoll,
Haus 81, Langenhorner Chaussee 560.
 Öffentliche Veranstaltungen im Rahmen des Kongresses:Freitag, 11.11.
19.30-20.30 Uhr: Podiumsdiskussion „Der ältere Mensch im Krankenhaus - begehrt oder abgewehrt?", Eintritt frei
 
Sonnabend, 12.11.
9.00-10.30 Uhr: Workshop „Gesundheitlicher Nutzen von Sport und Bewegung in Theorie und Praxis“, Eintritt: fünf Euro
12.00-13.30 Uhr: Workshop „Alles über Demenz: für Senioren, Betroffene und Angehörige", Eintritt: fünf Euro
13.45-15.00 Uhr, "Referenten stehen Rede und Antwort", Eintritt frei
Ab 15 Uhr Führung durch das Zentrum für Ältere
 
 
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