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AKH-Expertin hilft bei Sprech- und Schluckstörungen im Alter Wenn der Bissen nicht runter will Im Alter treten nicht selten Probleme beim Sprechen und Schlucken auf. Dies kann verschiedene Ursachen haben - wichtig ist, sie früh zu erkennen. Im AK Harburg ist eine Spezialistin beschäftigt, die bundesweit in der Früherkennung und Behandlung von Schluck- und Sprechstörungen gefragt ist: Christine Gebert, Logopädin in der Neurologischen Abteilung. Sie hat einen eigenen Fragebogen entwickelt, mit dem behandlungsbedürftige Schluckprobleme (= Dysphagien) rechtzeitig erkannt werden können. Die Neurologie im AK Harburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Rudolf Töpper hat seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in der Betreuung von Patienten mit Morbus Parkinson. „Die Parkinson-Krankheit kann auch zu erheblichen Sprech- und Schluckstörungen führen. Wir setzen unter anderem das besonders moderne "Lee-Silverman-Voice-Treatment " (LSVT) ein, um dem Verlust der Kommunikationsfähigkeit eines Patienten entgegen zu wirken", sagt sie. Auf einer speziellen Parkinson-Fachtagung am 16. April im AK Harburg wenden sich die Logopädin, Prof. Töpper und weitere Experten vor allem an Pflegekräfte im Hamburger Raum, die Parkinson-Patienten versorgen. Die Mimik ist minimal, das Gesichtausdruck erscheint als Maske. Der Lidschlag ist selten. Gesprochen wird zusehends weniger, leise, unverständlich. Beim Essen husten die Patienten oft, Speichel fließt unkontrolliert, feste oder zu flüssige Nahrung macht Probleme. „Wenn Nahrungsreste verschluckt werden, können Bronchitis und Lungenentzündungen folgen. Und weil die Betroffenen immer weniger essen und auf nährstoffarme einseitige Kost ausweichen, entsteht eine Mangelernährung und Flüssigkeitsverlust. Wenn anstelle von Genuss am Essen die Angst vor dem Verschlucken tritt und man seine Lieblingsspeisen nicht mehr essen kann, so bedeutet das für den Betroffenen eine Einschränkung der Lebensqualität und kann zu einer psychischen Belastung führen“, so Gebert. Wegen der Altersentwicklung in der Gesellschaft wachse die Zahl der Betroffenen, denn auch mit zunehmendem Alter kommt es durch physiologische Alterungsprozesse zu Veränderungen und Problemen beim Schlucken. Durch eine gezielte logopädische Schlucktherapie kann man helfen. Neben konkreten Schluckübungen steht auf dem Trainingsprogramm auch das laute Lesen von Worten wie „peng“, „Tennisball“ oder „Kuckuck“ - zur Kräftigung aller am Schlucken beteiligten Organe. Besserung im Bereich der eingeschränkten Sprechfähigkeit bei M. Parkinson kann das "Lee-Silverman-Voice-Treatment" (LSVT) bringen. LSVT ist ein wissenschaftlich erprobtes Stimmtraining für Patienten mit M. Parkinson, das die Stimm- und Sprechlautstärke trainiert und sich auch positiv auf die Artikulationsfähigkeit und das Schlucken auswirkt. Die intensive Behandlung mit bis zu 16 Sitzungen in vier Wochen zielt vor allem auf eine Erhöhung der reduzierten Sprechlautstärke bei Parkinson-Patienten ab. Gebert erwarb auf einer von den Begründerinnen der Methode veranstalteten Fortbildung das begehrte LSVT-Zertifikat aus den USA und ist nun in ganz Hamburg gefragt. „Anfangs wunderten sich Außenstehende, als immer wieder ein lautes "Aaaaa" durch die Flure und Fenster drang. Aber die Übungen haben Erfolg: Schon nach kurzer Zeit sprechen die Patienten lauter und werden wieder von ihrer Umgebung verstanden", sagt Gebert. Gebert hat auch dafür gesorgt, dass auf dem Speiseplan des AKH ein in fünf Stufen differenziertes Essen für Patienten mit Schluckproblemen angeboten wird, das die Nahrungsaufnahme erleichtern soll: „Die Hälfte aller Parkinson-Patienten hat Schluckstörungen - die Behandlung von neurologisch bedingten Schluckstörungen macht zur Zeit über 60 Prozent meines Arbeitstages aus.“ In dem Gebert-Fragebogen wird unter anderem gefragt: „Müssen Sie beim Essen oft husten? Ist krümelige Nahrung schwierig? Sind Mahlzeiten für Sie anstrengend? Vermeiden Sie Essen in Gesellschaft?“ Spezielle Zungen-, Lippen- und Kieferübungen sowie Verhaltens-Tipps bei den Mahlzeiten ergänzen die Therapie. Die Deutsche Parkinson Vereinigung hat der Logopädin in ihrem Mitgliedermagazin eine eigene Rubrik eingeräumt. „Bei der Parkinson-Erkrankung gehen Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen zugrunde. Die ersten Symptome können sehr unspezifisch sein (z.B. Veränderungen des Schriftbildes und des Gehens oder auch Schluckstörungen). Wir möchten daher Hausärzte und Pflegekräfte ermutigen, bei unklaren Symptomen den Rat der Spezialisten einzuholen", sagt Prof. Töpper. Die Fachtagung „Versorgung von Patienten mit Morbus Parkinson“ für Pflegekräfte aus dem ambulanten und stationären Bereich findet am 16. April von 9 Uhr bis 13 Uhr im AK Harburg statt. Anmeldungen über das Sekretariat der Neurologie, Tel. 040-7921-2645. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Jens O. Bonnet LBK Hamburg GmbH Pressestelle Tel. 040/1818-84 2008 Tel. 040/1818-84 2046 presse@lbk-hh.de |
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