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01. Juni 2005
 Vertrag zur Integrierten Versorgung bei Depressionen vereinbart
Nahezu jeder fünfte Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Depression. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) stellt in ihrem Gesundheitsreport 2005 außerdem fest, dass der Anteil depressiver Erkrankungen am Krankenstand seit 1997 kontinuierlich zugenommen hat und sich anschickt der „Volkskrankheit Nr. 1“, dem Rückenschmerz, den Rang abzulaufen. Dabei wird noch nicht einmal jede Depression erkannt. Die World Federation for Mental Health (WFMH) mit Sitz in Atlanta hat in ihrer jüngsten weltweiten Umfrage festgestellt, dass Betroffene erst nach einem Jahr und nach etwa fünf Arztbesuchen eine Diagnose erhalten. In der Bundesrepublik besteht nachweislich eine gleichzeitige Unter-, Fehl- und Überversorgung. Unterschwellige und leichte Depressionen werden oftmals überversorgt, mittelschwere und schwere Erkrankungsformen werden dagegen zu spät erkannt und unzureichend therapiert.
 
Deshalb hat die DAK mit der LBK Hamburg GmbH zum 1. Mai 2005 einen bundesweit einmaligen Vertrag zur Integrierten Versorgung depressiver Patienten im AK Harburg geschlossen. Die behandelnden Ärzte, das Team um Dr. Hans-Peter Unger, Leitender Arzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie die kooperierenden niedergelassenen Kollegen arbeiten nach den aktuell anerkannten Versorgungsleitlinien für depressive Störungen.
 
Neu ist, dass die Patienten in der Klinik ambulant versorgt werden können und alle Informationen zur Behandlung im Klinischen Kompetenzzentrum zusammen laufen. Wartezeiten werden so vermieden, der Patient  „irrt“ nicht mehr allein durch das Versorgungssystem. „Mit dem ambulanten Angebot schließen wir eine Versorgungslücke und bauen gleichzeitig eine Brücke zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten zum Wohle der Patienten. Sie können, sofern die Schwere der Erkrankung dies zulässt, in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben, kommen an fünf Tagen in der Woche zur Behandlung in die Klinik und werden danach von ihren niedergelassenen Ärzten ohne Wartezeiten nach den gleichen Qualitätsstandards behandelt“, beschreibt Dr. Jörg Weidenhammer, Vorstandsmitglied der LBK Hamburg GmbH, die Vorteile der Integrierten Versorgung.
 
Den Betroffenen stehen insgesamt fünf verschiedene Behandlungsmodule zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können - von der ambulanten haus- oder fachärztlichen Therapie bis zur ambulanten, tagesklinischen oder stationären Klinikbehandlung. Gemeinsame Weiterbildungen und Qualitätszirkel aller am Vertrag beteiligten Ärzte sollen den Diagnose- und Therapiestandard ständig verbessern. Patienten werden zu mitverantwortlichen Partnern, in dem sie zusätzliche Informationsveranstaltungen besuchen können, Selbsthilfeangebote erhalten und z.B. Stimmungstagebücher führen.
 
 „Die Vorteile für die Krankenkasse liegen auf der Hand: keine Doppeluntersuchungen und unklare Zuständigkeiten mehr, die Möglichkeit einer Effizienz- und Qualitätskontrolle ist gegeben, die Senkung der Arbeitsunfähigkeits-Fehlzeiten und die Verringerung der stationären Verweildauer entlastet die Versichertengemeinschaft. Wirtschaftliche Effizienz und medizinische Qualität werden in diesem Vertrag vereint“, meint Dr. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK.
 
Dr. Hans-Peter Unger sieht für die Patienten vor allem ein Plus an Lebensqualität durch die gestraffte, ganz auf den Einzelfall abgestimmte Behandlung: „Mit einer schnellen und effizienten Behandlung in der Akutphase plus Rückfallprophylaxe wird einer Chronifizierung der Erkrankung vorgebaut.“
 
Der Vertrag soll auch auf andere Kliniken ausgedehnt werden. Bislang können sich nur DAK-Versicherte aus dem Einzugsgebiet des AK Harburg für die Integrierte Versorgung einschreiben. Informationen erhalten Interessierte im AK Harburg, Kompetenzzentrum Depression, unter der Telefonnummer 040-181886-3243 oder in jeder Hamburger DAK-Geschäftsstelle.
 
Ansprechpartner DAK:Gerd Reinartz (Pressesprecher)
DAK-Landesgeschäftsstelle Nord-Ost
Nagelsweg 27-31
20097 Hamburg   
Telefon: (040) 2396 2968
Telefax: (040) 2396 1600
E-Mail: gerd.reinartz@dak.de
 
 
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Jens O. Bonnet
LBK Hamburg GmbH
Pressestelle
Tel. 040/1818-84 2008
Tel. 040/1818-84 2046
presse@lbk-hh.de
 
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