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09. Februar 2006
 Partnerschaft für eine moderne Psychiatrie
Asklepios Klinik Nord und AstraZeneca ZNS setzen innovatives Schizophrenie-Konzept gemeinsam um
 
Mit der Behandlungseinheit Schizophrenie (BES) wird in der Asklepios Klinik Nord der LBK Hamburg GmbH ein beispiel­haftes Konzept zur modernen Versorgung schizophrener Patienten umgesetzt. Von dieser Erkrankung sind bundesweit rund 800.000 Menschen betroffen. Das Modell einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Ärzten, Patienten und Angehörigen bekommt jetzt durch die Kooperation der Asklepios Klinik Nord mit dem Arzneimittel­hersteller AstraZeneca GmbH weitere Unterstützung.
 
Psychische Erkrankungen wie Schizophrenie sind in unserer Gesellschaft noch im­mer stigmatisiert. Dabei ist die Zahl der Betroffenen groß: Etwa ein Prozent der Be­völkerung leidet mindestens einmal im Leben an einer schizophrenen Psychose; be­troffen sind vor allem junge Menschen. Diese Patienten auch in Zukunft angemessen zu behandeln, ist eine große Herausforderung für unser Gesundheitssystem. Denn Schizophrenie ist die teuerste psychische Erkrankung - die direkten und indirekten Kosten sind mit denen großer Volkskrankheiten wie Diabetes vergleichbar. Entschei­dend wird sein, dass alle an der Therapie Beteiligten an einem Strang ziehen, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.
 
In der Asklepios Klinik Nord ist mit der Behandlungseinheit Schizophrenie (BES) ein solches wegweisendes Modellprojekt ins Leben gerufen worden. Das Besondere daran: Die Behandlungsangebote im Krankenhaus und im privaten Umfeld des Be­troffenen sind eng miteinander vernetzt. Mit dem Sponsoring dieses Projektes nimmt AstraZeneca seine Verantwortung wahr, die Versorgung von Patienten auch über die Bereitstellung innovativer Arzneimittel hinaus aktiv mitzugestalten.  Der Patient als PartnerEine Therapie kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn sie nicht an der Kliniktür endet, sondern auch das häusliche und soziale Umfeld mit einbindet. Genau an die­ser Schnittstelle von stationärer und ambulanter Versorgung setzt die BES an: Ver­schiedene Therapieformen - stationäre, teilstationäre, ambulante und aufsuchende Angebote - sind eng aufeinander abgestimmt. So kann der Patient nahtlos zwischen den einzelnen Modulen wechseln, ohne seine gewohnten Bezugspersonen zu ver­lieren. Das ermöglicht es, flexibler auf seine individuellen Bedürfnisse einzugehen.
 
Entwickelt wurde das Konzept der BES im „Trialog“ - im intensiven Austausch von Experten der Klinik, Betroffenen (Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen Ham­burg) und Angehörigen (Landesverband der Angehörigen Psychisch Kranker, Ham­burg). Seit dem Start des Modellprojekts im April 2004 tragen beide Verbände aktiv dazu bei, die Behandlungseinheit im Sinne aller Beteiligten weiter zu entwickeln.
 
Nach dem Prinzip „Verhandeln statt behandeln“ werden auch die Patienten eng in den Therapieprozess mit eingebunden. Das zeigt sich beispielsweise in einer „Be­handlungsverabredung“, in der unter anderem festgehalten wird, wie der Betroffene während einer akuten psychotischen Phase behandelt werden möchte. Auch der persönliche Bezug ist wichtig: Aus dem multiprofessionellen Behandlungsteam wählt sich der Patient seinen „Persönlichen Therapiebegleiter“, der ihm als ständiger An­sprechpartner zur Seite steht. Die Qualität und Transparenz der Therapie wird durch einen „geplanten Behandlungsablauf“ gewährleistet.
 
Die Vorteile für den Patienten: Der integrative Ansatz hilft, Beziehungsabbrüche und Behandlungsunterbrechungen zu vermeiden. Die Akzeptanz der Behandlung ist hö­her, wenn die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst mitentscheiden. Die Folge: Rückfälle werden seltener, die Lebensqualität steigt. Dies eröffnet gleichzeitig auch Einsparpotenziale: Lange Liegezeiten im Krankenhaus, hohe Rückfallquoten und damit verbundene Rehabilitationsmaßnahmen tragen gegenwärtig zu den hohen Kosten der psychiatrischen Versorgung bei - durch integrative Versorgungsansätze können sie verringert werden.   Kooperation mit ZukunftMehr Qualität und Effizienz - das macht die BES zu einem Modell für eine moderne patientengerechte Versorgung. Welche konkreten Ergebnisse die BES für ihre Pati­enten und die Klinik bringt, soll nun in einem Zeitraum von ca. zwei Jahren wissen­schaft­lich ausgewertet werden. Das schafft die Basis, um diesen innovativen Ansatz weiter zu optimieren und dafür auch bei den Kostenträgern Unterstützung zu finden. Ermöglicht wird die Evaluation durch das Sponsoring des Arzneimittelherstellers AstraZeneca. „Wir arbeiten in diesem Projekt gerne mit AstraZeneca zusammen, denn es geht uns allen doch darum, dass es den Patienten am Ende besser geht“, sagte Dr. Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer der LBK Hamburg GmbH, im Rah­men ei­ner Pressekonferenz in Hamburg, in der die Kooperation bekannt gegeben wurde.
 
Genauso wie die Kliniken zunehmend gefordert sind, ihre Therapieangebote auf All­tagstauglichkeit hin zu prüfen, ist es auch für Arzneimittelhersteller wichtig zu unter­suchen, welchen Stellenwert die medikamentöse Therapie im Versorgungsalltag hat. „Die Versorgung ruht auf drei Säulen - der Behandlung mit Arzneimitteln, der nicht-medikamentösen Therapie und der Stabilisierung des sozialen Umfelds der Betroffe­nen“, so Dr. Stefan Busch von AstraZeneca. „Mit unserem Engagement für die BES möchten wir als forschender Arzneimittelhersteller einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, die Situation insgesamt zu verbessern.“ Gemeinsam setzen beide Kooperati­onspartner damit ein Zeichen, wie auch in Zeiten knapper werdender Mittel Innovati­onen zum Wohle des Patienten und seiner Angehörigen realisierbar bleiben.
 
 
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Jens O. Bonnet
LBK Hamburg GmbH
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Tel. 040/1818-84 2046
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