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01. Februar 2006
 Gemeinsam sind wir stärker
Erfolgreiche Kooperation in Harburg
Auf einer gemeinsamen Fachtagung zogen heute das Harburger Gesundheitsamt
und  die  Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Asklepios Klinik
Harburg  eine  positive  Zwischenbilanz  eines seit zwei Jahren bestehenden
Kooperationsmodells.   Die   Zusammenarbeit   zwischen   dem   öffentlichen
Gesundheitsdienst und der klinischen Patientenversorgung wurde dabei anhand
mehrerer deutscher und europäischer Beispiele beleuchtet.
 
Während  der  Sozialpsychiatrische  Dienst  des  Gesundheitsamtes  und  die
Abteilung  für Psychiatrie früher nur bei Zwangseinweisungen nach dem Psych
KG   in   direkten   Kontakt  miteinander  traten,  also  bei  Eigen-  oder
Fremdgefährdung  des  Patienten,  arbeiten Dienst und Institutsambulanz nun
eng  zusammen.  So  sind die beiden Ärzte Dr. Frank Jacobs und Martin Lison
jeweils zur Hälfte bei der Asklepios Klinik Harburg und beim Gesundheitsamt
Harburg  beschäftigt.  Der Vorteil: Bisher beschränkte sich das Angebot des
Sozialpsychiatrischen Dienstes auf die Beurteilung, Beratung und Einweisung
von  psychiatrisch  auffälligen Patienten. Durch die Kooperation können die
Ärzte  nun unmittelbar mit der Behandlung beginnen, zum Beispiel, wenn eine
Zwangseinweisung  nicht nötig ist, erklärte Priv.-Doz. Dr. Roland Diel, der
Leiter  des  Harburger  Gesundheitsamtes.  Auf diese Weise käme es nicht zu
einem   Kontaktabbruch,   im   Gegenteil   werde   durch  ein  frühzeitiges
"Beziehungsangebot"  Vertrauen  zwischen  Arzt  und Patient aufgebaut. Auch
eine  Früherkennung  von  Psychosen sei so möglich, ergänzte Dr. Hans-Peter
Unger,  Leitender Arzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der
Asklepios  Klinik Harburg: "Und je früher eine Psychose erkannt wird, desto
früher und erfolgreicher kann sie behandelt werden."
 
Damit das Vertrauensverhältnis auch von Dauer ist, gehört zu dem Konzept
auch eine stadtteilbezogene Aufteilung der Klinik. Auf diese Weise werden
die Patienten, abhängig von ihrem Wohnort, immer auf der gleichen Station
bzw. vom gleichen Team betreut. Mittelfristig sollen auf dieser Grundlage
stationär-ambulante Behandlungsteams entstehen.
 
 
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