Asklepios Fachklinikum  
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Konzept_der_psychiatrischen_M

Konzept der psychiatrischen Maßregelbehandlung gemäß § 63 StGB


Aufgabe der Abteilung mit 93 Behandlungsplätzen auf 6 Stationen ist die Behandlung von psychisch kranken Straftätern, die aufgrund einer psychischen Störung bei Begehung ihrer Tat schuldunfähig oder nur vermindert schuldfähig waren und von einem Gericht wegen prognostisch angenommener Wiederholungsgefahr in einem psychiatrischen Krankenhaus zur "Besserung und Sicherung" untergebracht worden sind.
 
Die psychiatrische Maßregelbehandlung stellt in erster Linie eine fachgerechte, patientenorientierte und störungsspezifische Krankenbehandlung nach ärztlichen Gesichtspunkten dar mit dem Ziel der Rehabilitation und sozialen Wiedereingliederung des Patienten ("Besserung"); sie erfüllt darüber hinaus die hoheitliche Aufgabe des Vollzuges einer gerichtlich angeordneten freiheitsentziehenden Maßnahme und damit auch kriminalpräventive Funktionen ("Sicherung").
 
Die Behandlung erfolgt in Abhängigkeit von der jeweiligen psychiatrischen Problematik, den therapeutischen Fortschritten und der fortlaufend eingeschätzten "Gefährlichkeit" des Patienten nach einem individuellen, gestuften Therapie- und Lockerungsplan mit  vier Lockerungsstufen:
 
Stufe I
Keine Lockerungen; maximale Außensicherung; hochstrukturiertes Behandlungssetting mit hoher Personaldichte; Möglichkeiten der Krisenintervention und der vorübergehenden Absonderung (Isolierung); Aufnahme-, Diagnostik- und Orientierungsphase (Therapievorbereitung);

 
Stufe II
Geschlossene Therapiestation; beginnende Außenorientierung mit begleiteten Außenaktivitäten, Ausführung einzeln oder in Gruppe auf dem Krankenhausgelände, später auch ins Stadtgebiet;
Station 15.
 
Stufe III
Geschlossene Therapiestation mit Lockerungsmöglichkeiten: schrittweise ausgedehnter unbegleiteter Ausgang; Urlaub max. 6 Tage;
Stationen 16.1 und 16.2.
 
Stufe IV
Offene Rehabilitationsstation auf dem Krankenhausgelände und offene Außen-WG im Stadtgebiet; Ausgang nach therapeutischem Ermessen; Urlaub max. 4 Wochen; Entlassungsvorbereitungen;
Station 17.
 
Phasen und Schwerpunkte des Behandlungsverlaufes
 
Aufnahme- und Orientierungsphase:
Diagnostik; klinische Beobachtung; Behandlungsplanung; Beziehungsaufbau ("therapeutisches Arbeitsbündnis"); Klärung der Rollenverteilung und der Verantwortung; Vermittlung von Regeln und systemischen Werten; Förderung von Krankheitsverständnis und Veränderungsmotivation; Tagesstruktur; Integration in die Patientengemeinschaft und in die Arbeitstherapie.
 
Behandlung
nach ärztlichen Gesichtspunkten mit verschiedenen therapeutischen Methoden im multiprofessionellen Team: störungsspezifische Einzel- und Gruppenbehandlung, ggf. medikamentöse Behandlung; Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung, von Empathie- und Beziehungsfähigkeit sowie von Frustrationstoleranz, Impulskontrolle und anderen Ich-Funktionen; Förderung von innerpsychischer Strukturbildung, Nachreifung und Verantwortungsübernahme; Entwicklung und Einübung adäquater Problemlöse- und Konfliktbewältigungsstrategien; psychotherapeutische Deliktbearbeitung mit Herausarbeiten des individuellen delinquenzbegünstigenden Risikoprofils sowie Entwicklung entsprechender Rückfallvermeidungsstrategien.
 
Gestufte Lockerungs- und Belastungserprobungen
unter zunehmendem äußeren Anforderungsdruck; Einübung von realitätsgerechter und situationsangemessener Konflikt- und Krisenbewältigung.
 
Rehabilitation:
pädagogische Förderung (z.B. Schulabschluss); berufliche und soziale Wiedereingliederung; Aufbau eines günstigen sozialen Empfangsraumes etc.
 
Bei günstiger Prognose: Vorbereitung der (bedingten) Entlassung in eine eigene Wohnung oder eine nachsorgende Einrichtung.
 
Individuelle Nachsorge und Rückfallprävention im Rahmen der forensischen Ambulanz:
sozialpsychiatrisch ausgerichtete Nachbetreuung mit Beziehungskontinuität; ggf. Fortführung der medikamentösen Behandlung; Unterstützung bei der Bewältigung von Konflikten und Krisen; Kontrolle von Risikofaktoren ("risk monitoring"); Früherkennung einer beginnenden psychischen Dekompensation sowie von rückfallträchtigen Situationen; ggf. Krisenintervention.
 

Behandlung
 
Akutpsychiatrie
Suchtbehandlung
Sozialpsychiatrie
Gerontopsychiatrie
Psychotherapie
Forensische Psychiatrie
Tagesklinische Behandlung
Ambulante Behandlung
Ambulante Hilfen