Asklepios - Globale Indikationen

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Was Sie tun können

Überblick

 Jede Verletzung der Haut hinterlässt eine Narbe. Im besten Falle verblasst diese zu einem fast unsichtbaren Strich, im ungünstigsten Fall entstehen immer wieder aufbrechende Narbenplatten mit der Gefahr der Entartung oder so genannte Keloide, dicke, wulstige, schmerzende und juckende Stränge.

Was führt zu einer Entartung von Narben?

 Die Entartung von Narben wird im Wesentlichen von drei Faktoren bestimmt:

  • Hauttyp: Bei sehr hellhäutigen Menschen, stärker aber bei besonders dunklen Hautfarben, besteht eine erhöhte Neigung zu Keloidbildung. Bei vielen afrikanischen Stämmen wird diese Eigenschaft ausgenutzt, um durch Ritzen der Haut ganze Muster zu schaffen.
  • Lage der Narben: Am menschlichen Körper gibt es Spannungslinien entlang der Haut. Liegt der Verlauf einer Narbe senkrecht zu diesen Linien, ist mit einer schlechteren Narbenbildung zu rechnen. Meistens lässt sich bei der Planung einer OP dieser Hautlinien-Verlauf berücksichtigen, in einigen Fällen (Notfall -OP´s) kann jedoch keine Rücksicht darauf genommen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt lässt sich der Narbenverlauf dann fast immer korrigieren.
  • Operationstechnik: Manche Wunden hinterlassen nur deshalb hässliche Narben, weil beim Betroffenen eine Unverträglichkeit für das verwendete Nahtmaterial besteht oder die Wunde nicht direkt verheilt ist, z. B. nach Abszessen.
Welche Beschwerden verursachen entartete Narben?

 Entartete Narben führen zu unterschiedlichen Syptomen und Beschwerden.

  • Schmerzen: entartete Narbenstränge können jucken oder bei Druck Schmerzen verursachen.
  • funktionelle Einschränkungen: Narbenwucherungen in der Umgebung von Gelenken können zu funktionellen Einschränkungen führen. Das Gelenk kann sich, wegen der Wucherung, nicht mehr frei bewegen.
  • psychische Probleme: Das weitaus größere Problem bei Narbenwucherungen, besonders einem Keloid, ist aber das entstellende Aussehen, unter dem die Betroffenen leiden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 Je nach Art und Lokalisation der Narbenwucherung gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

  • Narben, die z. B. im Gesicht durch einen Verlauf quer zu den natürlichen Hautfalten auffallend wirken, werden so umschnitten, dass sich ihre Länge und Lage ändert. Im günstigsten Falle werden sie damit für den Betrachter so gut wie unsichtbar.
  • Größere Flächen narbig veränderter Haut lassen sich durch Aufdehnung der umgebenden gesunden Haut durch so genannte "Expander" entfernen.
  • Keloide können durch Unterspritzen mit Kortison, Silikongel-Auflagen, operativer Entfernung mit Röntgen-Nachbestrahlung und Kompressionsbehandlung mit maßgeschneiderten Kleidungsstücken behandelt werden.
  • Ein völlig neues Behandlungskonzept besteht im Einsatz von so genannter künstlicher Haut. Diese Therapie eignet sich besonders für große Narbenflächen nach Verbrennungen, aber auch zur Keloidbehandlung. Nach Einheilung der Kunsthaut - besser müsste man künstliche Unterhaut sagen - wird diese mit einer dünnen Schicht oberflächlich an anderer Stelle abgetragener Haut gedeckt.
  • Weitere Verfahren sind hochtouriges Abschleifen kleinerer Narbenstränge, Verdampfen oberflächlicher Narbenschichten mit dem Laser oder chemisches Abschälen ("Peeling") zum Erzielen einer Glättung. Dieses Verfahren kommt auch für Aknenarben in Frage.

Welche Behandlung bei Ihnen in Frage kommt, kann nur in einem persönlichen Beratungsgespräch geklärt werden.

Welche Risiken gibt es?

 Neben den allgemeinen Risiken einer jeden Operation wie Nachblutung oder Infektion kann es auch bei der Entfernung entarteten Narbengewebes zu Komplikationen kommen. Dazu zählen

  • erneute Narbenbildung: Speziell Keloide können sich erneut bilden, teilweise sogar stärker als vorher.
  • Verlängerung der Narben
  • Hautexpander können sich entzünden und müssen dann ggf. vorzeitig entfernt werden.
  • künstliche Unterhaut oder verpflanzte körpereigene Haut können abgestoßen werden.
Was können Sie tun?

 Wenn Sie zu Narbenwucherungen neigen, sollten Sie nach Möglichkeit frische Verletzungen oder Narben nicht direkten Sonnenlicht aussetzten, um Verfärbungen zu vermeiden. Dies gilt besonders nach der Entfernung einer Narbenwucherung. Nach dem Einsetzen von "künstlicher Haut" sind meist längere Ruhigstellungen, auch im Gipsverband, erforderlich. Die Behandlung selbst kann sich bis über vier Wochen (im Krankenhaus) erstrecken.

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