Asklepios - Globale Indikationen

Krankheitsbilder

Skoliose - Seitverkrümmung der Wirbelsäule

Entstehung

Symptome

Diagnose

Therapie

Was Sie tun können

Überblick

 Die Wirbelsäule bildet die bewegliche Achse unseres Körpers. Ihre Doppel-S-Form und die zwischen den Wirbeln gelegenen Scheiben federn gegen Stöße ab. Die Wirbelsäule umgibt und schützt dadurch das Rückenmark.

Bei einer Skoliose verbiegt sich die Wirbelsäule seitlich, die Wirbelkörper verdrehen sich und die betroffenen Bereiche der Wirbelsäule versteifen teilweise. Die meisten Skoliosen werden im Alter von 10 bis 12 Jahren entdeckt; Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer.

Wie entsteht eine Skoliose?

 Die Ursache der Skoliose ist in etwa 80 Prozent der Fälle unbekannt. Nur in den verbliebenen 20 Prozent findet sich eine Ursache, wie z.B.

  • Veränderungen der Knochenstruktur, z.B. bei Fehlbildungen oder nach Brüchen von Wirbelkörpern
  • Muskel- und Nervenerkrankungen, z.B. bei bestimmten Formen von Lähmungen
  • bei Narben oder nach Operationen im Bereich des Brustkorbs.
Welche Symptome verursacht die Skoliose?

 Typisch für die Skoliose ist der Rippenbuckel und ein Lendenwulst beim Vorbeugen. Häufig steht eine Schulter höher als die andere. Besteht die Skoliose über einen längeren Zeitraum, ist die Beweglichkeit der Wirbelsäule eingeschränkt; strukturelle Veränderungen der Wirbelkörper treten auf.
Die Seitbiegung der Wirbelsäule schränkt die Beweglichkeit des Brustkorbs ein. Dadurch:

  • ist ein vollständiges Ein- und Ausatmen erschwert
  • muss die rechte Herzkammer zu viel arbeiten - bis hin zur Überlastung
  • sind Leistungsfähigkeit und Lebensqualität häufig eingeschränkt.
Wie wird die Skoliose diagnostiziert?

 Im Zentrum steht zunächst die genaue körperliche Untersuchung durch den Arzt. Es wird u.a. geprüft, wie die Schultern stehen, ob ein Rippenbuckel oder Lendenwulst vorhanden ist und ob die Wirbelsäule im Lot ist. Den Grad der Abweichung zur Seite ermittelt der Arzt mit der so genannten "Messmethode nach Cobb", den Grad der Wirbelsäulendrehung nach einer anderen Methode.
Der Befund der körperlichen Untersuchung wird mit einem Foto dokumentiert, das zur Befundkontrolle und Übungsvorlage dient.

Weitere Untersuchungen

Untersuchung Aussage
3-D-Rasterstereo-graphie  Hier wird die Rückenfläche und die Wirbelsäulenform dreidimensional, statisch und dynamisch vermessen und analysiert. Da die Methode ohne Röntgenstrahlung auskommt, ist sie besonders für Verlaufskontrollen im Kindes- und Jugendalter geeignet.
Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule  Zu Beginn der Behandlung wird sie zur Erkennung der knöchernen Strukturen durchgeführt.
Lungenfunktions-untersuchung  erkennt evtl. behandlungsbedürftige Veränderungen der Lungenfunktion infolge der Skoliose

Wie wird die Arthrose des Hüftgelenks behandelt?

Die Art der Behandlung hängt vom einzelnen Patienten und dem Ausmaß der Wirbelsäulenverkrümmung ab. Sie soll vermeiden, dass sich die Wirbelsäule weiter krümmt, dadurch Folgeschäden entstehen und eine Operation notwendig wird. Im Wachstumsalter soll die Krümmung der Wirbelsäule verbessert werden.

 Krankengymnastik

Krankengymnastik begleitet alle Formen der Skoliosebehandlung. Ab einer Verkrümmung um 10 Grad nach Cobb sollte z.B. mit der "dreidimensionalen Skoliosetherapie nach Katharina Schroth" begonnen werden. Bei dieser Methode werden gedachte, gegeneinander verschobene und verdrehte Rumpfblöcke wieder entdreht und korrigiert. Konzipiert als "Hilfe zur Selbsthilfe", werden Betroffene gezielt geschult, um das Übungsprogramm zuhause selbstständig durchführen zu können.
Weitere krankengymnastische Methoden sind u.a. Vojta, Osteopathie, manuelle Therapie.

 Korsettbehandlung

Bei stärker ausgeprägter Skoliose ist zusätzlich zur Krankengymnastik das Tragen eines Korsetts erforderlich. Es muss von einem erfahrenen Orthopädiemechanikermeister angefertigt und zusammen mit einem spezialisierten Orthopäden angepasst werden.

 Operation

Weicht die Wirbelsäule noch stärker zu Seite ab (ab etwa 45 Grad nach Cobb) und befindet sich der Patient gegen Ende des Wachstums, wird in der Regel operiert. Es stehen zahlreiche Operationsverfahren zur Verfügung, die eine Korrektur und knöcherne Versteifung der verkrümmten Wirbelsäule zum Ziel haben. Dazu wird die Wirbelsäule mit verschiedenen Metallimplantaten stabilisiert.

Eine intensive Betreuung des Skoliosepatienten beinhaltet u.a. auch:

  • psychologische Betreuung
  • Einüben von Entspannungstechniken, Akupunktur
  • Atemtherapie
  • Fango, Massage, Elektrotherapie, Chirotherapie, Wassertherapie
Was Sie tun können
  • Gehen Sie oder Ihre Kinder frühzeitig zu einem erfahrenen Orthopäden. Je früher die Behandlung beginnt, desto erfolgreicher verläuft sie!
  • Der Kontakt zu anderen Skoliosepatienten steigert die Motivation erheblich. Nutzen Sie solche Gelegenheiten und suchen oder bilden Sie eine Selbsthilfegruppe.
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