Asklepios - Globale Indikationen

Krankheitsbilder

Schädel-Hirn-Trauma 

Entstehung

Symptome

Diagnose

Therapie

Was Sie tun können

Überblick

 Kopfplatzwunden sehen oft dramatisch aus und bluten stark, stellen in der Regel jedoch keine Lebensgefahr dar. Auch von Schädelprellungen geht in den allermeisten Fällen keine Lebensbedrohung aus.

Gefährlich können unsichtbare Verletzungen im Schädelinneren sein, beispielsweise wenn das Gehirn anschwillt oder wenn eine Blutung aufgetreten ist. Schädel-Hirn-Verletzungen sind die häufigste Todesursache vor dem 40. Lebensjahr in Deutschland. So starben 1994 insgesamt 10.000 Menschen an den Folgen einer Schädel-Hirn-Verletzung.

Wie entstehen Schädel-Hirn-Verletzungen? 

 Sie entstehen durch Gewalteinwirkung auf den Kopf, z.B. durch

  • Schlag
  • Sturz
  • Aufprall

Mehr als die Hälfte aller im Straßenverkehr verletzten Personen erleiden ein Schädel-Hirn-Trauma.

Welche Symptome verursacht ein Schädel-Hirn-Trauma?

 Symptome eines leichten Schädel-Hirn-Traumas (Gehirn-erschütterung) bilden sich innerhalb weniger Tage zurück, die eines mittelschweren Traumas innerhalb etwa eines Monats. Bei einem schweren Trauma bleiben in der Regel Schäden bestehen.

So erkennen Sie eine schwere Hirnschädigung - nicht nur
nach Verletzung:

  • starke zunehmende Kopfschmerzen
  • Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit
  • Austreten klarer oder wässrigblutiger Flüssigkeit aus Nase
    und Ohr
  • Bluterguss unter den Augen
  • Pupillen rechts und links unterschiedlich groß
  • kräftiger, langsamer Pulsschlag
  • Atemstörungen
  • Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel

Auswirkungen für den Betroffenen können sein:

  • Lähmungen
  • Sprachstörungen
  • Störungen der Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxie)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Störungen in der Regulation der Körpertemperatur
  • Störungen der Hirnleistungen (Gedächtnis, Benutzung falscher Gegenstände)
  • Wahrnehmungsstörungen (Sinnesreize werden im Gehirn nicht weiter verarbeitet)
Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma erkannt?

 Sofort werden Hergang und Begleitumstände des Traumas erfragt, äußere Verletzungszeichen beurteilt und die Schwere der Hirnschädigung und weiterer Verletzungen erfasst. In der Klinik wird genauer untersucht, in welchen Umfang das Gehirn verletzt ist und welche Komplikationen eingetreten oder zu erwarten sind:

  • Messung von Blutdruck, Sauerstoffgehalt im Blut und Temperatur
  • Röntgenuntersuchungen: Computertomographie des Kopfes (evtl. Brustraum, Bauch, Wirbelsäule); konventionelle Röntgenuntersuchung von Brustkorb, Bauchraum, Wirbelsäule
  • Ultraschall-Untersuchungen von Bauchraum und ggf. Herz
  • Blutuntersuchungen
  • Elektrokardiographie (EKG)
  • Elektroencephalographie (EEG)

Da Gehirnverletzungen mit erhöhtem Hirndruck einhergehen können, wird dieser falls erforderlich mit einer Sonde im Schädelinneren gemessen.

Wie wird ein Patient mit Schädel-Hirn-Trauma behandelt?

 Der Betroffene muss möglichst rasch in eine geeignete Klinik gebracht werden. Von Anfang an gilt es Schäden und Komplikationen zu verhindern. So werden bewusstlose  Patienten häufig intubiert, mit Sauerstoff versorgt und evtl. künstlich beatmet, um einen bedrohlichen Sauerstoffmangel im Gehirn zu vermeiden.

In der Klinik werden Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma auf der Intensivstation behandelt. Mit medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren wird ein erhöhter Hirndruck gesenkt und damit die Durchblutung des Gehirns gesichert. Im Einzelfall, z.B. bei Blutungen oder wenn der Hirndruck anderweitig nicht zu senken ist, muss operiert werden.

Rehabilitation

Nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma bleiben neben Lähmungserscheinungen, Gleichgewichtsstörungen und Empfindungsstörungen häufig auch Hirnleistungsstörungen mit Einschränkungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planen und Denken bestehen. Für die langfristige Wiedereingliederung in die Familie und in das Berufsleben sind die neuropsychologischen Störungen, d.h. die Hirnleistungsstörungen, von größerer Bedeutung als die Lähmungserscheinungen oder die anderen motorischen Ausfälle.

In Rehabilitationsprogrammen werden Patienten  trainiert, ihren beruflichen und privaten Alltag wieder zu bewältigen. Behandelt werden u.a. motorische, psychologische, sprachliche und visuelle Ausfallserscheinungen nach einer Hirnschädigung. Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen: Psychologie, Physiotherapie, Neurologie, Innere Medizin, Ergotherapie, Logopädie, Sporttherapie, Sozialpädagogik, Ernährungsberatung, Kunsttherapie, Freizeittherapie.

Was Sie tun können
  • Patienten und Angehörige müssen sehr viel Zeit und Geduld aufbringen. Die Rehabilitation dauert nicht selten Monate bis Jahre.
  • Nehmen Sie auch als Angehörige Hilfsangebote in Anspruch! Sie werden von Zentren angeboten; vielleicht finden Sie in Ihrer Nähe eine Selbsthilfegruppe.
  • Gerade in der Frühphase kann nicht exakt ausgesagt werden, wie sich ein Patient mit Schädel-Hirn-Trauma  entwickeln wird. Eine Vielzahl von Patienten, die eine sehr schlechte Prognose aufwiesen, haben sich recht gut erholt und führen wieder ein fast normales Leben.
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