Asklepios - Globale Indikationen

Krankheitsbilder

Epilepsien 

Entstehung

Symptome

Diagnose

Therapie

Was Sie tun können

 

Überblick

 Krampfanfälle treten bei einem von 100 Menschen auf. Sie sind gekennzeichnet von Episoden  ungeordneter, elektrischer Aktivität im Gehirn, die das Bewusstsein verändern und unwillkürliche Bewegungen bzw. Krämpfe hervorrufen können. Verschiedenste Ursachen führen zu Krampfanfällen, wobei nur wiederkehrende Krampfanfälle als Epilepsie bezeichnet werden.

 


Elektroenzephalographie (EEG)

Wie entstehen Krampfanfälle? 

 Im Gehirn werden Reize von einer Nervenzelle zur anderen weitergeleitet, wodurch komplexe Funktionen wie das Denken entstehen. Verschiedene Ursachen schädigen das Hirngewebe, so dass es zu übermäßigen Entladungen von Impulsen kommt. Ab einer bestimmten Schwelle, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, führt eine Überlastung des Gehirns mit Reizen zu Krampfanfällen.

Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen tritt ein Krampfanfall ohne erkennbare Ursache auf, wobei die Veranlagung dazu vererbt werden kann.

Bekannte Ursachen von Krampfanfällen können sein:

  • ein Hirnschaden, der während der Geburt erworben wurde
  • einer Hirnverletzung oder ein Hirntumor
  • Alkoholismus
  • Schäden von Blutgefäßen im Gehirn
  • eine Entzündung des Gehirns

Weitere mögliche Ursachen oder Auslöser gelegentlicher Anfälle sind hohes Fieber, Stoffwechselentgleisungen, Drogen, Vergiftungen und einige Medikamente.

 

Welche Symptome verursachen Krampfanfälle?

 Wie Krampfanfälle in Erscheinung treten, hängt u.a. davon ab, in welcher Gehirnregion und in welchem Alter sie entstehen.

Fokale Anfälle sind auf ein begrenztes Gebiet des Gehirns begrenzt, können sich in der Folge aber auf das gesamte Gehirn ausbreiten. Das Bewusstsein bleibt während des Anfalls erhalten.

Typische Symptome sind u.a.:

  • Missempfindungen und Sinnestäuschungen, die stunden- bis tagelang anhalten können.
  • unwillkürliche Kaubewegungen mit Schmatzgeräuschen, unwillkürliche Gesten
  • einseitige, umschriebene Zuckungen einzelner Muskeln oder plötzliche Drehung von Rumpf oder Kopf

Generalisierte Anfälle entstehen durch übermäßige Aktivität des ganzen Gehirns und sind mit Bewusstseinsverlust verbunden.

Typisch für generalisierte Anfälle des Kinder- und Jugendlichenalters sind

  • beidseitige Muskelzuckungen am ganzen Körper oder beschränkt auf Gesicht, Rumpf oder Extremitäten
  • plötzliches Abschalten und "Tagträumen" (Absencen)
  • plötzliche Sturzanfälle

Typisch für den generalisierten Anfall des Erwachsenenalters ist der "tonisch-klonische" Krampfanfall: Hier kündigt sich der Anfall oft mit Vorboten, z.B. Missempfindungen oder Sinnestäuschungen (Aura) an. Dann folgt ein "Starrekrampf", anschließend ein "Bewegungskrampf", der alle Skelettmuskeln betrifft. Nach etwa 2-3 Minuten kommt der Patient langsam wieder zu Bewusstsein. Die Betroffenen lassen Urin unwillkürlich unter sich. Häufig sind Speichelaustritt aus dem Mund und Bissverletzungen der Zunge.

 

Wie diagnostiziert der Arzt ein Krampfleiden?

 Die genaue Schilderung der Beschwerden und des Anfalls - vor allem durch Angehörige, Freunde oder Kollegen - und eine genaue körperliche Untersuchung durch den Arzt stehen zunächst im Vordergrund.

Weitere Untersuchungen

Untersuchung Aussage
Elektro-enzephalogramm (EEG)  Anfalltypische Hirnstromkurven lassen sich während des Anfalls ableiten, während das EEG zwischen Anfällen oft normal ist. Eine gleichzeitige Videoaufzeichnung erlaubt die genaue Analyse einzelner Anfälle
Computer-tomographie, Kernspintomographie weisen in manchen Fällen Hirnerkrankungen als Ursachen für Krampfanfälle nach
  

 

Wie werden Epilepsien behandelt?

 Eine fachgerechte Behandlung mit Medikamenten verhindert oder vermindert die Häufigkeit von Anfällen bei vielen Patienten. Der Arzt verordnet dabei das richtige Medikament individuell und überprüft den Medikamentenspiegel. Bekannte Wirkstoffe sind z.B. Carbamazepin, Phenytoin oder Valproinsäure.

Bei einem Teil der Patienten führt eine Operation zum Erfolg. Hier wird - falls möglich - die Ursache der Epilepsie entfernt oder es werden Nervenbahnen unterbrochen, die die übermäßige Aktivität leiten.

Viele Epilepsiepatienten benötigen Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation, um den Behandlungserfolg zu sichern, einen angemessenen Umgang mit der Erkrankung zu erlernen und die psychischen und sozialen Folgen der Erkrankung zu mildern.

 

Was Sie tun können
  • Wenn Sie bei einem Krampanfall zugegen sind, achten Sie darauf, dass sich der Betroffene nicht verletzt und er nach dem Anfall stabil auf der Seite liegt. Schieben Sie während eines Anfalls aber nichts zwischen die Zähne des Betroffenen.
  • Vermeiden Sie als Betroffene mögliche Anfallsauslöser, wie das Flimmern eines Fernsehapparates, eine Lasershow oder unregelmäßigen Schlaf.

 

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