Asklepios - Globale Indikationen

Krankheitsbilder

Bandscheibenvorfall

Entstehung

Symptome

Diagnose

Therapie

Was Sie tun können

Überblick

 Die Wirbelsäule hält Kopf und Körper aufrecht und ermöglicht dem Körper sich zu beugen und zu drehen. Sie besteht aus 33 ringförmig übereinander liegenden Wirbeln, die mit einer Reihe beweglicher Gelenke verbunden sind. Zwischen den Wirbeln liegen elastische Scheiben aus straffem Faserknorpel, die bei Druck nach unten gepresst werden und Stöße auffangen - die Bandscheiben. Bei anstrengenden Bewegungen wirken teilweise mehrere hundert Kilo auf sie ein.

Wie entsteht der Bandscheibenvorfall? 

 Etwa ab dem 40. Lebensjahr tritt bei fast allen Menschen ein Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke und der Bandscheiben auf. Durch Abnutzung oder Druck kann die harte Außenhülle der Bandscheibe reißen, häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule. Der weiche Gallertkern quillt hervor und drückt auf die Wurzel des Rückenmarknervs. Neben einem solchen Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps), kann es auch zu einer Vorwölbung der Bandscheibe (Diskusprotrusion) kommen. Hier bleibt der harte Bindegewebsring intakt.

Typische Ursachen sind

  • Überbelastungen der Wirbelsäule, z. B. durch schweres Heben
  • überwiegend sitzende Tätigkeit
  • Bewegungsmangel
  • Unfälle
  • allgemeine Bindegewebsschwäche
Welche Symptome verursacht der Bandscheibenvorfall?

 Die Beschwerden werden durch den Druck des ausgetretenen Gallertkerns auf Nervenwurzeln bzw. Nervenfaserbündel verursacht.

Typisch sind

  • starke Schmerzen! Bei einem Vorfall auf Höhe der Halswirbelsäule treten Armschmerzen auf, die durch Kopfbewegung und Zug am Arm verstärkt werden; bei einem Vorfall auf Höhe der Lendenwirbelsäule mit Druck auf den Ischiasnerv kommt es zu typischen Schmerzen, die vom Gesäß bis in die Beine ausstrahlen.
  • häufig Kribbeln und Taubheitsgefühle
  • Schonhaltung und Muskelverspannungen entlang der Wirbelsäule
  • Muskelschwäche oder Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen
  • Bei Störungen der Blasenfunktion und Schließfunktion des Afters muss sofort ein Arzt verständigt werden!

Eine Bandscheibenvorwölbung muss zu keinen Beschwerden führen. Drückt das Gewebe allerdings auf eine Nervenwurzel, tritt ein schmerzhafter "Hexenschuss" auf.

Wie wird der Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

 Durch die Schilderung der Beschwerden und eine eingehende körperliche, insbesondere neurologische Untersuchung, ergibt sich der Verdacht auf das Vorliegen einer Bandscheibenvorwölbung oder eines Bandscheibenvorfalls. Häufig kann der Arzt bereits auf diese Weise erkennen, auf welcher Höhe der Wirbelsäule das Problem aufgetreten ist.

Die exakte Diagnose wird anhand einer Computer- oder Kernspintomographie gestellt, mit deren Hilfe der Arzt Veränderungen der Wirbelgelenke und Bandscheiben genau beurteilen kann.


Computertomographie

Wie wird ein Bandscheibenvorfall behandelt?

Leichtere Bandscheibenvorfälle

Sie bedürfen meist keiner operativen Behandlung. Der Arzt wird im akuten Stadium folgende Therapiemaßnahmen einleiten:

  • allgemeine Ruhigstellung und Wärme; Bettruhe in flacher Rückenlage oder Stufenbett.
  • Verordnung von Schmerzmitteln und muskelentspannenden Medikamenten sowie lokale Eis- oder Wärmeanwendung, z.B. Fangopackungen

Nach Abklingen der ersten Schmerzen können krankengymnastische Maßnahmen verordnet werden. Darüberhinaus sind Entspannungstherapien und ggf. eine psychische Betreuung hilfreich.

Schwere Bandscheibenvorfälle

Sind Bandscheibenvorfälle mit Lähmungen oder anderen neurologischen Symptomen verbunden oder wirkt die nicht-operative Therapie nicht ausreichend, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei wird der weiche Kern der Bandscheibe entfernt. Dies kann mit Hilfe der so genannten minimal-invasiven Chirurgie ("Schlüsselloch-Chirurgie") geschehen, bei der die Operationswunden sehr klein gehalten werden oder mit der offenen Operation.

Was Sie tun können

 Vermeiden Sie starke Belastungen von Wirbelsäule und Bandscheiben:

  • Nehmen Sie Gewicht ab! Damit verringert sich das Risiko einen Bandscheibenvorfall zu erleiden.
  • Heben Sie schwere Lasten nicht auf einmal; halten Sie die Last dicht am Körper. Weichen Sie nicht in ein Hohlkreuz aus, sondern heben Sie mit geradem Rücken und gebeugten Knien.
  • Stärken Sie mit gezielten Übungen ihre Rückenmuskulatur.
  • Achten Sie im Büroalltag auf eine korrekte Sitzposition: Nutzen Sie die gesamte Sitzfläche; die Rückenlehne sollte zur Unterstützung genutzt werden.
  • Wechseln Sie häufig Ihre Sitzhaltung. Dies fördert die Durchblutung der Muskulatur und entlastet die Bandscheibe durch gleichmäßige Druckverteilung.
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