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Krankheitsbilder

Alzheimer-Krankheit

Entstehung

Symptome

Diagnose

Therapie

Was Sie tun können

 

Überblick

 Die Alzheimer-Krankheit gehört zu einer Gruppe von Erkrankungen, die unter dem Begriff "Demenz" zusammengefasst sind. Gemeinsames Kennzeichen ist ein Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit. Neben Durchblutungsstörungen des Gehirns ist die Alzheimer-Krankheit mit etwa 60 Prozent häufigste Ursache einer Demenz.

Betroffen sind in Deutschland etwa 3 Prozent der über 60-Jährigen, derzeit ca. 800.000 Menschen. Bei einer zweiten Form der Alzheimer-Krankheit, der so genannten präsenilen Demenz vom Alzheimer-Typ, treten Symptome bereits zwischen 45 und 65 Jahren auf.

 


Ergotherapie

Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit? 

 Der fortschreitende Abbauprozess bei der Alzheimer-Krankheit ist Folge eines Nervenzelluntergangs, vor allem in den Seiten- und Scheitellappen des Gehirns. Ursache sind Ablagerungen von Eiweißbruchstücken an den Nervenzellen, die so genannten "Plaques".

Zwar wurden einige Risikofaktoren für das Entstehen der Alzheimer-Krankheit identifiziert, z.B. genetische Faktoren, mangelhafte Ausbildung oder Schüttellähmung in der Familie, letztlich ist die Ursache der Krankheit jedoch unbekannt.

 

Wie macht sich die Alzheimer-Krankheit bemerkbar?

 Die Alzheimer-Krankheit beginnt fast unmerklich. Beschwerden können über Monate bis Jahre zunächst nur leicht ausgeprägt sein. Krankheitsbedingte Missverständnisse, Stimmungs-schwankungen und sozialer Rückzug belasten den Alltag stark.

Typische Symptome sind:

  • Konzentrationsschwäche und Störungen des Kurzzeitgedächtnisses ("Vergesslichkeit"): Erkrankte verlegen z.B. die Brille und können den Namen einer neuen Bekanntschaft nicht behalten.
  • Orientierungsstörungen: z.B. steigen Betroffene in den falschen Bus ein
  • Sprachschwierigkeiten: z.B. können Gegenstände nicht benannt werden.
  • Stimmungsschwankungen, häufig Depressionen
  • Verhaltensänderungen, z.B. unerwartete Aggressivität oder Angst
  • gestörter Tag-Nacht-Rhythmus: Betroffene "geistern" in der Nacht umher

Im weiteren Verlauf verändert sich der Erkrankte gravierend. Er kann Alltagssituationen nicht mehr bewältigen und ist nicht mehr in der Lage, vernünftig und folgerichtig zu handeln. Er versteht und , häufig treten Wahnvorstellungen auf; geplante Bewegungen können nicht mehr durchgeführt werden. Häufig erkennt der Erkrankte sogar engste Angehörige nicht mehr.

Schließlich wird der Kranke bettlägerig und pflegebedürftig. Er kann kaum gehen oder stehen und seine Blase oder den Darm nicht kontrollieren.

 

Wie wird die Alzheimer-Krankheit erkannt?

 Die Alzheimer-Krankheit kann zunächst nur indirekt diagnostiziert werden, wenn andere Erkrankungen, die zu einer Demenz führen, sicher ausgeschlossen sind. Erst nach dem Tod erlaubt die feingewebliche Untersuchung des Gehirngewebes eine zweifelsfreie Diagnose.
Zur Abgrenzung gegenüber anderen Ursachen einer Demenz wird sich der Arzt die Beschwerden schildern lassen, den Patienten genau körperlich untersuchen und weitere Untersuchungen veranlassen:

Untersuchung  Aussage
Neuropsychologische Testverfahren  dienen der Beurteilung der Hirnfunktion und der intellektuellen Leistungsfähigkeit
Computertomographie, Kernspintomographie  weisen vor allem Gehirnerkrankungen nach, z.B. Schlaganfall oder Hirntumor
Blutuntersuchungen  geben Hinweise auf andere Erkrankungen, die zu einer Demenz führen
EKG, Herzultraschall, u.a.  Nachweis oder Ausschluss von Herz-Kreislauferkrankungen als mögliche Demenzursache

Besonders wichtig ist die Unterscheidung von einer Depression, da diese auch mit einer Störung geistiger und intellektueller Fähigkeiten einhergehen kann ("Pseudo-Demenz"). Im Gegensatz zur "echten" Demenz, bessern sich bei einer Depression diese Symptome allerdings im Verlauf der Behandlung.

 

Wie wird die Alzheimer-Krankheit behandelt?

 Die Alzheimer-Krankheit ist immer noch nicht heilbar. Deshalb kommen Behandlungsformen, die dem Betroffenen das Leben im Alltag und den Umgang mit seiner Erkrankung erleichtern, entscheidende Bedeutung zu:

  • Anwendung von Gedächtnishilfen und -techniken
  • Bewältigung und Abbau von Stress
  • Übung vorhandener Hirnleistungen
  • Gesprächsangebote

Derzeit stehen auch Medikamente zur Verfügung, für die eine - wenn auch geringe - Besserung der Hirnleistung wissenschaftlich belegt ist. Im Mittelpunkt des Interesses stehen Präparate, die den Mangel des Nervenüberträgerstoffes Acetylcholin bei einer Demenz ausgleichen sollen.

Vitaminpräparate, so genannte Antioxidantien und Hormone zeigen keine Wirkung. In jedem Fall sollten Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und die Zuckerkrankheit optimal behandelt werden, um zusätzliche Schädigungen des Gehirns zu vermeiden.

 

Was Sie tun können
  • Die Alzheimer-Krankheit ist eine "Krankheit für zwei": Angehörige sollten sich frühzeitig mit der Erkrankung und seinen Folgen auseinandersetzen. Lassen Sie sich beraten und unterstützen!
  • Nehmen Sie Gesprächs- und Hilfsangebote wahr. Alle Beteiligten - und das heißt der Kranke und seine Familie - benötigen eine tragfähige vertrauensvolle Beziehung zum behandelnden Arzt und allen Mitgliedern des multiprofessionellen therapeutischen Teams.

 

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