Asklepios - Globale Indikationen

Krankheitsbilder

Herzoperationen
Bypass-Operation

Herzklappen-Operationen 

Überblick

 In den letzten Jahren hat die Herzchirurgie in Deutschland einen rasanten Aufschwung genommen. So werden jährlich insgesamt mehr als 120.000 Menschen am Herzen operiert, davon erhalten mehr als 72.000 einen Bypass.
Bei Operationen am offenen Herzen werden zunächst Brustkorb und Herzbeutel eröffnet. Anschließend wird das Herz durch eine spezielle Lösung vorübergehend künstlich still gelegt und gekühlt. Bis zum Ende der Operation hält eine Herz-Lungen-Maschine den Blutkreislauf aufrecht. Zum Schluss wird der Brustkorb mit Drähten verschlossen.

Immer häufiger wenden Ärzte die "Schlüssellochchirurgie" an (minimal invasive Chirurgie), die Patienten schneller genesen lässt. Hier genügen kleine Schnitte um mithilfe spezieller Instrumente am Herzen zu operieren. Neuerdings werden Techniken entwickelt, die einen Eingriff am schlagenden Herzen ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erlauben.

 


Herzoperation

Bypass-Operation

 Die Bypass-Operation dient dazu, Verengungen von Herzkranzgefäßen bei der koronaren Herzerkrankung zu überbrücken, damit der Herzmuskel ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Die Einführung der Bypass-Operation im Jahr 1967 stellte einen Meilenstein auf dem Weg zur Verhinderung des Herzinfarktes dar. Die Lebenserwartung und die Lebensqualität betroffener Patienten haben sich seitdem deutlich verbessert.

Die Bypass-Operation kommt vor allem infrage

  • wenn alle drei Hauptäste der Herzkranzgefäße betroffen sind oder
  • wenn andere Verfahren, wie die Aufweitung der Engstelle durch die Ballondilatation, nicht geeignet sind oder kein zufriedenstellendes Ergebnis erbrachten

Wie wird die Operation durchgeführt?

Zunächst wird ein Stück einer Vene aus dem Bein (V. saphena magna) oder einer Brustwandarterie (A. mammaria interna) entnommen. Der Herzchirurg näht das Gefäßstück vor und hinter der verengten Stelle des Herzkranzgefäßes an, um sie zu überbrücken.

Als mögliche Komplikation kommt es bei etwa 20 Prozent Patienten innerhalb eines Jahres zu einem Neuverschluss des Bypasses.

 

Herzklappen-Operationen

 Operationen an den Herzklappen werden notwendig, wenn Herzklappen verengt sind oder nicht mehr richtig schließen und ausgeprägte Beschwerden auftreten. Am häufigsten sind dabei die Klappen des linken Herzens (Aorten- oder Mitralklappe) betroffen. Auch können mehrere Herzklappen gleichzeitig betroffen sein.

Wie entstehen Herzklappenfehler?

Sie können angeboren sein und müssen dann oft schon im Säuglingsalter operiert werden. Häufig werden die Herzklappenfehler erst im Laufe des Lebens erworben, meist als Folge einer unbemerkten bakteriellen Infektion. Es kommt dabei zu einer Schädigung der Herzklappen, die im Verlauf verkalken und schrumpfen.

Wie werden Herzklappenfehler festgestellt?

Art und Stärke der Beschwerden hängen davon ab, welche Herzklappe betroffen ist. Die Patienten fühlen sich oft weniger leistungsfähig, sie haben Atemnot und bemerken ein Schwindelgefühl.

Häufig treten auch Herzrhythmusstörungen auf.
Die Schilderung der Beschwerden und das genaue Abhören des Herzens durch den Arzt stehen an erster Stelle. Besteht der Verdacht auf einen Herzklappenfehler, werden weitere Untersuchungen vorgenommen:

Untersuchung  Aussage
EKG-Untersuchungen  weisen z.B. auf Herzrhythmusstörungen als Folge eines Herzklappenfehlers hin
Röntgenbild des Herzens  macht Auswirkungen einer Herzmuskelschwäche infolge eines Klappenfehlers sichtbar
Echokardiographie
(Herzultraschall-Untersuchung)

erlaubt Beurteilung des Klappenfehlers selbst und der Folgen auf Herzgröße und -funktion.
Die Platzierung der Ultraschallsonde in der Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie) erlaubt eine noch bessere Beurteilung des Klappenfehlers.

Herzkatheter-Untersuchung  dient der genauen Beurteilung der Herzleistung und dem Nachweis von Verengungen der Herzkranzgefäße

Wie werden Herzklappenfehler behandelt?

Reichen körperliche Schonung und Medikamente alleine nicht aus, kann die Funktionsfähigkeit der betroffenen Klappe durch eine Operation wieder hergestellt werden. Neben der Operation am offenen Herzen erlangen "Schlüssellochoperationen" immer mehr an Bedeutung. Je nach befallener Klappe, Untersuchungsbefund und Ausprägung des Herzklappenfehlers werden unterschiedliche Behandlungsverfahren angewendet:

  • Operation mit Erhalt der körpereigenen Klappe
  • Klappenersatz mit mechanischen Klappen aus Metall bzw. Kunststoff oder biologischen Klappen, z.B. vom Schwein. Bei mechanischen Klappen muss nach der Operation lebenslang das Blut verdünnt werden, um die Bildung von Blutgerinnseln an der künstlichen Klappe zu verhindern. Einige Herzchirurgen wenden daher diese Methode nur noch sehr selten an.
  • wenn keine Operation möglich ist, können Klappenverengungen im Rahmen der Herzkatheter-Untersuchung gesprengt werden.

 

Was Sie tun können

 Bevorstehende Operationen am Herzen rufen bei vielen Menschen Ängste hervor, obwohl der medizinische Fortschritt Risiken deutlich vermindern konnte. Informieren Sie sich in einem spezialisierten Zentrum genau über alle Einzelheiten des Eingriffs, der bei Ihnen geplant ist!

 

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