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Was Sie tun können

 

Überblick

 In den letzten Wochen der Schwangerschaft bereitet sich der weibliche Körper auf die bevorstehende Geburt vor. Schmerzlose Vor- und Senkwehen setzen ein, die das Baby tiefer in das Becken rutschen lassen. Während der Geburt leisten Schwangere und Kind das letzte Stück anstrengender Arbeit. Dabei werden sie im Kreißsaal genauestens überwacht. Hebammen und Ärzte sind auf jede Situation vorbereitet, bis die Schwangere schließlich ihr Baby in den Armen halten kann.

Fast alle Schwangeren in Deutschland entbinden heute in der Klinik. Ausschlagebend ist in erster Linie die größere Sicherheit. Denn auch bei normalem Verhältnissen kommt es bei ca. einem Fünftel zu Komplikationen.

 


Schwangerenvorsorge Ultraschall-Untersuchung

Wann sollte die Schwangere in die Klinik?

 Diese Zeichen sollten die Schwangere veranlassen, die Klinik aufzusuchen:

  • die Wehen treten regelmäßig im Abstand von fünf bis zehn Minuten auf
  • die Fruchtblase ist geplatzt und Fruchtwasser geht ab

 

Die normale Geburt

Bei der Geburt werden drei Phasen unterschieden, die ineinander übergehen:

 Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase ist der Zeitraum von Beginn der schmerzhaften Geburtswehen bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes. Sie kann bei Erstgebärenden bis zu 12 Stunden dauern und ist damit der längste Teil der Geburt. Die Abstände der einzelnen Wehen werden immer kürzer. Während dieser Phase platzt auch die Fruchtblase, die sich schwallartig entleert.

 Austreibungsphase

Diese Phase beginnt, wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist und endet mit der Geburt des Kindes. Sie dauert bei Erstgebärenden bis zu einer Stunde. Die Wehen werden heftiger und dauern länger. Presswehen drücken nun den Kopf des Kindes gegen das Becken.

Jetzt beginnt auch die aktive Mitarbeit der Hebamme oder des Geburtshelfers. Mit einer Hand stützt er den Damm, mit der anderen führt er den Kopf des Kindes. Wenn der Dammbereich einzureißen droht, wird häufig ein Dammschnitt durchgeführt. Ist der Kopf des Kindes geboren, folgt der Körper ohne Probleme, da er einen kleineren Durchmesser aufweist und sich gut verformen lässt.

Viele Kliniken verfügen über verschiedene Hilfsmittel, die der Schwangeren den Geburtsvorgang erleichtern. Dazu zählen z.B. Gebärhocker, Bälle und Leitern. Manche Mehrgebärende empfinden auch eine Unterwassergeburt als entspannend.

 Nachgeburtsphase

Die Geburt des Mutterkuchen wird als Nachgeburtsphase bezeichnet. Sie dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Durch ein Zusammenziehen der Gebärmutter löst sich die Plazenta und wird als Nachgeburt geboren. Wegen der Blutungsgefahr muss die Schwangere in dieser Phase besonders gut überwacht werden.

 

Welche Probleme können auftreten?

 Durch die Schwangerenvorsorge werden viele Probleme und Risiken frühzeitig erkannt. Trotzdem können auch während des Geburtsverlaufs Komplikationen auftreten, die ein rasches Handeln erfordern:

  • Wehenstörungen, insbesondere zu schwache Kontraktionen der Gebärmutter
  • Blutungen bei vorneliegender Plazenta oder zu schwachem Zusammenziehen der Gebärmutter nach der Geburt
  • kindliche Lagefehler, vor allem wenn das Kind quer oder mit dem Becken nach unten liegt
  • Nabelschnurvorfall mit drohendem Sauerstoffmangel des Kindes
  • "Schlechtes CTG" (Kardiotokogramm = Herzton-Wehenschreiber): Veränderungen der kindlichen Herztöne, wenn es dem Kind nicht gut geht
  • Geburtsstillstand, z.B. bei Mehrlingsgeburten oder kindlichen Lagefehlern

Mögliche Maßnahmen sind

  • Gabe von Wehen stimulierenden Medikamenten zur Beschleunigung der Geburt
  • Vaginaloperation: Entbindung mithilfe einer Saugglocke oder Zange (Vakuum- bzw. Zangenextraktion)
  • Kaiserschnitt (Sectio): Schnittentbindung mit Bauchschnitt und Eröffnung der Gebärmutter

 

Angst vor Schmerzen?

 Schmerzen während der Geburt werden sehr unterschiedlich empfunden. Die Zeiten, in denen die Schwangere den Schmerzen hilflos ausgeliefert waren, sind heute allerdings vorbei.

So kann beispielsweise bereits in den Wochen vor der Geburt Akupunktur und autogenes Training angewendet werden, um die Angst vor Schmerzen eindämmen und die Schmerzen selbst während der Geburt zu lindern.

Während der Geburt kommt im Wesentlichen die Periduralanästhesie zur Anwendung. Hier wird über eine dünne Nadel ein Betäubungsmittel in den Rückenmarkskanal verabreicht. Bewusstsein, Empfindungsvermögen und Beweglichkeit von der Hüfte an abwärts werden praktisch nicht beeinträchtigt. Falls notwendig, kann bei höherer Betäubungsmittelmenge auch ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Der Pudendusblock, bei dem Schmerzfasern im Bereich des Beckenbodens betäubt werden, wird heute selten angewendet.

 


Endlich da!

Was Sie tun können
  • Genießen Sie die Schwangerschaft und bereiten Sie sich auf Ihr Kind vor; besuchen Sie einen Geburtsvorbereitungskurs
  • Nehmen Sie gewissenhaft die Schwangerenvorsorge in Anspruch; Sie beugen so am besten Risiken während der Geburt vor.
  • Suchen Sie sich rechtzeitig eine Geburtsklinik aus, die zu Ihnen passt und die Ihnen die notwendige Sicherheit vermittelt - vor allem, wenn bei Ihnen Schwangerschaftsrisiken bestehen.

 

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