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Unter dem Begriff „Kollagenosen“ fasst man eine Gruppe von Erkrankungen zusammen, die durch immunologische Prozesse unterhalten werden. Sie können mehrere Organe betreffen, darunter auch die Lungen. Dabei kommt es zu entzündlichen Veränderungen in den Organen selbst und den sie versorgenden Blutgefäßen. Zu den Kollagenosen zählen:
Sklerodermie
Bei dieser Krankheit tritt eine typische bindegewebige Verhärtung von Hautarealen auf. 70-80 Prozent der Erkrankten weisen eine auffällige Lungenfunktion auf. Die Symptome entwickeln sich in der Regel sehr langsam, die auf den Röntgenbildern sichtbaren Veränderungen beginnen in der Regel in den unteren Lungenanteilen.
Behandlung
In frühen Stadien werden Kortison-Präparate gegeben, auch Cyclophosphamid als Medikament, das Immunprozesse unterdrückt, wird mit gewissem Erfolg angewendet. In Spätstadien ist in Einzelfällen eine Lungentransplantation durchgeführt worden.
Rheumatoide Arthritis
Ca. 80 Prozent der an Gelenkrheuma erkrankten Patienten weisen Abnormalitäten der Lungenfunktion, wobei nur etwa bei der Hälfte Beschwerden auftreten. In der Röntgenaufnahme zeigen sich Veränderungen wie bei der idiopathischen Lungenfibrose. Im Vergleich mit anderen Formen der interstitiellen Lungenerkrankung verschlechtert sich die Lungenfunktion langsamer.
Behandlung
Als Mittel der ersten Wahl werden Kortison-Präparate verwendet, in der Regel für eine begrenzte Zeit zu Beginn in einer höheren Dosierung. Die Dosis wird danach wieder vermindert. Objektiv sprechen etwa 45 Prozent der Patienten auf die Behandlung an.
Systemischer Lupus erythematodes
Beim Lupus erythematodes entwickelt sich nur selten eine Lungenfibrose. Häufiger sind Lungeneinblutungen oder eine Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Brustfells. Auch Infektionen treten gehäuft auf, so dass bei Kurzatmigkeit und Röntgenveränderungen zunächst eine Lungenentzündung ausgeschlossen wird.
Behandlung
Die Therapie der Lungenveränderungen unterscheidet sich nicht von der anderer Kollagenosen.
Sjögren-Syndrom
Hier liegt eine Entzündung von Tränen- und Speicheldrüsen vor. Durch den Mangel an Tränenflüssigkeit und Speichel kommt es zu Augen- und Mundtrockenheit. Eine Lungenfibrose entwickelt sich dabei selten. Häufiger zeigen sich interstitielle Lungenveränderungen im Rahmen von gutartigen oder bösartigen Erkrankungen der lymphatischen Organe. Eine intensive Diagnostik, in jedem Fall mit feingeweblicher Untersuchung der Lunge, ist hier zwingend erforderlich.
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