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Prof. Dr. Peter Paul Urban, M.A.
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Logopädie

Aphasie
 wird oft mit „Sprachverlust“ übersetzt. Eine Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung infolge neurologischer Erkrankungen des Gehirns (Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Gehirnblutung nach Venenthrombose, Tumoren, entzündliche Erkrankungen). Diese verursachen Beeinträchtigungen in den einzelnen sprachlichen Modalitäten (Sprechen, Verstehen, Schreiben und Lesen). Typische Merkmale einer Aphasie können zum Beispiel Wortfindungsstörungen, Sprachverständnisstörungen und Störungen des Redeflusses sein.

Dysarthrie / Dysarthrophonie
ist eine Störung des Sprechens, die durch Schädigungen des Gehirns (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose) bzw. der Hirnnerven verursacht werden. Es können dabei sowohl die Koordination als auch die Beweglichkeit der Sprechmuskulatur (z.B. Lippen, Zunge, Gaumensegel) eingeschränkt sein. Dadurch kann die Artikulation verwaschen bis unverständlich klingen. Ebenso kann das Sprechtempo oder die Stimme beeinträchtigt und verändert sein. Bei der schwersten Störungsform, der Anarthrie, kann eine völlige Sprechunfähigkeit bestehen.

Bei der Sprechapraxie und Buccofacialen Apraxie handelt es sich um Störungen der Ausführung willkürlicher, zielgerichteter und geordneter Bewegungen, obwohl die Muskulatur nicht beeinträchtigt oder gelähmt ist. Das Problem liegt in der sogenannten Planung, d.h. die einzelnen Bewegungen können nicht ausreichend kontrolliert erfolgen, obwohl die Muskulatur prinzipiell die erforderlichen Einzelbewegungen ausführen kann. So ist ein Patient z.B. in der Lage, einen Ausdruck des Ekels mit "ihh" zu äußern und seine Nase zu rümpfen. Er kann aber der Aufforderung, ein /i/ zu sprechen oder die Nase zu rümpfen, trotz großen Bemühens nicht nachkommen. Ein Sprechapraxie tritt fast immer in Kombination mit einer Aphasie auf.
 Dysphagien sind Schluckstörungen, die bei Erwachsenen in Verbindung mit neurologischen Erkrankungen, wie z.B. bei multipler Sklerose oder nach Schlaganfall auftreten können. Dysphagien entstehen, wenn die am Schluckakt beteiligten Strukturen (z.B. Lippen, Zunge, Gaumensegel, Rachenmuskulatur, Kehlkopf) in ihrer Funktion bzw. deren Zusammenwirken beeinträchtigt sind. Die Nahrungsaufnahme gelingt oft nur mit großen Schwierigkeiten. Die Patienten verschlucken sich häufig, weil sie die Nahrung z.B. nicht mehr ausreichend zerkleinern oder transportieren können, bzw. nicht genau spüren können, ob der Mund schon leer ist, oder ob noch Reste im Mund verblieben sind. Schluckstörungen können zu Fehl- oder Mangelernährung führen und somit lebensbedrohlich werden. Lebensgefahr kann auch bestehen, wenn durch falsches Schlucken Nahrungsreste in die Luftröhre gelangen und eine Lungenentzündung entsteht. Fazialisparesen sind Lähmungen der Gesichtsmuskulatur, die durch Entzündungen, Verletzungen, Tumoren oder nach einem Schlaganfall auftreten können. Gesichtslähmungen treten auch ohne erkennbare Ursache meist einseitig, aber auch beidseitig auf. Es können Symptome, wie hängender Mundwinkel, Unfähigkeit die Stirn zu runzeln, fehlender Lidschluss und inkompletter oder schwacher Mundschluss vorkommen. Durch diese Symptome kann das Sprechen und auch das Essen beeinträchtigt sein. 
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