Asklepios Tumor Centrum - ATC
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Was ist Krebs?
Die Bezeichnung Krebs entspricht nicht einer Krankheit, sondern steht für eine Fülle von sehr unterschiedlichen Erkrankungen. Das gemeinsame Merkmal ist ein unablässiges, unkontrolliertes Wachstum der erkrankten Zellen.
Dies kann praktisch an jeder Stelle des Körpers auftreten.
Jeden Tag sterben in Deutschland etwa 570 Menschen an Krebs. Damit nimmt Krebs hinter den Herz- Kreislauferkrankungen den zweiten Platz in der Rangliste der Todesursachen ein. Nach Schätzungen wird es bald jeder vierte sein, der einmal in seinem Leben mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird. Die Zunahme von Krebsfällen hängt mit unserer steigenden Lebenserwartung zusammen. In den letzten 120 Jahren ist sie bei Männern von 35,6 auf 73,5 Jahre, bei Frauen von 38,5 auf 79,8 Jahre gestiegen. Der Gipfel der in Deutschland an Krebs Sterbenden liegt bei 65 Jahren oder darüber.
Dabei ist Krebs nicht eine Erfindung der Neuzeit oder nur auf den Menschen beschränkt. Forscher fanden in 5000 Jahre alten Mumien Tumoren; in der Tierwelt, besonders bei den Haustieren, welche auch eine gesteigerte Lebenserwartung im Vergleich zu den in der freien Wildbahn lebenden Tieren haben, sind Krebserkrankungen ebenfalls häufig.
Welche Krebsarten gibt es?
Es sind mehr als 100 verschiedene Krebsarten bekannt. In Deutschland steht bei Männern der Lungenkrebs an erster Stelle, bei Frauen der Brustkrebs. Eine der häufigsten Formen ist auch der Darmkrebs. Nimmt man die Zahl der Erkrankten bei Männern und Frauen zusammen, so ist er die zweithäufigste Krebsart. Hierbei ist der Dickdarm am häufigsten betroffen. In jedem Jahr erkranken in Deutschland über 55.000 Menschen an Darmkrebs und 32.000 Todesfälle sind zu beklagen.
Wie kann man Krebs behandeln?
Mit Ausnahme weniger Erkrankungen (z.B. Blutkrebs) steht die chirurgische Therapie, das heißt die möglichst komplette Entfernung des Tumors im Vordergrund. Mit der Operation werden nicht nur der Ausgangstumor, sondern auch die Lymphabflusswege und regionalen Lymphknoten mit dem Ziel der Heilung entfernt und anschließend vom Pathologen zur Stadieneinteilung untersucht.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind entscheidend für die Frage einer weiteren Therapie (z. B. Chemotherapie) und, wie der chirurgische Eingriff selbst, die Prognose.
Ist eine Operation aufgrund der Größe und Ausbreitung des Tumors zunächst nicht möglich, kann versucht werden, durch eine Kombination von Chemotherapie und ggf. Bestrahlungsbehandlung den Tumor zu verkleinern. Ist diese Therapie erfolgreich, kann der Tumor im Gesunden entfernt werden. Dies ist bei Enddarmkrebsen und Lebermetastasen, aber auch Bauchspeicheldrüsentumoren möglich.
Auch bei Tumoren, die chirurgisch nicht mehr zu behandeln sind, stehen zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten durch Chemo-, Strahlen-, Überwärmungs- und Immuntherapie, sowie die Kombination aus verschiedenen Verfahren zur Verfügung.
Welche Möglichkeiten der Vorsorge gibt es?
Die Entstehung von Darmkrebs könnte in den meisten Fällen vermieden werden, wenn die gutartigen Vorläuferstadien, nämlich Darmpolypen, rechtzeitig entdeckt und entfernt würden. Die Verkrebsung eines Polypen kann bis zu 5 Jahre betragen. Die Verkrebsung durchläuft verschiedene Stadien. Selbst wenn  bereits ein bösartiger Tumor entstanden ist, kann dieser im Frühstadium meist geheilt werden, im frühesten Stadium sogar ohne große Operation, sondern durch einen "minimal invasiven" Eingriff. Darum spielt die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung bei Darmkrebs eine so entscheidende Rolle. Selbstbeobachtung, gründliche Erhebung der Krankengeschichte durch den Hausarzt, Analyse des Stuhlverhalten (Regelmäßigkeit des Stuhlgangs, Veränderungen des Stuhlgangs wie z. B. Durchfälle, Schmerzen oder häufige Blähungen) ist die Grundlagen einer wirkungsvollen Vorsorge. Eine effektive und einfache Form der Früherkennung ist die Untersuchung auf mit bloßem Auge nicht sichtbarem Blut im Stuhl (occultes Blut) mit dem Hämoccult-Test. Wird in einem solchen Test Blut nachgewiesen, muss eine Untersuchung des Verdauungstraktes erfolgen. Hierbei sollte der Dickdarm durch eine Koloskopie (Darmspiegelung) und der Enddarm durch eine Proktoskopie/Rektoskopie (Enddarmspiegelung) untersucht werden. Neuerdings wird die komplette Dick- und Enddarmspiegelung ab dem Alter von 55 Jahren auch in Deutschland als wirkungsvollste Vorsorgeuntersuchung empfohlen und von den Kassen deshalb bezahlt. Eine neue Untersuchungsmethode geht mit einer molekularbiologischen Untersuchung (PCR) einer Stuhlprobe einher. Hier werden kleinste Anteile des Erbgutes der im Stuhl befindlichen Dickdarmschleimhautzellen auf eventuelle Tumorzellbestandteile untersucht.
Wichtig sind auch eine regelmäßige  Blut- und Ultraschalluntersuchung durch den Hausarzt, um Veränderungen an den Oberbauchorgane (Leber, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege) frühzeitig zu erkennen.
Wie groß ist das Risiko, an Krebs zu erkranken?
Für viele Krebsarten sind bestimmte Risikofaktoren bekannt. So zählt das Rauchen als Auslöser für das Auftreten von Lungenkrebs. Auch für Tumoren des Magen-Darm-Traktes gibt es Risikofaktoren. So zählen Rauchen, Alkohol und der Genuss von heißen, scharfen Speisen zu den Auslösern von Mund- und Speiseröhrenkrebs. Für die Entstehung von Leberkrebs können chemische Verbindungen (Dämpfe aus Farben und Lacken), eine Hepatitis oder Leberzirrhose oder Pilzgifte (Aflatoxin, Nahrungsmittelverunreinigung) verantwortlich sein. Die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs scheint durch Nikotin gefördert zu werden. Weiterhin spielt die Ernährung bei Krebsentstehung bzw. Prävention (Vorbeugung) eine Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein übermäßiger Verzehr von Fett, Fleisch und eine zu hohe Kalorienzufuhr das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken steigern. Dagegen vermindert eine ballaststoffreiche und/oder eine vegetarische Ernährung die Gefahr der Erkrankung. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Vorbeugung mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirksamkeit ist körperliche Bewegung und Sport.
Zu den weiteren Ursachen des Dickdarmkrebses zählen die erblich bedingten Erkrankungen. Hierbei werden hauptsächlich zwei Formen unterschieden. Die eine geht mit einer vermehrten Bildung von Polypen einher, welche früher oder später entarten. Diese Erkrankung wird als familiäre Polyposis (FAP) bezeichnet. Die andere Form der erblichen Erkrankung zeigt keine gehäufte Polypenbildung. Es besteht aber das genetisch verankerte Risiko, an Darmkrebs zu erkranken (HNPCC). Weitere Erkrankungen, die ein Risiko, an einem Darmkrebs zu erkranken, steigern, sind lange andauende chronische Formen der Darmentzündung wie Colitis ulcerosa. Liegen diese Erkrankungen vor, ist eine regelmäßige und engmaschige Vorsorge unbedingt notwendig.
Was ist das Tumorstadium?
Die Behandlung von Krebserkrankungen, ist immer von dem Tumorstadium abhängig, dem sog. TNM-System. Nach einer Tumorentfernung oder Operation wird das Gewebe von einem Pathologen feingeweblich (histologisch) untersucht. Entsprechend der Ausbreitung des Tumors und dem Lymphknotenbefall sowie des Befalls von anderen Organen steht das T für die Größe des Tumors, N bezieht sich auf die Lymphknoten (von lat. Nodus) und M steht für Metastasen. Die Kombination von Buchstaben und Zahlen ergibt dann die sog. Tumorformel. Je höher die Zahlen desto stärker die Tumorausbreitung (z.B. T1,N0,M0 geringe Ausbreitung, T4,N2,M1 starke Tumorausbreitung). Sie ist maßgeblich für die Entscheidung einer weiterführenden Therapie.
Was ist eine Chemotherapie?
Als Chemotherapie bezeichnet man die Verabreichung von Medikamenten (Zellgiften), die zur Schädigung der Krebszellen, und damit zum Zelluntergang, führen sollen.
Hierbei macht man sich eine der Haupteigenschaften von Krebszellen, das schnelle unkontrollierte Wachstum, zunutze. Je schneller eine Zelle wächst und sich teilt, desto mehr Nährstoffe muss sie aus der Umgebung aufnehmen. So nimmt die Krebszelle die Zellgifte in höheren Konzentrationen auf als die meisten anderen Körperzellen und tötet sich damit ab oder wird in ihrem Wachstum gehemmt. Dieser Effekt erklärt auch die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Denn nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde, sich schnell teilende Körperzellen (Blutbildendes System, Schleimhautzellen des Magen-Darm-Traktes, Haar-Keimzellen) werden durch diese Gifte geschädigt. So kann es unter einer Chemotherapie zu Unterdrückung der Körperabwehr, Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und Haarausfall kommen.
Kann eine Chemotherapie überhaupt helfen?
Bei dem Begriff Chemotherapie muss zwischen einer adjuvanten (unterstützenden) und einer palliativen („das Leiden vermindernden“) Therapie unterschieden werden. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass beide Therapieformen zu einer Verbesserung der Überlebensrate und Lebensqualität im Vergleich zu nicht behandelten Patienten führen. Die medizinische Forschung zielt immer mehr darauf ab, jedem Krebspatienten die für ihn ideale Therapie zu bieten. Besonders die Fortschritte im Bereich der Gentechnik haben zu einer deutlichen Verbesserung dieser Therapieindividualisierung geführt.

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