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Eine Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes bringen viele Veränderungen in Ihr bisheriges Leben. Während Sie Ihr Baby erwarten, und versuchen sich auf die neue Lebenssituation einzustellen, haben Sie sich sicher schon viele Gedanken um die Ernährung Ihres Kindes gemacht. Vorteile des Stillens Die einfachste und natürlichste Art der Ernährung ist seit Menschengedenken das Stillen. Es gewährleistet dem Baby einen sehr guten Start ins Leben. Neben der körperlichen Nähe und Wärme beim Trinken an der Brust der Mutter, ist die Zusammensetzung der Muttermilch ideal, da sie optimal den Bedürfnissen des Kindes angepaßt ist. Es ist außerdem die praktischste Art einen Säugling zu ernähren. Muttermilch ist immer verfügbar, hygienisch einwandfrei, hat stets die richtige Trinktemperatur und Zusammensetzung, schützt vor Allergien, da sie kein Fremdeiweiß enthält und spart außerdem enorme Kosten. Gestillte Kinder erkranken seltener an Infekten der oberen Luftwege oder Magen - Darm und Harnwegsinfektionen. Der Körperhaushalt der Frau, der sich während der Schwangerschaft verändert hat, stellt sich durch das Stillen schneller wieder um, und die Gebärmutter nimmt eher ihre ursprüngliche Größe wieder an. Vorbereitung in der Schwangerschaft Die Brust wird in der Schwangerschaft durch hormonelle Veränderungen größer, schwerer und druckempfindlicher. Talgdrüsen am Warzenhof sondern ein Fett ab, das die Brustwarzen schützt und geschmeidig erhält. Entgegen früherer Empfehlungen braucht man die Brustwarzen in der Schwangerschaft nicht mit besonderen Maßnahmen hinsichtlich des Stillens abzuhärten. Sonne, Luft und Waschen mit klarem Wasser sind völlig ausreichend. Die Pflege mit Seife oder alkoholhaltigen Reinigungsmitteln ist nicht zu empfehlen, da sie die Haut zu sehr austrocknet. Die Größe der Brust hat keine Auswirkung auf die Stillfähigkeit einer Frau. Obwohl das Stillen die natürlichste Ernährungsform ist, bringt es für Sie und Ihr Baby viel Neues mit sich und muß oft erst geduldig von Mutter und Kind erlernt werden. Verzagen Sie nicht, wenn es anfangs nicht so perfekt klappt, wie Sie es sich vorgestellt haben! Die ersten Tage mit dem Neugeborenen Neugeborene sind kleine Individuen, die ihre eigenen Trinkgewohnheiten haben. Es gibt "Schnellstarter", die sofort sehr intensiv und ausdauernd an der Brust saugen, andere lassen sich mit dem Saugen und Trinken etwas mehr Zeit. Einige Kinder trinken viel auf einmal - andere bevorzugen öfter kleine Mahlzeiten. Die ersten Tage nach der Geburt können für die Mutter recht anstrengend sein und das Stillen bereitet mehr oder weniger Streß und Schmerzen. Es dauert dann eine Weile, bis Mutter und Kind zu einer harmonischen Stillbeziehung zusammen finden können. Gönnen Sie sich und Ruhe und Geduld. Je entspannter und gelassener Sie sich auf die neue Situation einstellen, desto leichter fällt es Ihnen die möglichen anfänglichen Schwierigkeiten zu bewältigen.Gönnen Sie sich auch tagsüber Schlaf, wenn ihr Baby schläft. Reduzieren Sie gut gemeinte Besuche von Freunden oder Verwandten auf ein Minimum.Nehmen Sie Hilfe im Haushalt oder beim Einkaufen in Anspruch. Schenken Sie sich einmal am Tag eine kleine "Auszeit" vom Baby. Lesen Sie dann in Ruhe die Zeitung, telefonieren Sie mit einer guten Freundin oder ziehen Sie sich in aller Ruhe ins Bad zur "Schönheitspflege" zurück. Stillen Sie Ihr Kind nachts in Ihrem Bett. Machen Sie die Nacht für Ihr Baby so ruhig und langweilig wie möglich! Neugeborene haben nämlich noch keinen Tag - Nacht - Rhythmus. Lassen Sie sich auf keinen Fall durch Ihre Mitmenschen von Ammenmärchen oder negativen Erlebnissen rund um das Stillen verunsichern, wie z. B: :: "Muttermilch ist nicht nahrhaft genug!" :: "Stillende Frauen müssen auf vieles verzichten!" :: "Die Abstände der Stillmahlzeiten müssen mindestens 2 Stunden sein, damit sich nicht frische Milch mit verdauter Milch mischt." :: "In unserer Familie hat es noch nie mit dem Stillen geklappt!" :: "Deine Brust ist viel zu klein zum Stillen!" Diese Beispiele ließen sich noch endlos so weiterführen. Ein Neugeborenes zu versorgen ist eine wunderschöne Aufgabe, die Sie aber als Mutter rund um die Uhr beansprucht. Auch wenn Sie sich vorher gut über alles informiert haben, tauchen sicher noch viele Unsicherheiten und Fragen auf, wenn Ihr Kind auf der Welt ist. Bitten Sie das Pflegepersonal Ihnen zu helfen, wenn das Stillen Ihnen anfangs Schwierigkeiten bereitet. Durch eine gute Anlegetechnik und hilfreiche Tipps lassen sich kleine Probleme und Schmerzen vermeiden oder leicht beheben. Selbst nach Anfangsschwierigkeiten wie nach komplizierten Geburten oder geburtshilflichen Operationen wie Kaiserschnitt, entsteht fast immer eine harmonische Stillbeziehung. Die Stillzeiten und Stilldauer Entscheiden Sie sich auf jeden Fall für das "Rooming - in rund um die Uhr", wie es auch im Perinatalzentrum Altona angeboten wird. Das Baby gehört zu Ihnen und braucht Sie und Ihre Nähe. Das ständige Zusammensein in den ersten Tagen und auch nachts, erleichtert Ihnen und Ihrem Partner das Kennenlernen Ihres Kindes und bereitet Sie auf das künftige gemeinsame Zusammenleben vor. Sie brauchen sich so auch nicht an feste Still - Zeiten zu halten und können Ihr Kind füttern, wann immer es Hunger hat. In den ersten Tagen kann es vorkommen, dass Ihr Baby alle 2 Stunden gefüttert werden möchte, aber auch Stillabstände von 4 - 5 Stunden sind in der Norm. Manchmal kommt es vor, überwiegend spätnachmittags oder nachts, dass Ihr Baby ein "mehrgängiges Menü" bevorzugt. Es möchte dann mehrmals kurz hintereinander gestillt werden. Auch dieses sogenannte "Clusterfeeding" ist normal. Die Milchproduktion wird durch häufige und kürzere Mahlzeiten angeregt, die angenehmer und effektiver sind als lang anhaltende Trinkzeiten mit langen Trinkpausen, denn hierbei kann es in der Brust der Mutter zu unangenehmen Spannungsgefühlen kommen. Eine Stillmahlzeit, die 20 - 45 Minuten dauert ist durchaus akzeptabel, doch auch kürzere Stillzeiten sind normal. Eine Mutter hat während einer Stillmahlzeit bis zu 6 Milchspendereflexe. Während des Trinkens verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Zuerst trinkt das Baby die fettarme "Vordermilch", die den Durst löscht, es aber trotzdem mit Vitaminen, Mineral- und Immunstoffen versorgt. Dann steigt der Fettgehalt der Milch im Laufe das Trinkens, bis das Kind durch die kalorien- und fettreiche "Hintermilch" satt und zufrieden die Brust der Mutter meistens von allein losläßt. Durch diese "Menüfolge" gedeiht das Baby sehr gut. Es benötigt auch an sehr warmen Tagen keine zusätzliche Flüssigkeit, weil es durch kurzes, häufiges Trinken an der Brust den Durst durch die "Vordermilch" löscht. Sie sollten beim Stillen möglichst auf das zusätzliche Füttern mit Tee oder Wasserfläschchen verzichten. In ganz wenigen Fällen, wenn die Milchbildung verspätet in Gang kommt oder bei medizinischer Indikation, kann eine erforderliche Zufütterung mit Ersatznahrung notwendig sein. Je häufiger - nicht je länger Sie Ihr Kind anlegen, desto mehr Milch wird gebildet. Beim Stillen gilt: die Nachfrage regelt das Angebot! Beginnen Sie möglichst gleich nach der Entbindung mit dem Stillen, und zwar in der ersten Stunde nach der Geburt, wenn Ihr Baby bei Ihnen auf dem Bauch liegt. Dann ist es sehr wach und aufnahmebereit und findet, meist sogar von allein, den Weg zur Brust, um an ihr das erste Mal zu saugen. Das frühe Stillen begünstigt auch die Milchbildung. In den ersten Tagen haben Sie noch nicht sehr viel Milch, aber auch die geringe Menge ist völlig ausreichend für Ihr Kind. Diese wertvolle Vormilch (das Kolostrum), die das Baby in den ersten Tagen nach der Geburt trinkt, enthält sehr viele wichtige Antikörper und Immunstoffe und bereitet den Magen-Darm-Trakt des Neugeborenen auf zukünftige Aufgaben der Verdauung vor. Im weiteren Verlauf der Stillzeit verändert sich die Zusammensetzung der Nährstoffe stets mit der Entwicklung Ihres Kindes Beobachten Sie Ihr Baby! Die meisten Kinder zeigen etwa eine halbe Stunde vorher, dass sich der Hunger allmählich meldet. Sie werden im Schlaf etwas unruhig. Ihr Köpfchen bewegt sich hin und her. Der Mund öffnet sich, die kleine Zunge wird sichtbar. Sie schmatzen oder fangen an zu lutschen. In dieser Phase ist es leichter das Kind anzulegen, als wenn vor Hunger zu unruhig ist oder jämmerlich schreit. Kinder, die überhaupt keine Hungergefühle zeigen oder immer die Zeit "verschlafen" muss man zum Füttern wecken. Die Umgebung beim Stillen Machen Sie sich es beim Stillen so angenehm wie möglich. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre und Umgebung. Hektik und Unruhe können Sie oder Ihr Baby ablenken. Legen Sie sich ins Bett oder machen Sie es sich auf einem Stuhl oder Sessel bequem. Unterstützen Sie den Arm, der das Baby hält mit einem Kissen. Dies kann, muss aber nicht, ein Stillkissen sein. Stillen macht durstig. Stellen Sie sich immer etwas zu trinken bereit. Wundern Sie sich auch nicht, wenn Sie in den ersten Tagen nach der Geburt beim Stillen Ihres Babys ein Ziehen im Bauch (ähnlich dem Regelschmerz) verspüren. Dafür ist das Hormon Oxytocin verantwortlich. Es wirkt auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter und der Milchbläschen in der Brust und sorgt so für die Auslösung des Milchspendereflexes, dem sogenannten "Let-down-Reflex". Das Zusammenziehen der Gebärmutter ist dabei ein positiver Nebeneffekt, weil sie dann schneller wieder ihre ursprüngliche Größe erreicht. Das Oxytocin bewirkt auch, dass die Mutter beim Stillen durstig und müde wird. Wechseln Sie während eines Tages öfter die Stillpositionen. Dadurch stimuliert das Baby verschiedene Brustregionen, dies regt die Milchproduktion an und verhindert wunde Brustwarzen. Praktische Stillanleitung Legen Sie Ihr Baby so, dass es "Bauch an Bauch" zu Ihnen liegt und sein Mund in Höhe der Brustwarze, ohne, dass es den Kopf verdrehen muß. Unterstützen Sie mit der anderen Hand die Brust im sogenannten C - Griff, d.h: Sie legen den Daumen oberhalb - und die übrigen Finger unterhalb der Brustwarze ca. 3 cm von ihr entfernt an. So kann das Baby möglichst viel Brustgewebe erfassen. Stimulieren Sie behutsam die Unterlippe des Kindes mit der Brustwarze. Dadurch wird der Suchreflex ausgelöst und das Baby öffnet seinen Mund, dabei legt sich seine Zunge auf die untere Zahnleiste. Hat das Kind den Mund weit genug geöffnet, ziehen Sie es mit einer schnellen Bewegung an Ihren Körper, so dass es Brustwarze und einen Teil des Brustgewebes in den Mund bekommt. Das Kind darf nie nur an der Brustwarze saugen. Dadurch entstehen wunde Brustwarzen, die Brust wird nicht genügend entleert und das Kind dadurch nicht ausreichend ernährt. Gelingt Ihnen das Anlegen nicht sofort und das Baby saugt nicht richtig, lösen Sie es nochmals von der Brust, indem Sie mit Ihrem kleinen Finger im Mundwinkel des Babys den Saugschluß lösen. Verzagen Sie nicht, wenn sie das Anlegen öfter probieren müssen. Sie und Ihr Baby lernen noch. Während des Trinkens berühren Nasen- und Kinnspitze des Babys die Brust der Mutter. Sie brauchen mit Ihrem Finger keinen Luftkanal zum Atmen zu schaffen. Neugeborene haben sehr große Nasenlöcher, holen seitlich Luft und würden sich von der Brust lösen, wenn sie keine Luft bekämen. Haben Sie trotzdem Sorge, dass Ihr Baby nicht gut atmen kann, ziehen Sie während des Trinkens einfach seinen Po an Ihren Körper. Dadurch löst sich das Näschen etwas von der Brust. Die Stillpositionen Die drei häufigsten Stillpositionen sind der Wiegengriff, der Rückengriff und das Stillen im Liegen. Eine Stillposition ist die Lage, in der Sie Ihr Kind beim Stillen halten. Wiegengriff: Setzen Sie sich bequem hin. Sie halten das Baby Bauch an Bauch zu Ihnen im Arm, sein Köpfchen liegt in Ihrer Armbeuge, der Po in Ihrer Hand. Ihre andere Hand unterstützt Ihre Brust. Öffnet das Baby den Mund, führen Sie das Kind zur Brust und nicht umgekehrt die Brust zum Kind. Achten Sie darauf, dass während der Stillmahlzeit Ihr Arm gut abgestützt ist, weil er sonst ermüden würde, das Kind von der Brust abrutscht nicht mehr optimal positioniert ist. Rückengriff: Setzen sie sich bequem hin. Halten Sie das Kind unter Ihrem Arm, so dass Sie Hüfte an Hüfte zugewandt sind. Der Rücken des Babys liegt auf Ihrem Unterarm, die Schulter und der Kopf werden von der Hand der Mutter gestützt, die Beine zeigen nach hinten. Achten Sie wieder darauf, dass Ihr Arm und das Kind mit einem Kissen gut abgestützt sind. Mit der anderen Hand halten Sie Ihre Brust und legen das Baby an. Das Stillen im Liegen: Diese Position eignet sich besonders gut für das Stillen in der Nacht oder tagsüber, wenn die Mutter sehr erschöpft ist. Dabei können Mutter und Kind einschlafen. Sie liegen im Bett auf der Seite. Ihr Kopf und Rücken sind mit Kissen gut abgestützt. Das Baby liegt Bauch an Bauch zu Ihnen. Sein Mund liegt in Höhe Ihrer Brustwarze. Ihre eine Hand stützt Ihre Brust, mit der anderen ziehen Sie das Baby eng an sich, wenn es den Mund weit öffnet. Legen Sie dem Kind eine kleine Rolle in den Rücken. Lassen Sie sich in der Klinik die ersten Male beim Stillen von einer Schwester oder Hebamme zeigen, wie man das Kind richtig anlegt. Bieten Sie dem ihm anfangs bei jeder Mahlzeit beide Brüste an und beginnen Sie mit der Seite, mit der sie bei der vorangegangenen Mahlzeit aufgehört haben. Hat Ihr Kind genug getrunken, läßt es meist von allein die Brust los. Manchmal müssen Sie ihm helfen, sich von der Brust zu lösen. Schieben Sie Ihren kleinen Finger vorsichtig in den Mundwinkel Ihres Babys und unterbrechen somit das Saugen. Trinkt das Kind genug? Es ist nicht immer leicht fest zustellen, ob ein gestilltes Baby genügend Milch zu sich nimmt! Viele Mütter würden ihr Kind am liebsten vor und nach jeder Mahlzeit wiegen, um die Trinkmenge zu berechnen.Vermeiden Sie diesen unnötigen Streß. Ihr Baby wird bei uns in der Klinik einmal am Tag nackt gewogen. Das genügt in den meisten Fällen. Ein gut gestilltes Kind ist lebhaft, zufrieden und trinkt häufig an der Brust. Es hat in den ersten 4 Wochen zwischen 6 - 8 nasse Windeln in 24 Stunden, und 2 mal oder noch öfter Stuhlgang. In den ersten Lebenstagen darf es bis zu max. 10% seines Geburtsgewichtes abnehmen, sollte es aber nach 1 - 2 Wochen auf jeden Fall wieder erreicht haben. Lassen Sie Ihr Baby nach der Entlassung von der Hebamme wiegen oder gehen Sie wöchentlich zum Wiegen zu Ihrem Kinderarzt. In den seltensten Fällen brauchen Sie eine Waage zu Hause. Diese können Sie dann in einer Apotheke ausleihen. Gut gestillte Kinder nehmen pro Woche 120 - 250g oder sogar mehr zu! Schmerzende Brustwarzen In den ersten Tagen können die Brustwarzen durch das Stillen sehr empfindlich oder gereizt sein. Das bessert sich in der Regel, wenn die Milch üppiger fließt. Haben Sie allerdings starke Schmerzen in den Brustwarzen oder feine Hautrisse, holen sie sich bitte Hilfe und Rat beim Pflegepersonal. Häufig ist eine falsche Anlegeposition der Grund für wunde Brustwarzen. Manchmal rutscht das Kind während das Trinkens ab oder die empfindliche Haut der Warzen ist durch Waschmittel, harte Zellstoffeinlagen oder unnötig langes Saugen ohne Positionswechsel gereizt. Nur sehr selten kommen Saugschwierigkeiten des Kindes, Hauterkrankungen oder eine Hefepilzinfektion dafür in Frage. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby korrekt angelegt ist. Wechseln Sie häufig die Stillposition. Fangen Sie an der weniger schmerzenden Seite an. Lassen Sie am Ende der Mahlzeit etwas Muttermilch an den Brustwarzen trocknen. Dies ist eine sehr gute Pflegecreme. Lassen Sie Licht, Luft und Sonne an Ihre Brust und verwenden Sie nach Möglichkeit Stilleinlagen aus Baumwolle oder Wolle/Seide. Manchmal kann es notwendig sein, die Brustwarzen mit einer geeigneten Salbe einzucremen. Fragen Sie beim Pflegepersonal danach. Vermeiden Sie möglichst den Gebrauch von Stillhütchen. Diese können auch zu wunden Warzen und weiteren Stillproblemen führen: :: die Brust wird nicht ausreichend stimuliert, was die Milchbildung reduziert :: dadurch können die Stillmahlzeiten länger dauern :: es kann häufiger zu Milchstaus kommen :: das Baby erlernt dadurch eine andere Saugtechnik als an der bloßen Brust :: Brustdrüsenschwellung Am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt kann es zu einem manchmal unangenehmen Spannungsgefühl in der Brust, dem sogenannten "Milcheinschuß" kommen. Wandelt sich die "Vormilch" in "reife Frauenmilch" um, geht dies häufig, durch vermehrte Durchblutung des Drüsengewebes, mit einer sehr starken Brustdrüsenschwellung einher. Die Brüste werden schwer, voll und extrem druckempfindlich. Häufiges Anlegen des Babys, auch in der Nacht mildern die Spannung. Eine warme Kompresse oder Dusche vor dem Stillen lassen die Milch leichter fließen. Nach dem Stillen helfen feuchte, kühle Umschläge, Quarkompressen oder Wickel mit gekühlten Weißkohlblättern, für 20 - 30 Minuten angewendet, den Schmerz und das Spannungsgefühl zu lindern. Tragen Sie in dieser Zeit einen gut sitzenden, nicht einengenden Stillbüstenhalter. Nach kurzer Zeit wird die Brust wieder weicher. Auch dann ist genug Milch für Ihr Baby da. Sollte es für Ihr Baby schwierig sein, die pralle Brust zu erfassen, können Sie die Brust mit der Hand oder einer guten Handpumpe vorsichtig etwas entleeren. Dann fällt es dem Kind leichter, die Brust zu erfassen und zu saugen. Milchstau Gerötete, harte, schmerzhafte Stellen auf der Brust können einen Milchstau ankündigen. In seltenen Fällen auch eine beginnende Brustentzündung. Haben Sie Kopfschmerzen, hohes Fieber oder grippeähnliche Symptome, legen Sie sich sofort mit Ihrem Baby ins Bett. Häufiges Stillen, Wärme vor dem Anlegen - Kälte danach, helfen den Schmerz zu vermindern, und den Stau zu lösen. Informieren Sie aber auf jeden Fall Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin. Sollte das Fieber nicht sinken oder alle Hilfsmaßnahmen nicht greifen, informieren Sie auf jeden Fall nach 24 Stunden einen Arzt, der Ihnen ein geeignetes Medikament verschreibt Ein Milchstau oder eine Mastitis sind kein Grund zum Abstillen! Es gibt genügend Medikamente, die sich mit dem Stillen vereinbaren lassen. Ernährung in der Stillzeit:: Sie dürfen in der Stillzeit alles essen, worauf Sie Appetit haben :: Für eine stillende Mutter ist eine ausgewogene, vielfältige Mischkost, in der alle Nahrungsmittelgruppen vertreten sind, sehr wichtig. :: Achten Sie auf genügende Eiweiß- und Kalziumzufuhr! :: Da Ihnen anfangs öfter die Zeit fehlt, regelmäßige Mahlzeiten zuzubereiten, verwöhnen Sie sich, während Sie Ihr Baby stillen, mit gesunden kleinen Zwischenmahlzeiten. :: Manchmal kann es vorkommen, dass Ihr Baby unruhig oder wund wird, wenn Sie bestimmte Nahrungsmittel gegessen haben. Es kann z.B. reagieren, wenn Sie viel Vollmilch getrunken oder Obst gegessen haben. Lassen Sie diese Nahrungsmittel dann einige Tage weg und achten Sie darauf, ob die Symptome bei Ihrem Baby verschwinden. Trinken in der Stillzeit :: Trinken Sie nach Durstgefühl, vor allem während des Stillens :: Genießen Sie Kaffee und schwarzen Tee und vor allem Alkohol nur in Maßen :: Pfefferminz - und Salbeitee drosseln die Milchproduktion :: Trinken Sie maximal einen halben Liter Kuhmilch am Tag Verzichten Sie auf das Rauchen! Können Sie es nicht, rauchen Sie bitte nur ganz wenig, auf keinem Fall aber im Beisein des Kindes und nach Möglichkeit nach dem Stillen! Das Baby ist ein "Frühchen" oder liegt in der Kinderklinik Sollte Ihr Baby zu früh geboren sein oder es kann aus anderen Gründen nicht ständig bei Ihnen sein und gestillt werden, haben Sie auf jeden Fall die Möglichkeit die Milchproduktion mit einer elektrischen Milchpumpe anzuregen. Gerade für diese Kinder ist die Ernährung mit Muttermilch außerordentlich wichtig. Das Abpumpen gibt Ihnen auch das Gefühl etwas sehr Wichtiges für Ihr Kind zu leisten. Das Pflegepersonal berät Sie gern und weist Sie in das Pumpen ein. Der Stuhlgang eines gestillten Babys Gestillte Kinder haben in den ersten Wochen öfter am Tag Stuhlgang, später dann oft tagelang keinen. Solange Ihr Baby munter und vergnügt ist, sind kleine Unregelmäßigkeiten bei der Verdauung kein Anlaß zur Sorge. Muttermilchstuhl ist weich und flockig, häufig fast flüssig. Die Farbe senfgelb, manchmal etwas grünlich. Der Geruch ist nicht unangenehm. Stilldauer Die Dauer der Stillzeit hängt ganz allein von Ihrer persönlichen Entscheidung ab. Auch wenn Sie nur ein kurze Zeit stillen wollen, lohnt es sich auf jeden Fall. Wollen Sie bald nach der Geburt wieder anfangen zu arbeiten, können Sie trotzdem weiter stillen. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin beraten. Sie haben während Ihrer Dienstzeit einen gesetzlichen Anspruch auf Stillpausen. Auf jeden Fall können Ihr Baby 6 Monate ausschließlich mit Muttermilch ernähren, ohne, dass Sie ihm etwas zufüttern müssen. Muttermilch ist die ideale Nahrung In den letzten Jahren ist auch die Schadstoffbelastung der Muttermilch zurück gegangen. Allerdings wird empfohlen den Kindern im ersten Lebensjahr zusätzlich Vitamin D für den Knochenbau zu geben. Reicht die Milch? Fast alle Mütter haben immer genug Milch für ihr Kind. Manchmal machen die Kinder aber eine Phase durch, in der sie plötzlich wieder häufig gestillt werden wollen und die Mutter das Gefühl hat, dass ihr Baby nicht satt wird. Diese Phase nennt sich "Wachstumsschub". Durch häufiges Trinken kurbelt das Baby die Milchmenge an, die es zum Wachsen benötigt. Diese Schübe treten im Alter von ca. 1 Woche, 6 Wochen und mit 3 Monaten auf. Halten Sie durch! Diese anstrengende Zeit geht schneller vorüber, wenn Ihr Baby öfter anlegen und es dadurch mehr Milch fordert... Denken Sie daran: die Nachfrage regelt das Angebot. Zu schnelles Zufüttern und damit selteneres Anlegen würden die Muttermilchmenge reduzieren Eine kleine Bemerkung zum Schluß Sollten Sie sich von Anfang an gegen das Stillen entscheiden, ist dies ganz allein Ihre persönliche Entscheidung. Manchmal klappt es trotz aller Bemühungen nicht mit dem Stillen, und das Kind muss mit Ersatznahrung ernährt werden. Lassen Sie sich in dieser Situation von niemandem verunsichern oder ein schlechtes Gewissen einreden. Sie können Ihrem Kind trotzdem alle Liebe, Nähe und Zuwendung geben. Zu einer harmonischen Eltern - Kind Beziehung gehört nicht nur die Ernährung. |
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