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Die normale Geburt
 
Obwohl es sich bei einer Geburt um einen kontinuierlichen, einheitlichen Vorgang handelt, ist es sinnvoll, diesen in einzelne Phasen zu unterteilen. Man unterscheidet die
 
:: Eröffnungsperiode
:: Austreibungsperiode und
:: Nachgeburts- oder Placentaperiode.
 
Die Eröffnungsperiode beginnt mit dem Auftreten regelmäßiger, meist auch schmerzhafter Kontraktionen. Häufig kam es schon vorher zum blutigen Schleimabgang. Die Eröffnungswehen kommen anfangs noch in relativ großen Abständen, etwa alle 10 bis 20 Minuten und dauern ca. 30 Sekunden, bis sie im weiteren Verlauf regelmäßiger, in kürzeren Abständen, von längerer Dauer und heftiger auftreten, also etwa alle 3 bis 5 Minuten und bis zu einer Minute dauern. Die Wehen führen dazu, dass der Muttermund sich immer weiter öffnet. Die Eröffnungsperiode ist beendet wenn der Muttermund "vollständig ist", d.h. etwa 10 cm weit. Die normale Dauer der Eröffnungsperiode liegt etwa bei 10 bis 12 Stunden für eine Erstgebärende, bei Mehrgebärende ungefähr halb so lange, wobei als Faustregel gilt, dass sich bei einer Erstgebärenden der Muttermund pro Stunde um einen Zentimeter öffnet.
 
In der nun folgenden Austreibungsperiode, sie erstreckt sich bei einer Erstgebärenden über etwa eine Stunde, bei Mehrgebärende ca. 20 bis 30 Minute, werden die Wehen erneut stärker. Sie kommen in noch kürzeren Abständen und sind von längerer Dauer und führen dazu, dass sich das kindliche Köpfchen unter charakteristischen Drehungen in das Becken hinein und weiter Richtung Beckenboden bewegt, bis es schließlich im Scheideneingang sichtbar ist. Der Druck des Köpfchens auf das umgebende Gewebe löst dann einen unwillkürlichen Pressdrang aus, und unter Anleitung der Hebamme werden Sie jetzt mitpressen, das Köpfchen wird dadurch allmählich geboren. Nach Geburt des Kopfes wird die Hebamme sanft mit entsprechenden Handgriffen die Schultern entwickeln, danach wird der restliche Körper des Babies nahezu von allein geboren. Das Kind wird Ihnen dann sofort auf den Bauch gelegt, damit Sie und Ihr Baby sofort Körperkontakt haben.
 
Mit Geburt des Kindes beginnt die Nachgeburtsperiode, in der es zur Ausstoßung der Nachgeburt kommt, dies dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Dadurch, dass sich die Gebärmutter weiterhin zusammenzieht, löst sich die Nachgeburt von der Uteruswand und nachdem sie vollständig gelöst ist, wird die Hebamme sie evtl. auffordern nochmals mitzupressen und unter leichtem Zug an der Nabelschnur werden die Placenta und ihre Eihäute geboren. Der Mutterkuchen wird dann gründlich auf Vollständigkeit untersucht. Falls die Placenta unvollständig geboren sein sollte oder falls sie sich nicht von allein löst, ist ein operativer Eingriff erforderlich, bei der die Placenta in Narkose von Hand gelöst wird, bzw. eine Ausschabung der Gebärmutter erfolgt.
 
Die nun folgende Zeit, sie wird auch die Postplazentaperiode(Nachplazentaperiode) genannt, verkleinert sich die Gebärmutter durch weitere Wehen, wodurch sich die Blutung, der sog. Wochenfluss allmählich verringert. Soweit es zu einem Dammriss gekommen ist oder, was relativ selten notwendig ist, ein Dammschnitt (Episiotomie) angelegt wurde, wird dieser jetzt in örtlicher Betäubung versorgt. Gleichzeitig erfolgt auch die Erstversorgung Ihres Babies. Es wird untersucht, gewogen und gemessen, bekommt evtl. Augen- und/oder Vitamin-K-Tropfen und gehört dann wieder ganz Ihnen. Sie haben dann ausreichend Zeit, um sich genauer kennen zu lernen und in aller Ruhe Ihr Baby ein erstes Mal anzulegen. Die Zeit bis etwa zwei Stunden nach der Entbindung werden Sie noch weiter im Kreißsaal überwacht, bevor Sie und Ihr Baby dann auf die Wochenstation verlegt werden.

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