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Der Kaiserschnitt
 
Der Kaiserschnitt, Sectio caesarea oder auch kurz Sectio, ist benannt nach Julius Caesar, der auf diese Weise zur Welt gekommen sein soll, was allerdings ziemlich unwahrscheinlich ist. Sicher ist dagegen, dass heute immer mehr Babies per Kaiserschnitt zur Welt kommen, der damit eine der häufigsten geburtshilflichen Operationen darstellt.
 Obwohl die eigentliche Operation die gleiche ist, lassen sich zunächst der geplante Kaiserschnitt vom Kaiserschnitt während der Geburt unterscheiden, wenn im Verlauf einer zunächst normalen Geburt die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet ist und daher eine Sectio durchgeführt werden muss. Der geplante oder primäre Kaiserschnitt ist z.B. erforderlich:  :: Bei Lageanomalien, wie Quer- oder auch Beckenendlage
:: Bei einer Placenta praevia, also wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt
:: Bei einem sog. Missverhältnis, also wenn das Kind zu groß für das mütterliche Becken ist
:: Bei manchen Frühgeburten und Mehrlingsschwangerschaften
:: Bei bestimmten mütterlichen oder kindlichen Erkrankungen
 
Der Kaiserschnitt während der Geburt oder sekundäre Kaiserschnitt ist erforderlich hauptsächlich aus zwei Gründen:
 
:: Wenn die Herztöne des Kindes auf eine Gefährdung hinweisen
:: Wenn es zu keinem Geburtsfortschritt mehr kommt (Geburtsstillstand)
 
Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff von durchschnittlich 30 Minuten Dauer mit Eröffnung der Bauchhöhle und keinesfalls nur ein einziger Schnitt, wie der Name nahe legt und sollte daher auch nur bei einer entsprechenden Indikation durchgeführt werden. Zwar wird durch den ständigen Fortschritt der Medizin die Komplikationsrate nach einer Sectio immer niedriger, aber grundsätzlich ist das Risiko, ernsthaft durch einen Kaiserschnitt zu erkranken immer noch dreifach höher als nach einer normalen Geburt.
 
Seit einiger Zeit kennt man den Begriff des "sanften Kaiserschnitts", hiermit meint man den Kaiserschnitt nach Misgav-Ladach, so benannt nach einem Krankenhaus in Jerusalem. Die Operationsmethode unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der üblichen, lediglich bei Eröffnung der Bauchdecken werden die Schichten vorwiegend stumpf eröffnet und beim Verschluss des Bauches werden nicht alle Schichten wieder verschlossen. Das führt zu einer kürzeren OP- und Narkosedauer, geringerem Blutverlust und es wird weniger Nahtmaterial verwendet. Die Patientinnen erholen sich daher nach dem Kaiserschnitt rascher. Im Perinatalzentrum Altona haben wir die wesentlichen Änderungen der Operationstechnik nach Misgav-Ladach in unser operatives Vorgehen einfließen lassen.
 
Ein Kaiserschnitt wird wann immer möglich in Regionalanästhesie (meist Spinal-, seltener Periduralanästhesie) durchgeführt, d.h. Sie sind wach, spüren aber von der Brust an abwärts keine Schmerzen, dadurch haben Sie die Gelegenheit die Geburt mitzuerleben und Ihr Kind direkt nach der Geburt zu sehen, außerdem kann der werdende Vater im OP anwesend sein. Eine Regionalanästhesie ist im Vergleich zur Vollnarkose risikoärmer und hat weniger Nebenwirkungen, ist also für Sie vor allem nach der Geburt wesentlich angenehmer. Wenn es allerdings bei einem sekundären Kaiserschnitt sehr rasch gehen muss, dann erfolgt die Sectio immer in Vollnarkose.
 
Nach dem Kaiserschnitt werden Sie, wie nach einer normalen Geburt, noch etwa zwei Stunden im Kreißsaal überwacht, kommen danach auf die Wochenstation. Sie dürfen am OP-Tag bereits essen und trinken, der für die Operation notwendige Blasenkatheter wird nach etwa 6 Stunden gezogen. Drainagen, die Wundsekret aus den OP-Wunden ableiten, benutzen wir nicht. Selbstverständlich dürfen Sie nach einem Kaiserschnitt genauso wie bei einer vaginalen Geburt stillen.
 
Spätestens am Tag nach der Operation, meist aber am OP-Tag, werden Sie aufstehen, zunächst noch mit Hilfe einer Schwester, danach dann soviel wie möglich allein. Dies ist sinnvoll zur Vermeidung einer Thrombose, also einem Blutgerinnsel, das sich in den Venen des Beines oder des Beckens bilden kann. Wenn Sie sich fit genug fühlen, werden Sie nach einer entspr. Untersuchung entlassen, wann, das entscheiden Sie. Die Fäden werden meist am 5. Tag nach der Operation gezogen, sollten Sie dann bereits entlassen sein, macht das Ihre/Ihr Haus- oder Frauenärztin oder -arzt oder Sie kommen noch einmal zum Fädenziehen zu uns.
 
Heutzutage ist die Komplikationsrate nach einem Kaiserschnitt so niedrig wie nie zuvor, dennoch bestehen Risiken und mögliche Komplikationen. Das am meisten gefürchtete Risiko ist die Lungenembolie. Sie entsteht durch eine Thrombose, wenn sich das Blutgerinnsel von der Gefäßwand löst und schließlich eine Lungenarterie verschließt.
 
Der Blutverlust bei einer Sectio ist im Vergleich zur normalen Geburt erhöht, allerdings besteht selten die Notwendigkeit Blutkonserven zu verordnen.
 
Bei jeder Operation besteht die Gefahr, dass es zu Infektionen kommt, dies kann eine Wundinfektion, Infektion der Bauchhöhle, der Gebärmutter oder auch ein Harnwegsinfekt sein, gelegentlich ist daher eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich, sehr selten kann ein erneuter operativer Eingriff notwendig werden.Sehr selten sind auch Verletzungen der Harnblase oder des Darmes, die dann eine operative Korrektur der Verletzung notwendig machen können.
 
Nach einem Kaiserschnitt ist bei einer erneuten Schwangerschaft durchaus eine "normale Geburt" möglich. Mit Ausnahme der Fälle, bei denen der Grund für den vorangegangenen Kaiserschnitt fortbesteht, ist der Versuch einer vaginalen Geburt anzuraten. Hiervon ausgenommen sind die seltenen Fälle, in denen die Gebärmutter mit einem Längsschnitt aufgeschnitten wurde. Insgesamt liegt die Chance nach einem Kaiserschnitt ein Baby auf normalem Weg zu bekommen bei etwa 60% und das Hauptrisiko nach einer Sectio, dass die Narbe der Gebärmutter reißt, ist äußerst gering und durch entsprechende Untersuchungen und Überwachungen während der Geburt, entweder vorherzusehen oder rechtzeitig zu behandeln.

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