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Fragen zum Kind
 
- Wofür braucht mein Kind Augentropfen?
- Sind Impfungen erforderlich?
- Wofür dient das Vitamin-K?
- Dürfen Geschwisterkinder das Kind anfassen?
- Was ist, wenn ich erkältet bin?
 
Ernährung des Neugeborenen
 
Das Vorteilhafteste ist nach wie vor die Ernährung mit Muttermilch (Stillen). Die Anleitung und Beratung durch ausgebildete Stillberaterinnen, Hebammen und Kinderkrankenschwestern soll das Stillen gerade in den ersten Tagen erleichtern und fördern. Dennoch besteht kein Anlaß für Sie, sich als Versager zu fühlen, falls aus welchen Gründen auch immer das Baby nicht gestillt werden kann. In den ersten Lebenstagen kommt es zu einer Gewichtsabnahme des Kindes, die 10% des Körpergewichts nicht überschreiten und am Ende der ersten Woche aufgehört haben sollte. Läßt eine Gewichtszunahme zu lange auf sich warten, ist ggf. eine Zufütterung erforderlich, bis der Milchfluß ausreichend in Gang gekommen ist.
 
Lagerung des Kindes
 
Es hat sich herausgestellt, daß die Bauchlage ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod darstellt. Insofern sollte das Kind in den ersten Lebensmonaten zum Schlafen auf den Rücken gelegt werden. Zu empfehlen ist jedoch im Wachzustand die häufige Bauchlage, um sowohl eine Abflachung des Hinterkopfs zu vermeiden als auch die motorische Entwicklung zu fördern. Weitere Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod sind das Rauchen in der Umgebung das Kindes und zu hohe Temperaturen (> 18°C) im Schlafzimmer. Man sollte auch darauf achten, daß das Kind nicht mit dem Kopf unter Kissen oder Bettzeug geraten kann.
 
Gelbsucht
 
Die Entwicklung einer sichtbaren Gelbsucht in der ersten Lebenswoche ist nicht selten. In diesen Fällen ist eine reichliche Flüssigkeitszufuhr (ggf. auch durch Zufütterung) sehr wichtig. Bei deutlicher Ausprägung der Gelbsucht sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt und daraufhin entschieden werden, ob eine Lichtbehandlung notwendig ist.
 
Vitamin K-Tropfen
 
Ihr Kind erhält zur U1 (gleich nach der Geburt), zur U2 (3.-10. Lebenstag) und zur U3 (4.-6. Lebenswoche) jeweils zwei Tropfen Vitamin K. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Neugeborene sind damit eher knapp ausgestattet und mit der Nahrung, ganz besonders mit der Muttermilch, wird es auch nicht ausreichend zugeführt. Damit besteht die Gefahr ausgedehnter Blutungen, besonders des Gehirns, zu deren Vermeidung die oben erwähnte Gabe erforderlich ist.
 
Augentropfen
 
Direkt nach der Geburt erhält Ihr Kind in der Regel in jedes Auge einen Tropfen Ecolicin. Diese Augentropfen enthalten ein Antibiotikum, das wirksam ist gegen die heutzutage häufigsten Erreger von Infektionen der Scheide (Chlamydien), die ihrerseits bei Neugeborenen Infektionen der Bindehäute, aber auch Lungenentzündungen verursachen können. Ecolicin reizt, im Gegensatz zu dem früher verwendeten Sibernitrat, die Augen nicht. Sollten Sie dennoch, z.B. weil bei Ihnen die entsprechenden Tests ein negatives Ergebnis gezeigt haben, die Gabe der Augentropfen nicht wünschen, teilen Sie uns dies bitte vor der Entbindung mit.
 
Vitamin D/Fluor
 
Ab dem 8. Lebenstag bis Ende des ersten Lebensjahres sowie im darauf folgenden Winterhalbjahr wird die kombinierte Gabe von Vitamin D und Fluor zur Vorbeugung gegen Rachitis und Karies empfohlen. Die erste Packung erhalten Sie von uns, die weiteren verschreibt Ihnen Ihr niedergelassener Kinderarzt. Die Fortsetzung der Fluorprophylaxe allein ist bis zum Ende des dritten Lebensjahres ratsam.
 
Erweiterte Stoffwechseluntersuchung
 
Zusätzlich zu dem routinemäßig durchgeführten Test (Zweite Vorsorgeuntersuchung) besteht die Möglichkeit, aus demselben Material noch weitere seltenere Stoffwechselstörungen auszuschließen. Die Kosten für diese Untersuchung (Tandemmassenspektrometrie) betragen Euro 5.12 und müssten von Ihnen selbst getragen werden.
 
Alle weiteren Fragen nach der Entlassung aus der Klinik besprechen Sie bitte mit Ihrem niedergelassenen Kinderarzt. Er führt die routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch, veranlaßt die Ultraschalluntersuchung der Hüften und berät Sie hinsichtlich der empfohlenen Schutzimpfungen. Möglich und sinnvoll in der ersten Zeit nach der Entlassung ist auch die ambulante Betreuung durch eine Hebamme.
  
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