Der Dammschnitt, medizinisch auch "Episiotomie" genannt, wird unter der Vorstellung angewendet, bei einer Geburt den Scheideneingang (Damm) zu erweitern. Dieser Schnitt wird mit einer speziellen Schere dann ausgeführt, wenn der Kopf oder auch der Steiß des Kindes aus der Scheide hervortritt. Dieser Schnitt muss selbstverständlich nach der Geburt durch den Geburtshelfer wieder genäht werden. Es werden heutzutage nur noch zwei Schnittrichtungen durchgeführt: Die mediane Episiotomie (Schnittführung genau in der Mittellinie). Hierbei ist die Gefahr am größten, dass es zu einem Weiterreißen in Richtung After kommt und der Schließmuskel komplett durchtrennt wird. Aus diesem Grunde führen wir diese Schnittrichtung seltener durch. Die mediolaterale Episiotomie (Schnittführung von der Mitte des hinteren Scheidenausganges aus in ca. 45 Grad Abweichung nach rechts oder links). Diese Schnittrichtung bringt den meisten Raumgewinn und führt nur selten zu einem Durchreißen des Schließmuskels. Dieser Schnitt wird gewählt bei sehr engem Geburtskanal oder einem sehr großen Kopfumfang des Kind oder bei Zangenentbindungen. Bei Saugglockenentbindungen führen wird selten einen Dammschnitt durch. Dieser schräge Schnitt hat den Nachteil, dass er in den ersten Tagen im Wochenbett deutlich mehr Beschwerden macht, als der Schnitt in der Mittellinie. Oberflächliche Scheiden- und Dammrisse können bei jeder normal verlaufenden vaginalen Entbindung auftreten. Diese kleineren Risse kommen etwa bei der Hälfte der Erstgebärenden aber auch bei Mehrgebärenden vor. Häufig müssen diese Risse nicht genäht werden. Sie verheilen in der Regel komplikationslos. Unsere Meinung zum Dammschnitt
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Dammschnitt in den meisten Fällen gar nicht notwendig ist. Die meisten ausgedehnteren Rissverletzungen entstehen sogar besonders häufig nach Dammschnitten. Aus diesem Grunde sind wir sehr zurückhaltend, überhaupt einen Dammschnitt auszuführen. Ein kontrolliertes Reissen des Dammes bringt in den meiste Fällen weniger Beschwerden mit sich. Unsere Dammschnittrate beträgt z.Z. unter 30%. Dies ist im Bundesdurchschnitt eine sehr niedrige Rate. Ein wichtiger Punkt ist auch die anatomisch korrekte Versorgung eines Dammschnittes aber auch eines Risses. Auf diesen Punkt wird bei uns besonderer Wert gelegt. Dadurch kann die Rate an Schmerzen nach der Entbindung aber auch Probleme wie Beschwerden beim Wasserlassen, Stuhlgang oder bei Verkehr deutlich gesenkt werden.