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Unter einem Hydrocephalus versteht man die Erweiterung der inneren und manchmal auch der äußeren Nervenwasserräume. Die Aufweitung dieser Nervenwasser- (=Liquor-) räume kommt durch einen Liquoraufstau zustande. Der Liquor wird in den Hirnkammern im Innern des Gehirnes gebildet, durchläuft diese und wird schließlich an die Außenflächen des Gehirnes geleitet. Dort wird der Liquor in das Blutgefäßsystem zurückgepumpt und gelangt auf diese Weise wieder in das Blutadergeflecht der Ventrikel. Unter normalen Bedingungen schließt sich so der Kreislauf ordnungsgemäß. Verschlüsse dieser „Wasserleitung“ sind möglich durch anlagebedingte Fehlbildungen, Entzündungen, Blutungen oder Tumoren. Da Liquoraufstau letztlich zu lebensbedrohendem Druck auf das Gehirn führt ist eine Behandlung notwendig.
Abb.1a Hydrocephalus vor endoskopischer Behandlung 1. Die äußeren Liquorräume sind aufgebraucht. 2. Der Ventrikel ist aufgestaut. 3. Der vordere Anteil des aufgestauten III. Ventrikels presst sich in die Brückencisterne.
Abb.1b Hydrocephalus nach endoskopischer Behandlung 1. Die äußeren Liquorräume sind entlastet. 2. Der Ventrikel ist entlastet. 3. Flow-Phänomen an der Perforationsstelle im vorderen Anteil des III. Ventrikels.
Lange Zeit galt die Anlage eines Ventilsystems, bei dem ein Schlauchsystem von den Hirnkammern in den Bauchraum verlegt wird, als das ideale Verfahren, weil hier primäre operative Komplikationen außerordentlich selten sind. Probleme entstanden allerdings von Anfang an durch die sekundären Komplikationen: Infektion und Malfunktion (Entzündungen und Materialprobleme des Ventilsystems)
Abb.2 Verschiedene Ventilsysteme Bei einer bestimmten Wasserkopfform, dem Verschlußhydrocephalus, kann man heute auf endoskopischem Weg die zarte Hirnkammerwand am Boden des III. Ventrikel perforieren und so dem aufgestautem Liquor Abfluss an die Hirnoberfläche verschaffen.
Abb.3 Endoskopische Ventriculostomie am Modell Die endoskopisch durchgeführte Ventriculostomie gilt heute als das Verfahren der Wahl bei allen Formen des Verschlußhydrocephalus, vor allem deshalb, weil kein Fremdmaterial auf Dauer eingebracht werden muss, dass sich entzünden kann oder einem Verschleiß unterliegt.In unserem Hause werden im Jahr etwa 100 Patienten mit Hydrocephalus behandelt.
Ausschnitt einer endoskopischen Operation zur Behandlung des Hydrocephalus Video ansehen (Quicktime, 2,1 MB) Download Quicktime-Player |
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