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Zu den häufigsten, neurochirurgisch relevanten Gefäßfehlbildungen gehören die Aneurysmen und Angiome.Aneurysmen sind anlagebedingte Aussackungen der Schlagadern an der Unterseite des Gehirns in einem Kreis, von dem die hauptversorgenden Gefäße des Gehirnes ausgehen. Sie liegen an Teilungsstellen der Schlagadern, an denen sich oft Gefäßwanddefekte befinden oder an den Abgangsstellen embryonaler, später verkümmerter Gefäße. Aneurysmen können ein Leben lang stumm bleiben. In der Regel werden sie erst nachgewiesen, wenn es zu spät ist, nämlich wenn sie sich durch Blutungen in oder um das Gehirn (Subarachnoidalblutung) in lebensbedrohende Erscheinung bringen. Im Zusammenhang mit der Blutung kommt es oft zu Verkrampfungen der Adern (Spasmen), die den Ablauf der Erkrankung zusätzlich ungünstig beeinflussen können. Der Nachweis eines Aneurysmas ist nur durch eine Angiographie möglich. Sämtliche hirnversorgende Gefäße müssen dargestellt werden. Die Behandlung eines geplatzten Aneurysmas beginnt auf der Intensivstation. Dort bemüht man sich, die lebensnotwendigen Funktionen (Atmung, Kreislauf, Temperaturregelung und Stoffwechselvorgänge) zu stabilisieren. Ziel der Behandlung ist es, das geplatzte Aneurysma dauerhaft aus dem Schlagaderkreislauf auszuschalten. Dieses ist grundsätzlich auf zwei Wegen möglich: :: operativ: Das Aneurysma wird unter dem Operationsmikroskop dargestellt und sein Hals, durch den das Schlagaderblut in den dünnwandigen Aneurysmasack einschießt, mit einem Metallclip verschlossen. :: interventionell: Der Neuroradiologe bringt über das Gefäßsystem einen Katheter an das Aneurysma heran und verschließt den Aneurysmasack vom Gefäßinneren her durch feine Metallspiralen (sog. Coils).
Abb.1 Aneurysma der A. cerebri media (1) und Aneurysma der A. carotis (2) vor Klippung. Abb.2 Aneurysma der A. cerebri media (1) und Aneurysma der A carotis (2) nach Klippung Abb.3 Aneurysma der A.basilaris vor Coiling Abb.4 Aneurysma der A.basilaris nach Coiling Gelegentlich werden Aneurysmen nachgewiesen, die nicht geblutet haben. In diesem Falle ist die Kooperation zwischen Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie von besonderer Bedeutung, gilt es doch das Blutungsrisiko gegen das Operationsrisiko abzuschätzen. Lage und Größe des Aneurysmas, Patientenalter, Begleiterkrankungen sind die Parameter, die in diesem Falle als Entscheidungshilfen herangezogen werden.
Ausschnitt einer Operation eines Aneurysmas der A. cerebri media Video ansehen (Quicktime, 3,4 MB) Download Quicktime-Player |
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