Die Betreuung wird nach standardisierten Diagnostik- und Therapieprogrammen in Kooperation und in ständigem Kontakt mit den Transplantationszentren durchgeführt.
Hauptprobleme
:: Noch instabile Hämatopoese
:: Hohe Infektanfälligkeit unter Immunsuppression und weiterbestehender Neutropenie sowie (häufig)
Immunglobulinmangel
:: GvHD (Graft versus Host Disease)
:: Ausgeprägtes physisches Leistungsdefizit bezüglich Kraft, Kondition; rasche Erschöpfung nach geringer
Belastung
:: Kognitive Einschränkungen mit Störungen des Kurzzeitgedächtnis und der Konzentration
:: Inappetenz mit Geschmacksstörungen, Kaloriendefizit bei häufig erschwerter Nahrungs- und
Flüssigkeitsaufnahme
:: Psychische Belastung durch schwere Erkrankung, belastende Therapiemaßnahmen mit längerer
Isolation, Unsicherheiten und Ängsten in Bezug auf die langfristige Prognose
Rehabilitationsziele
:: Reduktion der individuellen Beschwerdesymptome
:: Prophylaxe von Infekten und Komplikationen
:: Verbesserung der physischen Belastbarkeit durch gezielte Trainingsmaßnahmen
:: Stabilisierung der psychischen Verfassung
:: Aufbau einer kalorisch suffizienten Ernährung
:: Informationsvermittlung, -ergänzung zu adäquatem Verhalten bezüglich Ernährung, Körperpflege,
Infektprophylaxe, Nachsorge
:: Der Patient soll wieder zur vollständigen Selbstversorgung im häuslichen Umfeld befähigt werden;
berufliche Perspektiven sollen aufgebaut werden Strukturelle Voraussetzungen nach periphärer allogener Blutstammzelltransplantation
Ärztliche Betreuung:: Unter Supervision transplantationserfahrener Ärzte, tägliche Visite, Patientenedukation und Information,
Angehörigenberatung; besondere Berücksichtigung des Fatigue-Syndroms
:: Medikamentenapplikation enteral, parenteral (periphervenös, ZVK, Hickmann-/Portkatheter, intrathekal),
spezielle Anforderungen an die Transfusionstherapie mit bestrahlten und ggf. CMV-negativen
Blutprodukten werden berücksichtigt
Diagnostik:: Routinelabordiagnostik 2x wöchentlich mit Monitoring der Immunsuppressiva, CMV-PCR; b. Bed.
Notfalllabordiagnostik 24 h/Tag
:: Sonographie, Röntgen, Funktionsdiagnostik (EKG, Ergometrie, Echo, LZ-RR, LZ-EKG, Lungenfunktion), Spezielle Krankenpflege:: Unterstützung und Beratung bei der Körperpflege unter Berücksichtigung der besonderen
Hygieneanforderungen, Information und Beratung
Physiotherapie:: Therapiebeginn mit einzelkrankengymnastischer Behandlung, aerobes Funktionstraining am Laufband-
oder Fahrradergometer (standardisiertes Programm)
:: Bewegungstherapie in Kleingruppen
:: Trainingsmöglichkeiten im Fitnessraum
:: Massagen, Lymphdrainagen ,Elektrotherapie u.a.
Psychologie:: Einzelbetreuung, Entspannungsverfahren, Teilnahme an Therapiegruppen nach individueller
Belastbarkeit
Ernährung:: Keimreduzierte Kost: stufenweiser Kostaufbau entsprechend der Richtlinien der „allogenen
Transplantationskost“
Ergotherapie:: Neuropsychologisches Funktionstraining zur Förderung kognitiver Funktionen
Sozialdienst:: Beratung zur beruflichen und sozialen Reintegration
:: Einleitung von Wiedereingliederungsverfahren
:: Information über soziale Unterstützungsmöglichkeiten
Gesundheitstraining:: Für Patienten nach PBSZT in Kleingruppen; Information, Austausch, Beratung, Planung der Nachsorge
Freizeitprogramm:: Spaziergänge und Wanderungen in der Klinikumgebung je nach Belastbarkeit
:: klimatisch günstige Wirkung
:: Teilnahme an Freizeitprogrammen innerhalb der Klinik abhängig von der Immunitätslage. Unterbringung unter besonderen hygienischen und sanitären VoraussetzungenAlle Patienten werden auf einer Station in Einzelzimmern mit Balkon untergebracht, auf Wunsch können jedoch Partner in Doppelzimmern mit aufgenommen werden. Zur Zimmereinrichtung bei KMT-Patienten gehören Fernsehgerät und Kühlschrank. Den Hygieneanforderungen entsprechend werden die Bettwäsche zweitäglich, die Wäsche für die Körperpflege täglich gewechselt. Bei Bedarf steht steriles Wasser für die Mundpflege zur Verfügung. Die sanitären Armaturen sind mit Wasserfiltern ausgerüstet.
Qualitätssicherung:: Therapiefragen, Therapieverlauf und Probleme werden regelmäßig telefonisch mit den verantwortlichen
Mitarbeitern der Transplantzentren besprochen
:: Kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter, Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter der Diätküche haben
eigene Erfahrungen durch Hospitationen in Transplantzentren erworben, die im Rahmen der hausinternen
Fortbildung weitergegeben werden.
:: Fachspezifische Fortbildung durch Kongressteilnahme DGHO, EBMT u.a.