|
Stadtroda (-kv-). Fast schon etwas ehrfürchtig durchschreitet man heute das Eingangsportal der neu sanierten und erweiterten Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik. Einge-weiht im Jahre 1869 steht darüber. Das Haus 2 zählt architektonisch gewiss zu den Schmuckstücken im Komplex des Asklepios-Klinikums. Hinter der geschichtsträchtigen Hülle verbirgt sich eine hoch-moderne Klinik, mit der sich nach der baulichen Kur von Keller bis zum Dach wesentlich verbesserte Rahmenbedingungen für Ärzte, Therapeuten und Patienten verknüpfen. "Diese geschaffenen Rahmenbedingungen werden sich anregend und belebend auf unsere Patienten und deren Therapieverläufe auswir-ken", so der leitende Chefarzt Dr. Frank Bartuschka bei der Feierstunde zur Wiederer-öffnung des Hauses, in dem die Abteilung Psycho-therapie und Psycho-somatische Medizin seit bereits 55 Jahren besteht. 32 modern ausgestattete Ein- und Zweibettzimmer inklusive Sanitärzelle sowie |
mehrere Gruppenräume entstanden. Zuvor wohnten die Patienten in 3- und 4-Bettzimmern. Ein Speiseraum und ein Besucherzimmer stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Räume für Therapeuten und Ärzte wurden im oberen Geschoss eingerichtet, im Keller-geschoss befindet sich ein Kraftraum. In einem Erweiterungsbau sind Räume für Sport-, Bewegungs- und Ergo-therapie untergebracht. Novum der Aufzug, der einen barrierefreien Zugang zu allen Stock-werken ermöglicht. Die neuen Rahmen-bedingungen ermöglichen es, im Jahr durchschnittlich 200 Patienten nach individuell zugeschnittenem Therapiekonzept zu behandeln. "Dieses Haus ist ein gestalteter Raum - großzügig, freundich, gleichzeitig offen und mit Platz für ruhige Selbst-besinnung. Positiv auch die Nähe zu den anderen Fachgebieten", so Dr. Bartuschka. Er erinnerte auch an die Geschichte des Hauses - von der Übergabe des Neubaus anno 1869 an den regierenden |
Herzog über die schlimme Zeit des National-sozialismus, als Tuber-kuloseerkrankte hier unter haftähnlichen Bedingungen isoliert und weggesperrt wurden. Er erinnerte an 1953, wo eine spezielle Abteilung für Schlaftherapie eingerichtet wurde, die als Keimzelle der späteren Psychotherapieabteilung angesehen werden kann. An die Zeit ab 1965, wo sich schrittweise das Behandlungskonzept änderte und Gesprächs-therapie und gruppen-therapeutische Methoden Einzug hielten oder an die fachliche Neuorientierung im Sinne einer spezialisierten stationären Psychotherapie Anfang der 70-er Jahre. Und er dankte seinen Llinikmitstreitern für ihr Engagement trotz der Einschränkungen durch den Übergangsweisen Umzug in ein anderes Gebäude sowie dem Land, das die umfassenden Um- und Ausbaumannahmen an Haus und Infrastruktur mit mehr als 2,8 Mio Euro förderte. |