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Nach zweijähriger Bauzeit wurde am 10. Januar 2008 mit einer feierlichen Schlüsselübergabe im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), der Abgeordneten Bernward Müller (CDU-MdB), Wolfgang Fiedler (CDU-MdL), des Asklepios-Hauptgeschäftsführers Dr. Dr. Martin Siebert und rund 150 weiterer Gäste aus Politik, Justiz, Wirtschaft, Polizei sowie von beteiligten Firmen, das neue Gebäude des Maßregelvollzuges im Asklepios Fachklinikum Stadtroda seiner Nutzung übergeben.
Als Gemeinschaftsprojekt haben der private Träger Asklepios und das Land Thüringen den Neubau der Forensischen Klinik auf den Weg gebracht.
Geschäftsführer Björn Pestinger erinnert in seiner Begrüßungsrede daran, dass 1848 die ersten 18 Geisteskranken, die von der Leuchtenburg kamen, in der von Herzog Josef von Sachsen-Altenburg gegründeten Irren- und Pflegeanstalt in Roda aufgenommen wurden. Seit 160 Jahren werden Patienten in Stadtroda betreut.
Der Neubau der Forensischen Klinik bietet künftig 80 Männern und Frauen Platz.
Ab Mitte Februar werden die ersten Stationen in das Gebäude einziehen. Damit entstehen 43 neue Arbeitsplätze, hauptsächlich im Pflege- und Sicherheitsbereich.
Neben der stationären Unterbringung soll in Zukunft auch eine ambulante Behandlung angeboten werden, informierte der Ärztliche Direktor Dr. Udo Polzer. Er verdeutlichte den anwesenden Gästen, dass es sich bei den Patienten der Forensik um Straftäter handelt, deren Schuldfähigkeit untersucht wird. "Seelische Störungen, tief greifende Bewusstseinsstörungen sind oft der Auslöser, dass sie unfähig sind, selbst ihre Tat einzuordnen". Sie wurden im Maßregelvollzug durchschnittlich sechs bis acht Jahre untergebracht, "weil sie allgemein als gefährlich gelten", ohne dass sie sich dessen bewusst seien.
Die kommissarische Chefärztin der Klinik für Forensische Psychiatrie, Dr. Helmburg Göpfert-Stöbe, äußert sich lobend über die - im doppelten Sinn - neu entstandenen Räume. Es seien zum einen die Zeiträume, die die Patienten hier verbringen, und zum anderen die neuen Räumlichkeiten, welche die Würde und die humane Wertschätzung der psychischen Straftäter wahren. Es wird in der Forensik fünf hoch spezialisierte Stationen geben. Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern, Pfleger, Ergo- und Sporttherapeuten sowie Sicherheitspersonal finden im neuen Gebäude sehr gute Arbeitsbedingungen, denn sie sind dafür verantwortlich, die Sicherung zu garantieren sowie die therapeutische Behandlung und die Resozialisierung der untergebrachten Patienten zu fördern.
Die feierliche Eröffnung mit einem anschließenden Tag der offenen Tür zu verbinden, war eine gute Idee. Bürgermeister Harald Kramer bedankt sich dafür bei der Asklepios-Geschäftsleitung, "das wird Vertrauen schaffen in der Stadt".
Zahlreiche Stadtrodaer Bürger sowie Interessenten aus Nah und Fern nutzten diese Gelegenheit, das Objekt zu besichtigen. Schließlich bekommt man nicht alle Tage die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines Maßregelvollzuges zu schauen. Während dieses Rundgangs, begleitet vom Fachpersonal, konnte man sich persönlich von der Gebäudesicherheit überzeugen. Darüber hinaus erhielten die Besucher einen Einblick in die therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung dieser Patienten durch das Fachpersonal. |