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Einweihung Neubau Maßregelvollzug

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OTZ vom 10.01.2008

Neuer Weg mit privatem Träger

Althaus: Hoheitliche Aufgabe ist verliehen

Stadtroda (OTZ/A.U.). Mit der Übergabe des Maßregelvollzugs sei eine wichtige Bauphase abgeschlossen, betonte Ministerpräsident Dieter Althaus. Es sei eine Aufgabe, welche die Gesellschaft mitsich bringt, und er sei froh, dass es mitten in Stadtroda geschieht. Das setze ein hohes Maß an Vertrauen und Sicherheit voraus, verwies Althaus darauf, dass Stadtroda ein gutes
Beispiel darstelle, weil hier die Kommune beim Vorhaben voll mitzog.
Das Land sei zugleich einen neuen Weg gegangen, wird gemeinsam mit einem privaten Träger diese Aufgabe erfüllen. Im Klartext bedeute dies: Das Land hat die hoheitliche Aufgabe des Maßregelvollzugs an Asklepios verliehen, bleibt aber in der Verantwortung. Nach wie vor werde vom Land die Rechtsaufsicht 
über das Thüringer Gesundheits- und Sozialministerium getragen, bestehe die Fachaufsicht sowie das Weisungsrecht, und kostenseitig ist der Landesrechnungshof Prüfungsbehörde.
Neben Stadtroda unterhält das Land in Mühlhausen und Hildburghausen zwei weitere forensische Einrichtungen, in die in kurzer Zeit viele öffentliche Mittel investiert wurden.
OTZ vom 10.01.2008

Maßregelvollzug öffnet Türen

Feierliche Schlüsselübergabe - Stadtrodaer nutzen Gelegenheit zur Besichtigung

Von OTZ-Redakteur
Axel Ukena

Stadtroda. Lange Schlangen bildeten sich gestern Nachmittag vorm Eingang des Maßregel-vollzugs in Stadtroda. Hunderte Einwohner folgten der Einladung zum Tag der offenen Tür, um sich selbst ein Bild von den 27 Millionen Euro teuren Neubau zu verschaffen.
Gut eine Stunde zuvor bekam die kommissarische Chefärztin der Forens-ischen Klinik, Helmburg Göpfert-Stöbe, im Beisein von Thüringens Minister-präsident Dieter Althaus (CDU), den Abgeordneten Bernward Müller (CDU-MdB), Wolfgang Fiedler (CDU-MdL), Asklepios-Hauptgeschäftsführer Dr. Dr. Martin Siebert und rund 150 weiteren Gästen aus Politik, Justiz und Wirtschaft, Polizei, von beteiligten Firmen u.a. den Schlüssel für den Neubau
überreicht - wurde das Haus offiziell übergeben.
 
Als Gemeinschaftsprojekt haben der private Träger Asklepios und das Land den Neubau der Forensischen Klinik innerhalb von zwei Jahren Bauzeit auf den Weg gebracht. Entstanden ist eine Einrichtung, welche zum einen den höchsten Sicherheitsansprüchen, zum anderen den modernsten Therapiemöglichkeiten Rechnung trägt, stellte Stadtrodas Asklepios-Geschäftsführer Björn Pestinger heraus und dankte zugleich für die Unterstützung des Landes.
Er spannte in seiner Rede den Bogen bis ins Jahr 1848, als das damalige Roda 19 Häftlinge der Leuchtenburg in der von Herzog Josef von Sachsen-Altenburg begründeten Irren- und Pflegeanstalt aufnahm.
"Für viele sind es schlichtweg Verbrecher. Wir sehen die Menschen als Patienten, die Behandlung brauchen, um ihnen eine Brücke zu geben, die in die Gesellschaft zurückführt", beschrieb er 160 Jahre später das Anliegen der heutzutage wissenschaftlich geführten Forensik.
Sechs Stationen werden ab Mitte Februar im neuen Gebäude bezogen, welche insgesamt 80 Plätze bieten. Darunter befindet sich auch die einzige Frauenstation in Thüringen.
Im Zuge des Neubaus werden 43 Arbeitsplätze neu geschaffen, vorrangig im Sicherheits- und Pflege-bereich. Die Sorge der Stadtrodaer ist groß, was die Sicherheit anbelangt. Wie geht man damit um? Am besten mit einem Tag der offenen Tür. Das ist wichtig und gut und wird Vertrauen schaffen.
Harald Kramer (CDU) Bürgermeister von Stadtroda
OTZ com 10.01.2008

Neue Räume im doppelten Sinn

Verbesserung für Resozialisierung erhofft

Stadtroda (OTZ/A.U.). Auf Räume im doppelten Sinn bezog sich die kommissarische Chefärztin Helmburg Göpfert-Stöbe zur Eröffnungsfeier in der Turnhalle des Maßregel-vollzugs. Es seien zum einen die Zeiträume, welche die Patienten hier verbringen, die de facto unbefristet sein können und von Entscheidungen anderer abhängen.
Es seien aber auch die neuen Räumlichkeiten, welche die Würde und humane Wertschätzung der psychiatrischen Straftäter wahren.

 

Ziel der Forensik sei es, die bei der Straftat bestandene Gefährlichkeit der Menschen zu verringern und zugleich der Gesellschaft Sicherheit durch ihre Unterbringung zu gewähren.
Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern, Pfleger, Ergo- und Sporttherapeuten sowie Sicherheitsmitarbeiter finden im neuen Haus wesentlich bessere Arbeitsbedingungen vor. Sie stehen dafür, die Resozialisierung der hier Untergebrachten zu befördern.
"Wir vergessen dabei aber auf keinen Fall den Schutz der Opfer. Das ihnen zugefügte Leid wird zu keinem Zeitpunkt aus dem Auge verloren. Wir wissen um die hohe Bedeutung in der Gesellschaft."
Das neue Gebäude ist deutlich größer als der bisherige Maßregelvollzug. Die äußere Hülle ersetze den üblichen Zaun. Gänge und Verbindungstrakte sind so gestaltet, dass sich Besucher und Patienten nicht begegnen. "Wichtig ist, dass die Mitarbeiter wissen, wo sie hinmüssen."
Stadtrodaer Zeitung vom Februar 2008

Neubau des Maßregelvollzuges übergeben

Nach zweijähriger Bauzeit wurde am 10. Januar 2008 mit einer feierlichen Schlüsselübergabe im Beisein des Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU), der Abgeordneten Bernward Müller (CDU-MdB), Wolfgang Fiedler (CDU-MdL), des Asklepios-Hauptgeschäftsführers Dr. Dr. Martin Siebert und rund 150 weiterer Gäste aus Politik, Justiz, Wirtschaft, Polizei sowie von beteiligten Firmen, das neue Gebäude des Maßregelvollzuges im Asklepios Fachklinikum Stadtroda seiner Nutzung übergeben.

Als Gemeinschaftsprojekt haben der private Träger Asklepios und das Land Thüringen den Neubau der Forensischen Klinik auf den Weg gebracht.

Geschäftsführer Björn Pestinger erinnert in seiner Begrüßungsrede daran, dass 1848 die ersten 18 Geisteskranken, die von der Leuchtenburg kamen, in der von Herzog Josef von Sachsen-Altenburg gegründeten Irren- und Pflegeanstalt in Roda aufgenommen wurden. Seit 160 Jahren werden Patienten in Stadtroda betreut.

Der Neubau der Forensischen Klinik bietet künftig 80 Männern und Frauen Platz.

Ab Mitte Februar werden die ersten Stationen in das Gebäude einziehen. Damit entstehen 43 neue Arbeitsplätze, hauptsächlich im Pflege- und Sicherheitsbereich.

Neben der stationären Unterbringung soll in Zukunft auch eine ambulante Behandlung angeboten werden, informierte der Ärztliche Direktor Dr. Udo Polzer. Er verdeutlichte den anwesenden Gästen, dass es sich bei den Patienten der Forensik um Straftäter handelt, deren Schuldfähigkeit untersucht wird. "Seelische Störungen, tief greifende Bewusstseinsstörungen sind oft der Auslöser, dass sie unfähig sind, selbst ihre Tat einzuordnen". Sie wurden im Maßregelvollzug durchschnittlich sechs bis acht Jahre untergebracht, "weil sie allgemein als gefährlich gelten", ohne dass sie sich dessen bewusst seien.

Die kommissarische Chefärztin der Klinik für Forensische Psychiatrie, Dr. Helmburg Göpfert-Stöbe, äußert sich lobend über die - im doppelten Sinn - neu entstandenen Räume. Es seien zum einen die Zeiträume, die die Patienten hier verbringen, und zum anderen die neuen Räumlichkeiten, welche die Würde und die humane Wertschätzung der psychischen Straftäter wahren. Es wird in der Forensik fünf hoch spezialisierte Stationen geben. Ärzte, Psychologen, Krankenschwestern, Pfleger, Ergo- und Sporttherapeuten sowie Sicherheitspersonal finden im neuen Gebäude sehr gute Arbeitsbedingungen, denn sie sind dafür verantwortlich, die Sicherung zu garantieren sowie die therapeutische Behandlung und die Resozialisierung der untergebrachten Patienten zu fördern.

Die feierliche Eröffnung mit einem anschließenden Tag der offenen Tür zu verbinden, war eine gute Idee. Bürgermeister Harald Kramer bedankt sich dafür bei der Asklepios-Geschäftsleitung, "das wird Vertrauen schaffen in der Stadt".

Zahlreiche Stadtrodaer Bürger sowie Interessenten aus Nah und Fern nutzten diese Gelegenheit, das Objekt zu besichtigen. Schließlich bekommt man nicht alle Tage die Gelegenheit, hinter die Kulissen eines Maßregelvollzuges zu schauen. Während dieses Rundgangs, begleitet vom Fachpersonal, konnte man sich persönlich von der Gebäudesicherheit überzeugen. Darüber hinaus erhielten die Besucher einen Einblick in die therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung dieser Patienten durch das Fachpersonal.