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Klinik für Forensische Psychiatrie
 
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Die Klinik für Forensische Psychiatrie ist ein Teil des Asklepios Fachklinikums für Psychiatrie und Neurologie Stadtroda. Die Klinik wird als eine Einrichtung zur Durchführung der freiheitsentziehenden Maßregeln, der Besserung und Sicherung psychisch kranker Rechtsbrecher auch als „Maßregelvollzug“ bezeichnet. Sie ist eine von drei Kliniken für Forensische Psychiatrie im Freistaat Thüringen.
Für die geschlossene Unterbringung und Behandlung in unserer Klinik stehen derzeit 80 Betten auf fünf Stationen sowie vier Therapieplätze in einer offenen Wohngruppe zur Verfügung.
Die Patienten werden durch hochqualifizierte multiprofessionelle Mitarbeiterteams betreut.

Als einzige Thüringer Einrichtung nimmt die Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda psychisch kranke Rechtsbrecherinnen mit der rechtlichen Unterbringungsgrundlage des § 63 StGB auf und bietet für diese ein spezielles Therapiekonzept an. Ungefähr 10% der Untergebrachten sind Frauen, die eine Straftat im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung begangen haben.

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Was bedeutet Maßregelvollzug?


 

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In der Klinik für Forensische Psychiatrie, auch als Maßregelvollzug bezeichnet, sind - im Gegensatz zum Strafvollzug - psychisch kranke Rechtsbrecher untergebracht. Sie wurden hinsichtlich der ihnen zur Last gelegten Straftat vor dem Hintergrund der psychischen Krankheit oder Störung als schuldunfähig bzw. erheblich vermindert schuldfähig befunden und bei Beurteilung des von ihnen ausgehenden kriminalprognostischen Risikos als weiterhin gefährlich für die Allgemeinheit eingeschätzt.

Begutachtung: Bestehen während eines Strafverfahrens Zweifel an der Schuldfähigkeit eines Beschuldigten, wird durch das Gericht ein forensisch-psychiatrisches Gutachten durch einen psychiatrischen Sachverständigen eingeholt. Zum Zweck der Begutachtung gem. § 81 StPO und ggf. sofortigen Therapie in Erwartung der Maßregelanordnung kann der Beschuldigte bereits vor Abschluss des Strafverfahrens gemäß § 126a StPO einstweilig in der Psychiatrie untergebracht werden.

Rechtliche Grundlagen: Es gibt zwei Arten einer Unterbringung psychisch kranker Straftäter:
  1. § 63 Strafgesetzbuch: Unterbringung im psychiatrischen Krankenhaus.
  2. § 64 Strafgesetzbuch: Unterbringung in einer „Entziehungsanstalt" (Suchtklinik).
Die Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda ist eine Einrichtung zur Unterbringung von Patienten gemäß § 63 StGB.


Unser gesetzlicher Auftrag umfasst:
  • Therapie mit dem Ziel einer Besserung des "Zustandes" (der psychiatrischen Störung oder Krankheit), damit der Untergebrachte nicht mehr gefährlich ist.
  • Schutz der Allgemeinheit vor erneuten Straftaten.
Chefärztin


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Dr. med. Ass. jur.
Andrea T. I. Six

Fachärztin für Psychiatrie

  • Zertifizierung Forensische Psychiatrie (DGPPN)
  • Schwerpunktbezeichnung Forensische Psychiatrie
  • Volljuristin
Kontakt
Sekretariat Chefarzt
Telefon:
     (03 64 28) 56 27 10
Fax:
     (03 64 28) 56 27 09
Sicherheit und Vollzugslockerung

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Da der Maßregelvollzug neben der psychiatrischen Therapie auch die Gesellschaft vor weiteren Straftaten schützen soll, werden die Patienten in der Regel zunächst auf hoch gesicherten Stationen untergebracht. Zu Beginn werden die Patienten sehr engmaschig kontrolliert. Abhängig von Fortschritten in der Therapie werden ihnen schrittweise mehr Verantwortung und Freiräume übertragen.

Vollzugslockerungen wie Ausführungen und Ausgänge oder die Verlegung auf eine weniger gesicherte Station werden für den jeweiligen Patienten nach genau festgelegten Qualitätsstandards durchgeführt:
  • Einschätzung des individuellen kriminalprognostischen Risikos unter Berücksichtigung aktuell gültiger wissenschaftlicher Richtlinien.
  • Umfassende Beratung im multiprofessionellen Team.
  • Bei besonders schweren Delikten vor ersten freien Ausgängen Einholung kriminalprognostischer Gutachten durch externe Sachverständige.
  • Zustimmung durch die Strafvollstreckungsbehörde
Patienten im Maßregelvollzug


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Die häufigsten Krankheitsbilder der in unserer Klinik für Forensische Psychiatrie untergebrachten Patienten sind:
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosen
  • Intelligenzminderung
  • Störungen der Sexualpräferenz
  • Hirnorganisches Psychosyndrom
  • Komorbidität aller genannter Diagnosen mit schädlichem Gebrauch oder Abhängigkeitssyndrom von psychotropen Substanzen
  • Remittierte Psychosen mit einer fortdauernden Persönlichkeitsproblematik
Die von den Untergebrachten begangenen Delikte sind unterschiedlich. Zu nennen sind u.a.
  • Körperverletzung
  • Tötungsdelikte
  • Sexualdelikte
  • Brandstiftung
Ziele der Therapie im Maßregelvollzug

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Der Maßregelvollzug hat einerseits das Ziel, die Allgemeinheit vor erneuten schweren Straftaten durch psychisch kranke Menschen zu schützen. Die Unterbringung der Patienten dient zugleich der Therapie der in der Eingangsdelinquenz zutage getretenen Gefährlichkeit. Die Untergebrachten sollen möglichst geheilt und zu einem eigenverantwortlichen Leben ohne Straftat auch außerhalb des Maßregelvollzugs befähigt werden.

Das multiprofessionelle Team, bestehend aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Pflegedienstmitarbeitern, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten gewährleistet ein vielschichtiges therapeutisches Angebot:
Medikamentöse Behandlung
  • Psychotherapie (kognitiv-behavioristische und tiefenpsychologisch fundierte Verfahren)
  • Milieutherapie
  • Bezugspflege
  • Soziales Kompetenztraining
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie/Physiotherapie
  • Bildungsmaßnahmen
Genannte therapeutische Maßnahmen bilden in ihrer Gesamtheit die Grundlage einer psychiatrischen Kriminaltherapie. Im forensischen Alltag gewährleistet das therapeutische Team als eine seiner wichtigsten Aufgabe ein ständiges Konfliktmanagement.

Die Beziehungsebene hat in der therapeutischen Arbeit mit Patienten im Maßregelvollzug einen hohen Stellenwert. Ständige Intervisionen, externe Fall- und Teamsupervisionen gewährleisten die Arbeitsfähigkeit der forensischen Teams und sind ein wichtiges Merkmal der Prozessqualität im Maßregelvollzug.
Freizeitgestaltung

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Die aktive Gestaltung der Freizeit hat einen hohen Stellenwert für eine erfolgreiche Therapie und Rehabilitation. Die Patienten nutzen eine Vielzahl entsprechender Angebote und Möglichkeiten:
  • Sportliche Aktivitäten (Sportgruppen, Radfahren, Sauna)
  • Ausgänge und Ausflügen
  • Ausflüge bis zu bis zu 8 Stunden
  • Spielegruppen
  • Theatergruppen
  • Holzschnitzen
  • Buchlesungen
  • Grillabenden
Die Patienten erhalten hier die Unterstützung der Klinik oder führen die Freizeitaktivitäten eigenständig durch.