Das neurovisuelle Programm eignet sich für Patienten, die Gesichtsfeldausfälle ein- oder beidseitig haben, einseitige oder volle Erblindung, Lesestörungen, die visuell bedingt sind, Augenmuskellähmungen mit Doppelbildern (Schielen, Paresen), Gangunsicherheit aufgrund einer Störung der Tiefenwahrnehmung und Adaptionsstörungen (Blendempfindlichkeit oder Dunkelsehen).
Ziel dieser Therapie ist es, mit der erworbenen (Seh-)Behinderung zu leben und umgehen zu lernen. Kompensationsstrategien sind den Patienten dabei behilflich, wieder Sicherheit im Alltag und Berufsleben zu finden und damit auch neues Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Weiter erlernen Patienten, deren Erkrankung zeitlich sehr kurz zurückliegt, durch gezielten Austausch mit anderen Betroffenen, vorhandene Ausfälle besser zu akzeptieren und damit umzugehen. Sie erfahren, dass sie mit ihrer Erkrankungen nicht alleine sind.
Die neurovisuelle Therapie umfasst insbesondere Einzel- und Gruppentrainings, Gesprächs- und Entspannungsgruppen. Nach eingehender Diagnostik erfolgt die Erstellung eines auf Ihre Bedürfnisse individuell zugeschnittenen Therapie- und Behandlungsplanes.
Je nach Leistungsvermögen wird auch in sportlichen Koordinierungsgruppen trainiert. Das Pflege- und Therapeutenteam ist für eine optimale Betreuung sehgestörter und blinder Patienten speziell geschult und besteht u.a. aus Sehtherapeuten, Orthoptistin, Augenoptiker, Psychologen und einem konsiliarisch tätigen Augenarzt.