Asklepios - ASB Klinik Radeberg  
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Chronik

 

Das Hospital von 1576

Nicht immer hat die Stadt Radeberg ein so wohl eingerichtetes Krankenhaus besessen wie heute. In früheren Jahrhunderten gab es nur Hospitale, einfache Holzbauten für Kranke, Sieche und arme Menschen als Unterkunft. Man bot ihnen seitens der Kommune zwar ein Dach über dem Kopf, aber für ihren Lebensunterhalt mußten sie selbst sorgen, notfalls durch Bitten um Almosen auf der Straße. Das erste durch seine Bauakten dokumentierte Hospital ist 1576 erbaut worden und zwar aus Holz auf dem steinernen Sockel eines Vorgängerbaus an der gleichen Stelle.
 
Das Hospital von 1771

195 Jahre hatte das obige Gebäude seinen Zwecken gedient, immer häufiger hatten sich Reparaturen nötig gemacht. Im Jahre 1771 wird deshalb ein Neubau in Angriff genommen. Als Augenzeuge berichtet Bürgermeister Thieme in seiner Stadtchronik darüber: "In diesem Jahr wurde der Hospital, der sehr baufällig war und den Einsturz drohete, ganz weggerissen und ein neues, etwas geräumigeres Gebäudgen aufgeführt und weiter vorwärts in die Straße gesetzt". Es war diesmal ein Bau mit einem Obergeschoß entstanden. Anno 1813 wurde es von den Franzosen eingerissen und das Holz zur Feuerung in ihrem Biwak verwandt.
 
Das Stabslazarett von 1791

Im 18. Jahrhundert war Radeberg eine Garnisonsstadt und blieb es bis 1878. Im Jahre 1790 wurde ein Regiment aus Ortrand mit seinem Regimentsstab nach Radeberg verlegt und die Stadtkommune stand vor der Aufgabe, für ein Stabslazarett zu sorgen. Sie kaufte für 300 Taler das Grundstück cat. 239, Dr.-W.-Külz-Straße Nr. 11. Auch die 1813 vertriebenen Hospitaliten fanden hier in 2 Stuben wieder Aufnahme, bis ihnen die Stadt 1830 am Hospitalplatz eine neue Unterkunft geschaffen hatte.
 
Das Hospital am Hospitalplatz 1830

Wenn wir die heutige Hauptstraße an der Weinhandlung von Wilh. Richter vorbei herabkommen, so zweigt 2 Häuser weiter unten rechts der schmale Hospitalplatz ab. Wir gehen ihn wenige Schritte aufwärts und vor uns öffnet sich ein kleiner quadratischer Platz. Das Haus cat. 246, heutige Hausnummer 48 b, hat als Hospital gedient.
 
Das Armen-, Arbeits- und Krankenhaus von 1860/61

Im Jahre 1855 war die Überfüllung so unerträglich geworden, dass ein neuer, größerer Bau dringend erforderlich wurde.
Die Stadt entschloß sich daher, auf einem Kommunengrundstück in der Nähe der Mittelmühle den Neubau zu errichten, heute ist das Haus die Nr. 49 Pirnaer Str./ Ecke Mühlstr. Es enthält in jedem Stockwerk je 8 Räume, hat aber zunächst nur ein Obergeschoß. Die dreifache Zweckbestimmung des Hauses hat im Laufe der Zeit manchen Wandel erfahren. Als 1878 die Garnison Radeberg verließ und dadurch die Kasernen Pirnaische Straße 59 (später Möbelfabrik Ramö) frei wurden, verlegte man die Arbeitsscheunen nach dort, die Siechen in das kleine neben dem Neubau entstandene Häuschen. Für obdachlose Familien kaufte die Stadt 1894 auf dem Niedergraben Haus Nr. 2. Von 1893 an bis 1906 diente der Neubau von 1860/61 nur noch als Krankenhaus mit einer Siechenabteilung im Nebengebäude. Die ärztliche Betreuung lag in den Händen eines in Radeberg niedergelassenen praktischen Arztes. Ein Hausverwalter-Ehepaar, das pflegerisch ausgebildet war, betreute die Patienten, die Frau leitete zugleich die Küche. Medizinische Instrumente mußte der jeweilige Anstaltsarzt aus seiner privaten Praxis mitbringen.
 
Das Krankenhaus von 1906

Dem jahrzehntelangen Drängen der beiden Radeberger praktischen Ärzte, Zängel und Dr. Dillner, war es zu danken, dass es 1904 zum Baubeginn und 1906 zur Fertigstellung eines neuen modernen Krankenhauses mit Operationssaal, Röntgeneinrichtung und allen damals möglichen Neuerungen kam. Es wurde zunächst für 60 Patienten errichtet, ohne eigenständige Innere Abteilung. Patienten mit Erkrankungen der inneren Organe wurden anfangs durch Belegärzte behandelt. 1952 wurde das Dachgeschoß ausgebaut und in ihm eine Innere Abteilung eingerichtet. 1964 baute man einen Bettenaufzug ein, bis dahin trug man den Patienten treppauf, treppab. Die Vorderfront, einst eine Art Wandelgang und Alkoven, wurde zur Gewinnung von Bettenzimmern geschlossen. 1974 rekonstruierte man das Dachgeschoß mit dem Dach und ein Teil der Wasserleitung. 1992 schließlich kam ein Anbau dazu, der ein modern eingerichtetes Labor sowie 23 internistische und chirurgische Betten aufnimmt. 1981 wurde dem Stadtkrankenhaus der Name " Dr. Paul Kirchner " verliehen.
 
Das Krankenhaus heute

Mit nur 43% an Nutzfläche, im Vergleich mit den gültigen Richtwerten, ergab sich 1992 ein erhebliches Flächendefizit, insbesondere für die Bereiche OP, Intensivmedizin und Funktionsdiagnostik. Der bauliche und technische Zustand des Altbaues ließ ohne Rekonstruktion eine Weiternutzung nicht zu. Aus diesen Gründen wurde 1993 durch den Krankenhaus-Planungsausschuß ein Teilersatzbau und die Rekonstruktion des Altbaues beschlossen. Das 1995 bewilligte Bauvorhaben wird mit 49,2 Mio. DM gefördert. Im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten. 1995 Trägerwechsel als Kreiskrankenhaus "Dr. Paul Kirchner". Der Teilersatzbau, dessen Inbetriebnahme am 16.05.98 erfolgt, besteht aus einem dreigeschossigen Bettenhausanbau mit 90 der insgesamt 145 Betten und einem eingeschossigen Funktionsanbau. Zum 01.01.1999 Träger-wechsel zur Asklepios-ASB Klinik Radeberg. Am 28.08.1999 erfolgte dann die feierliche Einweihung des rekonstruierten Altbaugebäudes. Es entstanden auch hier überwiegend Ein- und Zweibettzimmer, ihre Ausrüstung ist der im Neubau vergleichbar. Nun haben alle Patientenzimmer Dusche und WC und sind mit Telefon und Fernseher ausgerüstet. Eine modern eingerichtete Endoskopie sowie Funktionsdiagnostik
werden nun höchsten Ansprüchen gerecht.
 

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