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HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Mit derzeit 993.000 Neuerkrankungen ist der Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau weltweit. In Deutschland erkranken jährlich 7000 Frauen, bei Frauen unter 50 ist die Neuerkrankung dabei an 2.Stelle. 50-80 % der 20-25-jährigen Frauen machen eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren durch.Meist heilt die Infektion nach 10-14 Monaten wieder aus. Bei 20% der Frauen bleibt die Infektion bestehen, die als notwendiger Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gilt. Zunächst kommt es dann zu Zellveränderungen. Bis ein bösartiger Tumor entsteht vergehen mindestens 10 Jahre.

Das humane Papilloma-Virus
Papilloma -Viren sind weit verbreitet und treten sowohl beim Menschen als auch bei Tieren auf .Zur Zeit werden mehr als 110 Typen humaner Papilloma-Viren unterschieden. Einige der Virustypen können bei Frauen im Bereich des Gebärmutterhalses, der Scheide, des Afters und dem Schamhügel sowie bei Männern im Bereich des Penis und des Afters bösartige Tumoren bzw. deren Vorstufen verursachen. Vor allem die Typen 16 und 18 („high risk-Typen) sind besonders häufig an der Entstehung von Krebs im Genitalbereich beteiligt. Die HPV-Typen 6 und 11 sind für die Bildung anogenitaler Warzen (Condylomata accuminata) verantwortlich und werden als „low-risk“-Typen bezeichnet. Man geht davon aus, dass 70% der bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses durch eine Infektion mit HPV 16 und 18 entstehen.

Der HPV-Impfstoff
Baustein des HPV-Impfstoffes ist ein Eiweiß aus der Virushülle. Es sieht für das Immunsystem wie ein echtes Virus aus, ist aber nicht infektiös, weil es kein Erbmaterial enthält. Es sind mittlerweile zwei Impfstoffe zugelassen, die mit diesen leeren Viruspartikeln arbeiten, GARDASIL und CERVARIX.Gardasil bietet einen Schutz gegen die Typen 6,11,16 und 18, Cervarix schützt vor den Typen 16 und 18.

Wer sollte geimpft werden?
Gardasil wurde durch die Europäische Zulassungsbehörde für Mädchen und Jungen im Alter von 9-15 Jahren sowie junge Frauen von 16-26 Jahren zugelassen Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, um jedes Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Da junge Männer, oftmals unwissentlich, Träger des Virus sind und so ihre Partnerin anstecken können bzw. selbst einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt sind, sollten auch Jungen in die Impfung einbezogen werden.
Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten derzeit bis zum 18.Lebensjahr, einige bis zum 26.Lebensjahr. Eine Impfung kostet ca. 150 Euro. Bitte setzen Sie sich bzgl. der Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

Wie lange hält der Impfschutz?
Nach bisherigen Erkenntnissen ist von einem Impfschutz von mindestens 5 Jahren auszugehen wahrscheinlich aber 20 Jahre.

Wie wird geimpft?
Der Impfstoff wird mit einer Spritze in den Muskel, üblicherweise in den Oberarm verabreicht. Es sind drei Impfungen erforderlich, die zweite Teilimpfung erfolgt 2 Monate nach der ersten, die dritte Teilimpfung 6 Monate nach der ersten Impfung.

Nebenwirkungen und Komplikationen
Bei nahezu 54.000 Frauen, die den Impfstoff im Rahmen von Studien erhalten haben, traten bisher nur geringe Nebenwirkungen auf. Der Impfstoff wird allgemein gut vertragen. Gelegentlich kommt es zu Schmerzen und Rötung an der Einstichstelle, Fieber, Übelkeit oder Schwindelgefühl.
1/08 wurde jedoch von dem ersten in Deutschland aufgetretenen und weltweit 10 weiteren Todesfällen berichtet, die in fraglichem Zusammenhang mit der HPV-Impfung stehen. Auch nach umfangreichen Untersuchungen konnte kein Zusammenhag zwischen Impfung und den Todesfällen hergestellt werden, sodass die Impfung weiterhin von den Fachgesellschaften empfohlen wird.

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