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Endometriose

Krankheitsbeschreibung und -entstehung
Unter Endometriose versteht man das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausserhalb der Gebärmutterhöhle.

Besonders häufig finden sich Endometrioseherde an den Eierstöcken, am Bauchfell und an den Aufhängebändern der Gebärmutter, gelegentlich auch in der Gebärmutterwand. Selten sind die Harnblase und der Darm befallen.
In Ausnahmefällen können sogar Organe ausserhalb des Bauchraumes, wie z.B. die Lunge betroffen sein.

  1: Bauchdecke (Bauchnabel)

2: Bauchdecke

3: Bauchfell

4: Harnblase

5: Bauchfell hinter der Gebärmutter
    (Douglas´scher Raum)

6: Hinteres Gebärmutterband (Ligamentum
    sacrouterinum)

7: Gebärmutterwand (nicht -höhle! da gehört das
    Endometrium ja hin)

8: Eierstock (Schokoladenzyste)

9: Eileiter

10: Darm


Endometriose ist eine typische Erkrankung der geschlechtsreifen Frau. Etwa 10% aller Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren sind betroffen, allein in Deutschland werden jährlich ca. 30.000 Neuerkrankungen verzeichnet.

Die Kranheitsentstehung ist bis heute nicht endgültig geklärt.
Unterschiedliche Theorien werden diskutiert:
:: Transplantations-/Verschleppungstheorie: Bei der Menstruation kommt es zur Wanderung von
   Gebärmutterschleimhaut durch die Eileiter in die Bauchhöhle und zur Ansiedlung z.B. auf dem Bauchfell
:: Metaplasietheorie: Durch fehlerhafte Differenzierung von embryonalem Gewebe entsteht
  Gebärmutterschleimhaut am falschen Ort
:: Auch immunologische und genetische Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen

Symptome und Diagnostik
Endometrioseherde unterliegen genau wie die normale Gebärmutterschleimhaut dem Einfluss weiblicher Geschlechtshormone, ihr Wachstum wird durch Östrogene stimuliert.
Typische Beschwerden sind daher zyklusabhängige Unterbauchschmerzen einige Tage vor und während der Menstruation sowie Schmerzen bei der gynäkologischen Untersuchung und beim Geschlechtsverkehr.
Bei Beteiligung des Darms oder der Blase können Beschwerden beim Stuhlgang sowie Wasserlassen mit Blutbeimengungen auftreten.
Bis zu 50% der Endometriose-Patientinnen leiden unter einer ungewollten Kinderlosigkeit (Sterilität).

Zur Diagnosestellung Endometriose gehört immer eine ausführliche Anamnese und die gynäkologische Tast- und Ultraschalluntersuchung. Gesichert werden kann die Diagnose aber erst durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der auch kleinste Herde gesehen werden können.

Therapie
Da die Endometriose sehr unterschiedlich verlaufen kann, wird für jede Patientin ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Hierbei berücksichtigen wir das Alter der Patientin, evt. bestehenden Kinderwunsch, die Symptomatik sowie ggf. vorausgegangene Behandlungen.

Es gibt derzeit keine sicher heilende Therapie.
Zum Einsatz kommen operative und medikamentöse Behandlungsansätze.

Operative Therapie
Das Verfahren der Wahl ist die Laparaskopie (Bauchspiegelung). Hierdurch kann nicht nur das Vorhandensein von Endometriose gesichert , sondern bestehende Herde können im gleichen Eingriff koaguliert/verkocht werden. Endometriosezysten an den Eierstöcken werden ausgeschält, die Eierstöcke selbst können in den meisten Fällen erhalten werden.

 
Endometriosezyste des linken Eierstockes
 
Gebaermutter und beide Eierstoecke nach Laparoskopischer Ausschaelung der Zyste


Nur bei ungünstigem Sitz der Herde, bei sehr ausgedehnten Befunden oder bei Beteiligung von Harnblase oder Darm kann ein Bauchschnitt (Laparotomie) notwendig sein.

Medikamentöse Therapie
Mit der medikamentösen Therapie kann der Einfluss der Östrogene als Wachstumsstimulus ausgeschaltet bzw reduziert werden.
Eingesetzt werden u.a. sog. GnRH-Analoga, die die körpereigene Hormonproduktion drosseln sowie gestagenbetonte Kontrazeptiva (Pille mit einem hohen Anteil an Gelbkörperhormon).

Zur rein symptomatischen Therapie der Schmerzen kommen herkömmliche Schmerzmittel wie beispielsweise Ibuprofen zum Einsatz.

Oft werden Operation und medikamentöse Therapie kombiniert, um vorhandene Herde zu entfernen und das Auftreten neuer Herde zu verhindern.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema "Endometrisoe" haben, so vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde. Wir beraten Sie gerne!

Weitere Informationen rund um das Krankheitsbild Endometriose erhalten Sie unter
:: Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. http://www.endometriose-vereinigung.de
:: American Fertility Association http://www.theafa.org
:: American Society for Reproductive Medicine http://www.asrm.org

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