Überblick
Die Stadt Germersheim verfügt insgesamt über eine lange Krankenhaustradition. Kurfürst Friedrich III verfügte den Bau eines Spitals, das zwischen 1560-1570 errichtet wurde.
Mit dem Bau der Festung in Germersheim in den 1830er Jahren, ergab sich die Notwendigkeit eines Bürgerhospitals, das erst in der Speyrer Straße, dann in der Schlossgasse eingerichtet wurde. Die Spitalkommission übernahm der Bürgermeister. Das Städtische Krankenhaus wurde bis zum 15.07.1965 betrieben.
Am 02.August 1965 erfolgte dann die Eröffnung des Kreiskrankenhauses Germersheim, was das alte Städtische Krankenhaus in der Schlossgasse ersetzte.
Der Neubau des Krankenhauses umfasste 226 Patientenbetten mit den Hauptfachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie eine Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen. 1972 wurde eine neue Hauptfachabteilung Anästhesie mit einer Intensivstation mit vier Betten eingerichtet. Im Jahr 1977 wurde die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, 1994 die Dialysestation geschlossen.
Im Krankenhaus wurden zu Beginn jährlich ca. 3.000 Patienten behandelt. Durch den stetigen Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Patienten, konnten im Laufe der Jahre trotz einer stetigen Zunahme der Patienten die Anzahl der bereitgehaltenen Krankhausbetten auf über 171 reduziert werden. Inzwischen werden jährlich ca. 5.300 Patienten behandelt.
Auf Grund der Entwicklung der Arbeitszeit und den stetig steigenden Anforderungen der Medizin, sowie der Zunahme der stationären Patienten hat sich die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter von ursprünglich ca. 150 auf heute fast 300 verdoppelt.
Entwicklung der einzelnen Fachabteilungen
2.1. Innere Medizin
Die Hauptfachabteilung Innere Medizin umfasste zunächst 85 Betten. Die Abteilung wurde bis 1986 von Chefarzt Dr. Alfred Waterstradt geleitet. Nach dem Ausscheiden von Dr. Waterstradt in den Ruhestand wurde die Abteilung von Chefarzt Dr. Baldermann übernommen, der am 15.08.1990 plötzlich verstarb. Nach einer Interimszeit, die durch den Oberarzt Dr. Seifert überbrückt wurde, wurde 1991 der derzeitige Chefarzt Dr. Beyerlein-Buchner Leiter der Abteilung. Seitdem wurden vor allem die kardiologisch-angiolische Diagnostik(TEE, Duplex-Sonographie) und die zusätzlich Pneumologie etabliert.
2.2. Chirurgie
Die Hauptfachabteilung Chirurgie umfasste zunächst 112 Betten. Die Abteilung wurde bis 1990 von Chefarzt Dr. Dieter Brücher geleitet, der auf Grund einer schweren Erkrankung im Jahre 1990 aus dem Berufsleben ausscheiden musste und am 06.11.1990 verstarb. Der ehemalige Oberarzt der Abteilung, Dr. Arnd Freese wurde danach Chefarzt der Abteilung. 1998 wurde das Leistungsspektrum der Chirurgie ausgebaut, indem ein weiterer Chefarzt, der Viszeralchirurg Dr. Karlheinz Elger, mit in die Abteilungsleitung berufen wurde. Dr. Freese ging 2005 in den Ruhestand.
Im Herbst 2006 wurde das Gelenkzentrum Südpfalz gegründet, das aus den Chirurgischen Abteilungen beider Häuser und der Ärztegemeinschaft (äks) Dr. Kloß, Dr. Baur besteht.
2.3.Gynäkologie und Geburtshilfe
Die Hauptfachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe umfasste zunächst 20 Betten. Die Abteilung wurde bis 1992 von Chefarzt Dr. Eduard Götz geleitet. Nach dem Ausscheiden von Dr. Götz in den Ruhestand wurde 1992 die Abteilung von Chefarzt Dr. Fritz Hemmerich übernommen, der in Germersheim die anthroposophisch ausgerichtete Medizin etablierte.
Durch die anthroposophische Ausrichtung konnte der Bekanntheitsgrad der Geburtshilflichen Abteilung weit über die Landkreisgrenzen hinaus gesteigert werden. Dr. Hemmerich verließ im Jahr 2000 die Klinik in Germersheim. 2001 kam Dr. Uwe Eissler als neuer Chefarzt in die Klinik, der 2004 von Dr. Hans-Jürgen Bach abgelöst wurde. Seit November 2005 ist Dr. Stefan Pastor Chefarzt der Abteilung. Seit dem Jahr 2003 ist die Gynäkologische Abteilung, als Mitglied des Südwestdeutschen Brustzentrums, nach DIN ISO 9001 zertifiziert und konnte 2006 die Rezertifizierung erlangen. Als erstes Krankenhaus in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar wurde im Juli 2007 die ASKLEPIOS Südpfalzklinik Germersheim von der WHO als „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet. Prüfkriterien dieser Auszeichnung sind eine starke Familienorientierung und die Stillförderung.
2.4. Hals-Nasen-Ohrenabteilung
Die Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen umfasste neun Betten. Sie wurde bis zur Schließung 1977 von Chefarzt Dr. Fleckner geleitet.
2.5. Anästhesie und Intensivmedizin
Im Jahr 1972 wurde die Hauptfachabteilung Anästhesie unter der Leitung von Chefärztin Dr. Christiane Fulda neu eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Intensivstation mit vier Betten eingerichtet. Nach dem Ausscheiden von Chefärztin Dr. Fulda in den Ruhestand wurde am 01.12.1993 die Abteilung von Chefarzt Dr. Fuchs übernommen. Die Intensivstation Germersheim wurde umgehend neu gestaltet, so dass nun seit der feierlichen Eröffnung im Oktober 2006 insgesamt zwölf Betten zu Verfügung stehen, wovon fünf Betten der interdisziplinären Intermediate Care Station zuzurechnen sind.
Dr. Fuchs ging im Juni 2007 in den Ruhestand. Seitdem ist Dr. Herbert Franz Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin.
2.6. Dialyse
Im Jahr 1974 wurde im Bereich der Intensivstation ein teilstationärer Dialysebereich (Blutwäsche) eingerichtet, der ebenfalls von CÄ Dr. Fulda geleitet wurde. Die Dialyse umfasste zunächst zwei Plätze und wurde später auf vier Plätze mit einem gesonderten Bereich erweitert. Mit dem Ausscheiden von Frau Dr. Fulda 1993 wurde die Dialysestation aufgegeben.
Bauliche Entwicklung
1994 wurde mit dem Anbau einen neuen Funktions-Traktes mit drei Operationssälen und den zugehörigen Nebenräumen, einer Cafeteria für Patienten und Besucher, sowie einer Facharztpraxis begonnen. Der neue Funktionstrakt konnte 1997 in Betrieb genommen werden. Weitere Abschnitte in der baulichen Modernisierung sind die Erneuerung der Fahrstühle, die Neugestaltung der Intensivstation, sowie die im September 2007 begonnene Bettenhaussanierung.
Vom Kreiskrankenhaus zur ASKLEPIOS Südpfalzklinik
Im Jahr 1996 beschloss der Kreistag die Betriebsführung der beiden Kliniken des Landkreises ab März 1997 den ASKLEPIOS Kliniken zu übergeben. Am 01.08.1998 wurden beide Kliniken in die ASKLEPIOS Südpfalzkliniken GmbH übernommen. Geschäftsführer der neu gegründeten Kliniken wurde Arne Hinrichs, der 2000 von Martin Forster abgelöst wurde. 2003 übernahm der derzeitige Geschäftsführer Jürgen Schopf die Leitung der ASKLEPIOS Südpfalzkliniken.
Die ASKLEPIOS Südpfalzklinik Germersheim 2007.