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Die Therapie des Pleuraergusses richtet sich in erster Linie nach dessen Ursache.
Bei Herzmuskelschwäche
Mittel der Wahl ist eine Behandlung mit Medikamenten. Sie schwemmen Flüssigkeit aus und entlasten das Herz. Zudem wird die Ursache der Erkrankung weiter abgeklärt. So kann z.B. ein Klappenersatz bei Herzklappenfehler oder eine Bypass-Operation bei schwerer Durchblutungsstörung des Herzens erforderlich sein.
Bei Entzündungen
Sind Bakterien in den Pleuraraum eingedrungen, wird der Erguss mit einer Drainage abgeleitet. Danach wird der Pleuraraum mit Kochsalzlösung oder bei stärkerer Verschwartung auch mit Gerinnsel auflösenden Substanzen gespült. Meist wird die zugrunde liegende Lungenentzündung begleitend mit Antibiotika behandelt. Die Behandlung dauert im Schnitt 7-10 Tage und ist in 70-80 Prozent der Fälle erfolgreich. Versagt diese Behandlung dennoch, muss der Pleuraraum operativ eröffnet und die entzündlich veränderte Pleura abgetragen werden. Die Tuberkulose wird mit einer Kombination von Medikamenten behandelt, die über einen Zeitraum von mindestens 6-9 Monaten eingenommen werden.
Bei bösartigen Tumoren
Liegt dem Pleuraerguss ein bösartiger Tumor zugrunde, ist es für eine Operation in der Regel schon zu spät. Auch eine Strahlentherapie ist dann nicht mehr sinnvoll, da meist das gesamte Brustfell betroffen ist. In diesem Fall kommen zwei Therapieprinzipien zum Tragen:
Chemotherapie
Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Krebszellen für eine Therapie mit Zellgiften empfänglich sind, insbesondere bei lymphatischen Erkrankungen und Brutkrebs.
Lokale Kontrolle des Pleuraergusses
Zwei Behandlungsformen erleichtern dem Patienten das Atmen oder verhindern ein Nachlaufen des Ergusses. Häufig erfolgt eine Kombination mit der Chemotherapie.
Entlastungspunktionen Sie werden durchgeführt, wenn die Krebserkrankung weit fortgeschritten ist und eine Verklebung der Pleurablätter keinen Erfolg verspricht. Dabei werden in der Regel pro Sitzung, die oft ambulant möglich ist, ein bis eineinhalb Liter Flüssigkeit abgelassen. Manchmal ist der Erfolg erst nach der Punktion zu beurteilen. Die Atemnot geht zurück, wenn sich die zusammengedrückte Lunge wieder entfalten kann und die Durchblutung der Lunge in Ordnung ist.
Verklebung der Pleurablätter Die Pleurodese kommt infrage, wenn nach einer Punktion Erguss und Atemnot rasch wieder auftreten. Hierzu werden im Rahmen einer Punktion oder unter Sicht verschiedene Substanzen wie Talkum, Antibiotika oder auch Chemotherapie-Mittel direkt in den Pleuraraum eingebracht. Sie lösen dort eine Entzündung und eine Vernarbung des Brustfells aus, die bei bis zu 90 Prozent der Patienten verhindert, dass der Pleuraerguss nachläuft. Vorübergehend können als Nebenwirkungen Fieber und Schmerzen auftreten. Läuft der Erguss wieder nach, wird die Pleurodese unter Sicht wiederholt. Auch kann die Flüssigkeit über einen dünnen Schlauch in die Bauchhöhle abgeleitet werden. Schließlich kommen wiederholte Entlastungspunktionen in Betracht.
Bei anderen Ursachen
Leberzirrhose: Meist wird der Erguss hier mit Medikamenten behandelt. Versagt diese Therapie, kann die Leber über einen Gefäß-Kurzschluss zwischen Pfortader und unterer Hohlvene entlastet werden. Alternativ kann der Pleuraerguss über einen dünnen Schlauch in die Bauchhöhle abgeleitet werden..
Pleuraergüsse im Rahmen von Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis werden in der Regel durch die Therapie der Grundkrankheit mitbehandelt, u.U. ist zur Therapie die Gabe von Kortison-Präparaten notwendig.
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