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Tumoren des vorderen Mediastinums
Die vier häufigsten Tumoren des vorderen Mediastinums sind Thymome, Teratome, Lymphome und Schilddrüsentumoren.
Thymome
Thymome gehen von der Thymusdrüse aus, die sich zwischen dem Brustbein und den großen Gefäßen befindet. Die Thymusdrüse ist bei Kindern für die Ausbildung des Immunsystems wichtig, bildet sich jedoch im Erwachsenenalter üblicherweise zu einem kleinen, kaum sichtbaren Rest zurück. Thymome treten am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, häufiger bei Männern als bei Frauen. Etwa 1/3 der Patienten zeigt sich mit Symptomen, die durch das Einwachsen des Tumors in andere benachbarte Strukturen verursacht werden, etwa mit Brustschmerzen, Atemnot oder Husten. Etwa 1/3 der Patienten haben gleichzeitig eine Myasthenie, eine seltene Autoimmunerkrankung. Insbesondere bei Patienten mit einer Myasthenie kann der Tumor sehr klein sein und sich in der normalen Drüse verbergen. Eine sichere Diagnose kann in der Regel nur durch eine großzügige Gewebeprobe gestellt werden, die in den meisten Fällen mit einer Operation erreicht wird. Bei einer solchen Operation wird zumeist das Thymom vollständig entfernt, so dass die Diagnosestellung und die Behandlung in einem Schritt erfolgt. Die Mehrzahl der Thymome sind gutartig, so dass keine weitere Behandlung notwendig ist.
Teratome
Teratome sind seltene Tumoren, die von Keimzellen ausgehen können, die sich im Bereich des Mediastinums befinden. Am häufigsten sind Teratome bei jungen Erwachsenen zu finden und machen meist keine Beschwerden, es sei denn es handelt sich um sehr große Tumore. Teratome können von sehr unterschiedlichem Charakter sein, sowohl gut- als auch bösartig. Häufig sind Zysten in ihnen zu finden, darüber hinaus auch Verkalkungen. Die Behandlung besteht in der Regel in der operativen Entfernung, unabhängig davon, ob diese gut- oder bösartig sind.
Lymphome
Lymphome machen etwa 10 bis 20% der Tumoren des vorderen Mediastinums aus und gehen häufig von dort befindlichen Lymphknoten aus. Meistens treten sie im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf. Auch bei den Lymphomen gibt es ganz unterschiedliche Formen, die sehr verschiedene Behandlungsmaßnahmen erfordern. Die exakte Diagnose kann zumeist erst nach Entnahme einer größeren Gewebeprobe gestellt werden. Wenn die Diagnose sicher ist, erfordern Lymphome in der Regel keine operative Entfernung. Nicht selten jedoch kann die genaue Diagnose erst nach einer Operation gestellt werden. Chemotherapie und Bestrahlung sind die häufigsten Behandlungsmaßnahmen bei einem Lymphom. Die Prognose hängt vom genauen Typ des Lymphoms ab.
Schilddrüsentumore
Schilddrüsentumore können sich von der eigentlichen Schilddrüse am Hals direkt bis in das Mediastinum erstrecken, oder es handelt sich um Tumore, die von überschüssigem Schilddrüsengewebe ausgehen, welches sich im Mediastinum befindet. Die Diagnose eines Schilddrüsentumors kann häufig anhand spezieller Untersuchungen gestellt werden. Die operative Entfernung ist angezeigt, wenn es sich möglicherweise um einen bösartigen Tumor handeln könnte oder es sich um eine sehr große Schilddrüse handelt.
Tumoren des hinteren Mediastinums Neurinom
Mehr als 3/4 der Tumoren des hinteren Mediastinums gehen von den Nervensträngen aus. Die Geschwulste entwickeln sich zumeist ohne Beschwerden, können aber gelegentlich zu Druckerscheinungen führen mit Schmerzen, Kribbelgefühl oder auch Taubheitsgefühl. Die Region der Nervenirritation hängt sehr von der Lokalisation des Tumors ab. Die Therapie besteht zumeist in der operativen Entfernung.
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