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In unserer Klinik werden sämtliche Operationsmethoden zur Behandlung von Krebserkrankungen der Brust oder des weiblichen Genitales durchgeführt. Dabei steht die individuelle Betreuung der krebskranken Patientinnen von der Diagnostik über die Operationen bis zur Nachbehandlung (Hormon-, Chemo- oder Strahlentherapie) im Vordergrund. Eine wöchentliche onkologische Konferenz, zusammen mit Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, internistischen und gynäkologischen Onkologen, im Rahmen des Integrierten Brustzentrums beschließt nach den aktuellsten internationalen Standards die individuell für die Patientin wirksamste Therapie. Durch unseren hauseigenen Sozialdienst werden häusliche notwendige Pflege und evtl. Kuren organisiert. Zur besseren Bewältigung der Krebskrankheit stehen in unserem Haus psychologische und seelsorgerische Betreuungen zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit den betreuenden niedergelassenen Frauenärztinnen und -ärzten erfolgen auch die ambulanten Nachuntersuchungen.
Die Chemotherapiebehandlungen werden in speziellen Räumlichkeiten in unserer Abteilung ambulant oder stationär verabreicht. Für die Strahlentherapie stehen, in Kooperation mit unserer Abteilung, mehrere Einrichtungen in Lübeck oder in Hamburg zur Verfügung.
5.1. Operationen von bösartigen Erkrankungen der Brustdrüse (Mammakarzinom)
Die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen ist der Brustkrebs. An unserer Klinik werden pro Jahr über 100 Neuerkrankungen umfangreich betreut. Wir sind Mitglied des Integrierten Brustzentrums Nord und verfügen über alle Möglichkeiten der Früherkennung, Diagnostik und Therapie. So finden in unserer Brustsprechstunde die diagnostischen Maßnahmen (Ultraschalluntersuchung, Feinnadelbiopsie) und die Auswertung von röntgenologisch oder computertomographisch erstellten Aufnahmen der Brustdrüse statt. Dabei arbeiten wir eng mit der radiologischen Abteilung unseres Hauses zusammen, wobei die Kollegen nicht nur die Mammographien anfertigen und auswerten, sondern auch stereotaktische Markierungen von Tumoren vor einer Operation erstellen. Gemeinsam sind wir als DMP-Brustzentrum anerkannt und nehmen am QuaMaDi-Projekt teil. Die Behandlung der Patientinnen mit Brustkrebs erfolgt nach den aktuellen Kriterien der S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie.
Das Spektrum der Operationen bei bösartigen Erkrankungen der Brustdrüse erstreckt sich auf:
- Brusterhaltende Tumoroperationen
- Onkoplastische Operationen
- Entfernung der Wächterlymphknoten (Sentinel - Node - Biopsie), wenn medizinisch notwendig
- Entfernung der Lymphknoten der Achselhöhle, wenn medizinisch notwendig
- Entfernung der Brustdrüse, wenn medizinisch notwendig
- Rekonstruktion der Brust durch Eigengewebe (Latissimus dorsi oder TRAM - Flap)
- Rekonstruktion der Brust durch Kunstgewebe (Expander oder implantierte Verweilprothesen), ggf. in Kombination mit Eigengewebe
5.2. Operationen bösartiger Erkrankungen des Gebärmutterhalses (Zervixkarzinom)
Infolge der umfangreichen Krebsvorsorgeuntersuchungen (vaginaler Zellabstrich) sind Zervixkarzinome nicht mehr so häufig. Die Vor- und Frühstadien werden durch eine Konisation (kegelförmiger Schnitt zur Entfernung eines Teils des Gebärmutterhalses) oder durch eine rechtzeitige Hysterektomie behandelt. Geht die Erkrankung über das Frühstadium hinaus muss eine erweiterte Gebärmutterentfernung, d.h. auch der Gebärmutterhalteapparat bis an die Beckenwand und die Lymphknoten im Beckenbereich sowie die unteren Lymphknoten der Bauchschlagader entfernt werden. Diese umfangreiche Operation ist auch als WERTHEIM - Operation bekannt. Die Eierstöcke können bei dieser Operation in den meisten Fällen erhalten bleiben. Sollten Lymphbahnen oder Lymphknoten mit Krebszellen befallen sein, wird eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie nach der Operation notwendig.
5.3. Operation bösartiger Erkrankungen des Gebärmutterkörpers (Korpuskarzinom)
Die an einem Korpuskarzinom erkrankten Frauen sind zu 75% im Alter nach den Wechseljahren. Auffällige Ultraschalluntersuchungen oder Blutungen führen mittels einer Curettage (Ausschabung) oder einer Hysteroskopie zum Auffinden bösartiger Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Sollte in der feingewerblichen Untersuchung ein Korpuskarzinom festgestellt werden, muss die Gebärmutter mit Eileitern und Eierstöcken entfernt werden (Hysterektomie). Ist auch die Gebärmuttermuskulatur befallen, so werden die Lymphknoten der Beckenregion und seitlich der unteren großen Bauchschlagader mit entfernt. Auch hier wird beim Auffinden von Krebszellen in den Lymphbahnen bzw. -knoten eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie nach der Operation notwendig.
5.4. Operation bösartiger Erkrankungen der Eierstöcke (Ovarialkarzinom)
Bösartige Erkrankungen des Eierstocks und auch des Eileiters können durch eine Ultraschalluntersuchung nur vermutet werden. Zur Feststellung der genauen Diagnose ist immer ein operativer Eingriff notwendig. Dies wird durch eine Laparoskopie oder durch die Entnahme von Gewebe mittels Bauchschnitt durchgeführt. Noch während der Narkose wird die Gewebeprobe feingeweblich untersucht (sog. Schnellschnittuntersuchung). Bei einem gutartigen Befund genügt die operative Entfernung des Eierstocks. Sind aber Krebszellen in der Gewebeprobe zu finden, schließt sich eine sehr umfangreiche Operation an:
- großer Unterbauchlängsschnitt
- Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileitern
- Entfernung des großen Bauchnetzes
- Entfernung der Lymphknoten im gesamten Unterbauch
- Entfernung des Bauchfelles
- Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendektomie)
- Entfernung evtl. ebenfalls befallener weiterer Organabschnitte (Darm, Harnblase o.ä.)
Ziel dieser Operation ist es, möglichst alle Tumorzellen aus dem Körper zu entfernen. Damit erhöhen sich entscheidend die Heilungschancen mit einer anschließenden kombinierten Chemotherapie.
5.5. Operation bösartiger Erkrankungen des äußeren Genitales (Vulvakarzinom)
Diese Erkrankung ist sehr selten und tritt meistens im höheren Lebensalter auf. Veränderungen am Scheideneingang oder an den Schamlippen (neue Hautgewächse, Verfärbungen, juckende oder angeschwollene Bereiche) sollten umgehend dem Frauenarzt vorgestellt werden. Häufig wird eine Gewebeprobe entnommen, welche unter dem Mikroskop untersucht wird und genaue Auskunft über den Ursprung der Zellen gibt. In einem Vor- oder Frühstadium des Krebses reicht die operative Entfernung dieses Bezirkes häufig aus. Bei ausgedehnten Befunden muss das äußere Genitale (Vulvektomie) zusammen mit den Lymphknoten und Lymphknotenbahnen beider Leistenregionen entfernt werden. Häufig wird nach der Operation auch eine Strahlenbehandlung nötig.
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