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Gefäßchirurgie


Die Gefäßchirurgie als eine der tragenden Säulen der chirurgischen Fächer gliedert sich in zwei große Untergebiete, zum einen die Phlebologie (Venenleiden), zum anderen Erkankungen der Arterien (Schlagadern).

PHLEBOLOGIE

Wichtigster Pfeiler der Phlebologie ist die Behandlung von Krampfadern sowie von Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz und einem dadurch bedingten offenen Bein. Eine große Zahl der Krampfaderoperationen erfolgt ambulant nach gleichfalls ambulanter Vorbereitung. Kleinere Krampfadern können durch alleinige Unterspritzung behandelt werden. Die Operation kann ambulant oder kurzstationär erfolgen. Der Phlebologe kümmert sich auch um die Behandlung von Patienten mit einem Lymphoedem (chronische Beinschwellung infolge eines Lymphstaus).

ARTERIELLE GEFÄSSCHIRURGIE

Die sozioökonomische Bedeutung der Gefäßkrankheiten ist enorm. Es wird angenommen, dass 1 Million Bürger in Deutschland mit einem offenen Bein leben. Es gibt über 5 Millionen Gefäßkranke. Jährlich kommen 100.000 Patienten hinzu. Einengungen der Halsschlagader führen in Deutschland 30.000-mal pro Jahr zu einem Schlaganfall. Die Kosten für die Behandlung betragen über 5 Milliarden Euro.

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer Gefäßerkrankung sind Zigarettenrauchen, Diabetes mellitus, hoher Blutdruck, Fettstoffwechselstörung, falsche Ernährung, Übergewicht, erhöhte Harnsäure und körperliche Inaktivität. Herz- und Gefäßerkrankungen sind Todesursache Nr. 1 in den Industrieländern. Jährlich werden in der BRD mehr als 35.000 Amputationen durchgeführt. 20.000 könnten bei adäquater Behandlung verhindert werden. Die Letalität nach einer Amputation bei Patienten über 60 Jahren beträgt 30%. Nach 3 Jahren leben noch weniger als 50% der Beinamputierten.

Das Behandlungskonzept von Gefäßkrankheiten ist ganzheitlich und fächerübergreifend als Zusammenarbeit von Angiologen, Gefäßchirurgen, Radiologen, Neurologen und Diabetologen.

Die Gefäßchirurgie wird notwendig bei Verengungen, Verschlüssen oder Aussackungen (Aneurysma) der Schlagadern. Hiervon betroffen sind in erster Linie die Halsschlagadern und die Gefäßversorgung der Beine. Eine sehr gefährliche Problematik stellt das Aneurysma der Bauchschlagader dar. Dabei kommt es zu einer Erweiterung des Durchmessers mit Ablagerungen von Gerinnseln. Letztere können in die Beine mit dem Blutstrom verschleppt werden und dort einen Gefäßverschluss verursachen. Die Zunahme des Aneurysmadurchmessers führt andererseits zu dem lebensbedrohlichen Risiko des Einreißens.

Verengungen der Halsgefäße führen zur Verringerung einer ausreichenden Gehirnversorgung, sie können aber auch durch Ablösen von Verkalkungsplaques den Verschluss von Gehirngefäßen bewirken. Beide Ergebnisse münden in den Symptomen eines Schlaganfalles. Ab einer Einengung der Halsgefäße von mehr als 70% des Durchmessers wird international die Korrektur empfohlen. Dies kann durch eine Operation oder in manchen Fällen durch Einlage eines Stents (Gefäßrohr) erfolgen. Ein solcher Eingriff erfordert nur wenige Tage Aufenthalt und schützt langfristig vor Komplikationen.

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Formen Gefäßchirurgischer Operationen


Bei den gefäßchirurgischen Operationen unterscheidet man zwischen lokalen Maßnahmen am Gefäß (Ausschälung z. B. Halsschlagader) und Umleitung (Bypass, vaskuläre Chirurgie).

Bevorzugtes Bypassmaterial ist die körpereigene Vene. In Ausnahmefällen kommen Kunststoffbypässe zur Anwendung.

Zunehmend werden diese Eingriffe mit anderen weniger invasiven Maßnahmen kombiniert, (Ballonkatheterdilatation und Implantation von beschichteten Stents, endovaskuläre Chirurgie).
Die Implantation von Stents gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Gefäßchirurgie. Inzwischen können sie sogar bei akuten Einrissen eines Bauchaortenaneurysma eingesetzt werden.